An einem grauen Tag fühlt sich der Anblick der leuchtend bunten Blumen von Kyle van Bavel wie die Rückkehr der Sommersonne hinter dicken Wolken an. „Der Aufbau meiner Bilder ist einfach“, erklärt er. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die kreative Reise, die zu seinen heutigen Werken geführt hat, es auch war. Tatsächlich ist Kyles Weg in die kleine Welt der Naturfotografie gepflastert von Überraschungen und ein echter Mutmacher.
„Es ist eine witzige Geschichte“, beginnt er. „Als Kind habe ich viel Zeit mit Computerspielen verbracht, und eines meiner Lieblingsspiele war LittleBigPlanet auf der Sony PlayStation. Das Spiel, in dem die winzige Hauptfigur die Welt häufig aus einer bodennahen Perspektive erlebt, setzte auf nutzergenerierte Inhalte. Eines Tages erhielt ich als Mitglied der Community eine Anfrage über das PlayStation Network, ob ich an der nächsten Version mitwirken wolle. Einen Monat später war ich in England und arbeitete am Leveldesign für LittleBigPlanet 3 mit.“
So sehr ihm diese Arbeit auch Spaß machte, brauchte Kyle doch ab und zu eine Auszeit vom Bildschirm. Also begann er, wann immer er konnte, mit seiner Kamera in der Hand Gärten und Parks zu erkunden. „Ich war fasziniert von den Grünflächen, den Blumen und den Tieren“, erinnert er sich. „Am Anfang habe ich sie mit einem normalen Objektiv fotografiert. Doch ich hatte immer den Wunsch, näher an meine Motive heranzukommen, weshalb ich mir irgendwann das FE 90mm f/2.8 Macro G OSS zugelegt habe, mit dem ich noch heute arbeite – eine gute Entscheidung.“
Über seine an formale Porträts angelehnte Bildgestaltung sagt Kyle: „Ich möchte, dass die Blume, der Pilz oder das Insekt sich vom Rest der Szene abhebt und ein Gleichgewicht entsteht, in dem sich das Motiv, der Vordergrund und der Hintergrund harmonisch ergänzen.“ Sein leichter, luftiger Stil beruht auf dem Wunsch, „ein ruhiges, fast verträumtes Gefühl zu vermitteln.“
„Mir fiel auf, dass mir helle Hintergründe besser gefielen als dunkle“, fährt er fort. „Also fing ich an, meine Kompositionen so anzupassen, dass sie heller wurden. Viele achten bei ihren Makroaufnahmen nicht auf den Hintergrund, doch der ist unheimlich wichtig. Eine größere Blendenöffnung und die geringe Naheinstellgrenze erzeugen natürlich sehr viel Unschärfe, dennoch kann man bei Licht und Farbe gezielt vorgehen und das Motiv so schöner zur Geltung bringen.“
Wenn Kyle ein Motiv gefunden hat, nimmt er sich Zeit, es zu umrunden und die Komposition zu bestimmen, die ihm am besten gefällt. „Ich suche nach einer Ansicht, die einen hellen Hintergrund hat und keine Ablenkungen enthält. Wenn es im Hintergrund Glanzlichter gibt, können sich wunderschön abgerundete Bokeh-Kugeln bilden, in denen man den Brennpunkt des Motivs platzieren kann.“
„Auch der Vordergrund spielt eine große Rolle“, meint Kyle. „Ich versuche, Elemente wie Blätter oder Blütenblätter zwischen mich und das Motiv zu setzen, sodass sie das, was ich fotografiere, einrahmen. In Kameranähe verschwimmen diese ebenfalls und erzeugen eine schöne weiche Kombination, die die Unschärfe im Bild ausgleicht. Das Wichtigste ist jedoch, dass man von der Ebene aus fotografiert, auf der sich die Blume befindet. Eine Ansicht von oben funktioniert einfach nicht auf die gleiche Weise. Sie ist weniger intim und es gibt viel weniger Tiefe, in der die Szenerie verschwimmen kann.“
„Ich fotografiere aus der Hand oder stelle die Kamera auf den Boden und nehme die Komposition über das neigbare Display vor. Deshalb ist die in beidem integrierte SteadyShot Technologie unglaublich hilfreich. Ich möchte nicht an ein Stativ gebunden sein, weil ich immer wieder kleine Änderungen an der Komposition vornehme. Dank der Bildstabilisierung erhalte ich selbst bei längeren Verschlusszeiten wunderbar scharfe Details.“
„Vor Kurzem bin ich auf die Alpha 7R V umgestiegen. Hier sorgt die Stabilisierung dafür, dass ich die enorme Auflösung der Kamera optimal ausnutzen kann“, erklärt Kyle. „Schließlich will man keine verwackelten 61-Megapixel-Aufnahmen. Außerdem finde ich die großen Dateien sehr praktisch, wenn ich das Bild zuschneiden und die Komposition ein wenig verfeinern möchte. Auch der hervorragende Autofokus leistet seinen Beitrag. Wenn ich Schmetterlinge oder andere Insekten fotografiere, ist die Motiverkennung in vielerlei Hinsicht ein großes Plus. Sie passt sich kontinuierlich an den Kameraabstand an und erlaubt es mir, mich auf kleine Änderungen im Bildausschnitt zu konzentrieren, während der Fokus genau dort bleibt, wo er gebraucht wird.“
„Das 90mm ist unglaublich scharf“, erklärt er abschließend. „Das Schöne an der Arbeit damit ist jedoch, dass es selbst den unscheinbarsten Dingen eine beeindruckende Wirkung verleiht. Viele meiner besten Fotos entstehen bei einem Spaziergang in der Nähe meines Hauses oder in meinem Garten. Ich würde immer sagen, dass ein Makroobjektiv die beste Wahl ist, wenn man in diese wundervolle kleine Welt eintauchen möchte.“