Wer meine Arbeit kennt, weiß von meiner Liebe zur Makrofotografie. Daher war es mir eine große Ehre, als Sony mich bat, das neue FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS zu testen. Ich hatte nur sehr wenig Zeit und wollte viel fotografieren, aber ich war auf das Wetter angewiesen. Bei der Makrofotografie arbeiten wir mit einer sehr geringen Tiefenschärfe, weshalb wir bestimmte Kompromisse eingehen müssen. Geben wir uns mit einem Bild zufrieden, das mit einer kleineren Blende (f/16) aufgenommen wurde, oder sollten wir lieber eine Technik wie Focus Stacking oder Fokusreihen anwenden? Ich wusste nicht genau, worauf ich stoßen würde, als ich um den Teich und über die Wiesen streifte, also bot jeder schlafende Käfer eine Gelegenheit für ein gutes Foto.
© Petar Sabol | Sony α1 II + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/50s @ f/9.0, ISO 320
Als ich den Karton öffnete, war ich sofort beeindruckt, wie leicht dieses Objektiv ist und wie gut es sich in der Hand anfühlt. Ich schoss sofort ein paar Aufnahmen (meine Katze war mir dabei treu zu Diensten!) und war beeindruckt von der Balance an meiner Alpha 1 II. Es verfügt über zahlreiche Schalter: permanenter DMF (Direct Manual Focus), drei Fokusbegrenzungseinstellungen, Bildstabilisierung, Blendenverriegelung, AF/MF und zwei anpassbare Fokushaltetasten. Am meisten aber begeisterte mich, dass das Objektiv direkt nach dem Auspacken einen Abbildungsmaßstab von 1,4:1 bietet – technisch gesehen kann es also weit über lebensgroß vergrößern! UND in Kombination mit einem 2-fach-Telekonverter von Sony erhöht sich der Abbildungsmaßstab auf 2,8:1, was einer beinahe 3-fachen Vergrößerung entspricht. In diesem Bereich lassen sich Details einfangen, die für das bloße Auge nicht sichtbar sind! Wenn man mit einer hochauflösenden Kamera wie der Alpha 7R V oder Alpha 1 II fotografiert, erhält man so einen ganz neuen Blick auf die lebendige Welt.
© Petar Sabol | Sony α1 II + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/10s @ f/5.6, ISO 500
Wie erwartet, deutete das GM-Branding auf dem Objektiv darauf hin, dass ich es mit etwas zu tun hatte, das in Sachen Bildqualität Maßstäbe in der Fotobranche setzt. Was die Schärfe betrifft, bedarf es in meinen Augen nicht allzu vieler Worte, die Bilder sprechen für sich.
© Petar Sabol | Sony α1 II + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/200s @ f/13, ISO 3200
Aus der mustergültigen Schärfe bei allen Blendenstufen und der Tatsache, dass auch in Kombination mit einem 2-fach-Telekonverter nichts an optischer Leistung verloren geht, ergibt sich ein wahrer 200-mm-Makrokünstler, und ich arbeite besonders gerne mit dieser Kombination. Der größere Arbeitsabstand ist besonders beim Fotografieren scheuer Insekten von großem Vorteil. Ferner gibt es keine chromatischen Aberrationen und keinen Schärfeverlust. Absolut perfekt.
Ich war sehr überrascht, als ich zum ersten Mal den Autofokus testete. Ich hielt meine Handfläche etwa 30 cm vor das Objektiv, schaltete dann den Fokus auf eine größere Entfernung von etwa 100 Metern und wieder zurück, und die Reaktion erfolgte blitzschnell. Ich habe noch nie ein so schnelles Makroobjektiv erlebt. In diesem Fall bin ich also wirklich überzeugt, dass sich das Fotografieren fliegender Insekten deutlich einfacher gestalten wird als je zuvor!
© Petar Sabol | Sony α1 II + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/20s @ f/10, ISO 1250
Generell ist das gesamte Sortiment an Sony G Master oder G Objektiven hervorragend. Das neueste FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS ist eine großartige Ergänzung der bestehenden Serie, auf die ich mich schon lange freue.
Die Leistung ist erstaunlich. Ich habe viel mit der Fokusreihen-Technik gearbeitet, um die Tiefenschärfe nach Möglichkeit zu erhöhen, indem ich die Bilder in der Nachbearbeitung übereinander stapeln konnte. Da der AF so schnell arbeitet, geht mit dem FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS alles ganz schnell. Und das ist entscheidend, ehe sich das Insekt bewegt oder der Wind die Chance auf eine gute Aufnahme zunichtemacht. Die Aussicht auf einen höheren Abbildungsmaßstab als 1:1 oder 1,4:1 begeisterte mich ganz besonders, und ich bin froh, dass Sony diese Richtung eingeschlagen hat. In Kombination mit einem 2-fach-Telekonverter erzielen wir eine gravierende Steigerung auf 2,8:1 – und stoßen damit an die Grenze dessen, was mit bloßem Auge sichtbar ist.
Dieses Objektiv hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weitaus übertroffen. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte – ehrlich gesagt – keine Schwachstelle finden.
© Petar Sabol | Sony α1 II + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/25s @ f/8.0, ISO 400
„Ich versuche immer, Ich versuche immer, noch bessere Fotos zu machen, egal wie viel Zeit und Mühe ich investieren muss, egal, wie viel Zeit und Mühe ich investieren muss.“