Bildfokus

Bertrand Bernager | Auf lange Sicht

Es ist März 2025 und ein Menschenstrom schlängelt sich durch die Rue de Rivoli in Paris. Die bunten Startnummern und T-Shirts der Teilnehmer am Paris-Halbmarathon verschmelzen zu einem Regenbogen aus Farben, während sie an der Kamera von Bertrand Bernager vorbeiziehen. Langzeitbelichtungen lassen sich für jedes Motiv anwenden, warum also hat Bertrand diese Technik bei Marathonläufern genutzt? „Ich wollte den Kontrast der menschlichen Bewegung in der unbeweglichen Stadt zeigen“, erklärt er, „die Art und Weise, wie die Architektur den Strom kompensiert, als wäre die Welt im Schnelldurchlauf.“ „Als ich es zum ersten Mal ausprobierte, war ich beim Marathon und fotografierte ganz normal, hielt die Bewegung der Läufer fest. Aber das stellte mich nicht zufrieden“, fährt Bertrand fort. „Mir fiel ein, dass ich ein Stativ und einen ND-Filter dabeihatte, also dachte ich: Warum nicht mal was anderes ausprobieren? Das Ergebnis war etwas, das ganz natürlich ist, aber erst sichtbar wird, wenn man es mit der Kamera festhält. Es ist immer anders, immer überraschend. Es fasziniert mich.“ Die Verschlusszeit absichtlich zu verlangsamen, ist für viele Fotografen ein spannender Moment der Entdeckung, aber wie Bertrand erklärt, ist es ganz einfach umzusetzen. „Dieses Bild entstand mit einer Einzelbelichtung von 20 Sekunden“, erklärt er. „Wenn ich im manuellen Modus arbeite, stelle ich einen sehr niedrigen ISO-Wert von 50 ein und schließe die Blende auf f/11. Das eigentliche Geheimnis besteht allerdings darin, das Objektiv um einen starken Neutraldichtefilter zu erweitern, der viel Licht ausschließt. Ich habe einen 10-Stufen-Filter verwendet. Ohne diesen läge die Geschwindigkeit bei 1/50 Sekunde und es gäbe keinerlei Unschärfe.“

gruppe von läufern beim paris-marathon © Bertrand Bernager | Sony α1 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS II | 20s @ f/11, ISO 50

„Natürlich muss mit einem Stativ fotografieren, schließlich sollen nur die Läufer, nicht die Gebäude verschwimmen“, fährt er fort. „Und solange die Kamera stillsteht, werden sie es auch tun. Ich versuche, mit Geschwindigkeiten zwischen 5 und 20 Sekunden zu arbeiten, je nach Tempo der Läufer. Bei kürzeren Geschwindigkeiten, verschwimmen die Läufer nicht, bei längeren verschwinden sie.“ „Auch eine Fernbedienung ist unverzichtbar. Dank der zahlreichen Verbindungsoptionen, die Sony Kameras bieten, verwende ich entweder die Bluetooth-Fernbedienung RMT-P1BT oder die Creators' App, um meine Kamera drahtlos zu steuern, ohne Vibrationen zu erzeugen.“ Auch die Aufnahmeposition und der Bildausschnitt sind wichtig, meint er. „Ich mag es, etwas über dem Geschehen zu sein, also habe ich mein Stativ auf volle Höhe ausgefahren, während die längeren Brennweiten eines Teleobjektivs wie des FE 70-200mm f/2.8 GM OSS II einen engeren Rahmen schaffen, durch den sich die Läufer schneller bewegen. Außerdem komprimieren sie das Motiv und lassen die Hintergrundarchitektur deutlicher hervortreten.“ Und während die von Bertrand verwendete Sony α 1 besonders im Hochgeschwindigkeitssport bewährt hat, ist es hier die Auflösung und der große Dynamikumfang der Kamera, auf die es ihm ankommt. „Bei RAW-Aufnahmen zeichnet die α 1 so viele Informationen auf, dass ich die Belichtung der Licht- und Schattenbereiche bei Bedarf leicht anpassen kann“, erklärt er. „Das ist wichtig, wenn sich das Licht während einer Aufnahme verändert, was häufig der Fall ist!“ „Was ich wirklich liebe, ist das Warten“, meint Bertrand zum Abschluss. „Man nimmt alle Einstellungen vor und 20 Sekunden später zeigt sich auf dem Bildschirm etwas Besonderes. Ich möchte eine Serie ähnlicher Bilder von allen bedeutenden Marathons weltweit machen, wie London, Berlin, New York und Tokio. Bei jedem dieser Läufe herrscht eine andere Atmosphäre, und dasselbe gilt auch für jede neue Belichtung.“

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Bertrand Bernager

Bertrand Bernager | France

"Through photography I try to track the light, sublimate the movement, capture the moment"

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