2 libellen auf einer blume

Eine andere Welt

Petar Sabol

Die meiste Zeit seiner Laufbahn als Fotograf hat Petar Sabol damit verbracht, die Schönheit der Natur und insbesondere die faszinierende Welt der Insekten in Nahaufnahmen festzuhalten.

Auf einer typischen Tour nimmt Petar mehrere Objektive mit, um von Vögeln bis hin zu Schmetterlingen für alle Eventualitäten gewappnet zu sein – und dazu gehören normalerweise sowohl Makro- als auch lange Teleobjektive. Als wir Petar fragten, ob er das neue FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II ausprobieren möchte – ein Objektiv, das sich für beide Bereiche der Tierwelt eignet – nutzte er die Gelegenheit und verbrachte eine Woche in seiner Heimat Kroatien, wo er sich auf einen Streifzug durch die Natur begab und die Funktionen des Objektivs voll ausreizte.

petar sabol mit seiner sony kamera und dem sel70200g macro

Was war Ihr erster Eindruck vom Objektiv?

Als ich das Objektiv aus der Verpackung nahm, war ich überrascht, wie klein und leicht es ist! Mit aufgesetzter Streulichtblende ist es tatsächlich genauso groß wie sein großer Bruder, das 70-200mm f/2.8 GM OSS II, ohne Streulichtblende. Mir gefiel der Gedanke, dass ich mit diesem Objektiv nicht nur Platz in meiner Tasche, sondern auch eine Menge Gewicht einspare. Bei einem so leichten Objektiv besteht natürlich immer das Risiko, dass es mit der Kamera Schwierigkeiten bei der Ausbalancierung gibt. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sowohl mit der Alpha 1 als auch mit der 7R V perfekt harmonierte. Ich konnte stundenlang bequem aus der Hand fotografieren. Auch die Ergonomie ist gut durchdacht – alle Bedienelemente lassen sich leicht erreichen.

nahaufnahme eines großen blaupfeils auf einem blattstängel © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/25s @ f/10, ISO 400

Wie beurteilen Sie die Schärfe und Leistung des Objektivs?

Wie ich schon oft gesagt habe, muss ich mir bei den Objektiven von Sony in Bezug auf die Schärfe keine Sorgen machen. Selbst bei weit geöffneter Blende ist sie hervorragend. Vor langer Zeit habe ich mit Freunden darüber gesprochen, dass man bei Sony Objektiven anders als bei denen anderer Hersteller abblendet, um die Schärfentiefe zu erhöhen, nicht um die Schärfe zu verbessern. Das gilt definitiv auch für dieses Objektiv. Selbst als ich es mit einem Telekonverter verwendet habe, habe ich in Sachen Bildqualität keine Einbußen gemacht und viel gewonnen. Darauf komme ich später noch mal zu sprechen ...

2 schmetterlinge auf einer blume © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/13s @ f/13, ISO 250

Wie fanden Sie die Autofokusgeschwindigkeit des Objektivs?

Die Autofokusleistung war großartig. In Kombination mit meiner Alpha 1 habe ich im Vergleich zum f/2.8 G Master wirklich keine Verlangsamung wahrgenommen. Das Objektiv fokussiert unglaublich schnell von der minimalen Fokusdistanz bis unendlich, mit fast sofortiger Fokusverriegelung – egal wohin ich es richte.

Interessant war für mich, den Autofokus zum ersten Mal mit der Alpha 7R V für Makroaufnahmen einzusetzen. Ich schaltete den AF für Insekten ein und er funktionierte außergewöhnlich gut. Während sich der Schmetterling bewegte, verfolgte der AF seine Augen in Echtzeit. Für mich war das eine echte Offenbarung, denn ich habe bei meinen Makroaufnahmen bisher immer manuell fokussiert.

ein vogel verfüttert ein insekt an seine jungen © Petar Sabol | Sony α1 + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II | 1/2000s @ f/7.1, ISO 400
scharlachrote libelle auf einer blauen blume © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II | 1/30s @ f/4.0 ISO 200

Wie fanden sie als großer Nahaufnahmen-Fan die Makrofunktionen des Objektivs?

Hier wird es interessant ...

Im Hinblick auf die Makrofunktion ist dieses Objektiv unglaublich. Ich habe noch kein anderes 70–200-mm-Objektiv erlebt, mit dem man bis auf 0,4 Meter fokussieren kann – selbst im 200-mm-Bereich! Ich habe jahrelang spezielle Makroausrüstung verwendet, doch seit ich dieses Objektiv ausprobiert habe, denke ich ständig über die neuen Möglichkeiten nach.

Mit diesem kompakten 70-200mm erhält man ein Teleobjektiv, das einerseits sehr klein, sehr leicht und extrem scharf ist und andererseits über einen superschnellen Autofokus verfügt. Mit anderen Worten: Es eignet sich perfekt für Reise-, Sport-, Tier- und Porträtaufnahmen.

Bringt man dann einen 2fach-Telekonverter an, hat man nicht nur ein 400-mm-Objektiv, das immer noch extrem scharf ist und schnell fokussiert, sondern auch ein Makroobjektiv, das bei allen Brennweiten eine 1:1-Abbildung – also eine echte Makroaufnahme – ermöglicht. Ein so langes Makroobjektiv ist vor allem für die Insektenfotografie ideal. Durch den großen Arbeitsabstand läuft man kaum Gefahr, dass sich die Tiere erschrecken.

Anfangs hatte ich Bedenken, einen Telekonverter an einem Objektiv wie diesem zu verwenden, und rechnete fest damit, dass die Schärfe leiden oder zumindest eine chromatische Aberration auftreten würde, doch es funktioniert als Makroobjektiv überwältigend gut.

großer blaupfeil auf einem blattstängel © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II | 1/25s @ f/8.0, ISO 200

Das Bild oben ist eine Einzelaufnahme, das Bild unten eine Version mit Fokus-Stacking. Es zeigt, wie ich mithilfe dieser Methode die Schärfentiefe erweitere.

bild eines großen blaupfeils auf einem blattstängel mit fokus-stacking © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II | 1/40s @ f/8.0, ISO 200

Empfanden Sie die maximale Blendenöffnung von f/4 als hinderlich?

Normalerweise arbeite ich mit dem 70-200mm f/2.8 G Master II – ich bin also an ein Objektiv mit großer Blendenöffnung gewöhnt. In der Praxis habe ich jedoch keinen großen Unterschied feststellen können. Beim Fotografieren von Vögeln mit meiner Alpha 1 konnte ich den ISO-Wert problemlos um eine Stufe erhöhen, um die kleinere Blendenöffnung auszugleichen. Und für die Makroaufnahmen habe ich ohnehin auf mindestens f/8 abgeblendet oder eine Focus-Stacking-Methode angewendet. Ich konnte also in der Praxis nicht feststellen, dass eine maximale Blende von f/4 ein Problem darstellt.

Die größere Vielseitigkeit, die das Objektiv dank der Makrofunktionen bietet, überwiegt bei weitem den Nachteil einer etwas kleineren maximalen Blendenöffnung. Es ist ein Objektiv, das ich auf Touren mitnehmen würde, bei der ich nicht genau weiß, was ich sehen und welche Gelegenheiten sich mir bieten werden. Es ist toll, dass ich die Art von Bildern machen kann, die mir gefällt, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich die richtige Ausrüstung dabei habe.

hirschkäfer hebt seinen kopf © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/15s @ f/8.0, ISO 400

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Petar Sabol | Croatia

„Ich versuche immer, Ich versuche immer, noch bessere Fotos zu machen, egal wie viel Zeit und Mühe ich investieren muss, egal, wie viel Zeit und Mühe ich investieren muss.“

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