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    LEKTION 14Den Nachthimmel fotografieren

    Brennweite: 16 mm (35-mm-Äquivalent), Blendenzahl: 2,8, Verschlusszeit: 30 s

    Wollten Sie jemals einen sternenübersäten Nachthimmel fotografieren? Mit der richtigen Technik kann Ihre Kamera eine Vielzahl von Lichtquellen am Himmel erfassen. Hier sollen einige Techniken vorgestellt werden, mit denen Einsteiger spektakuläre Fotos von Sternen schießen können.

    Vorbereitung für das Fotografieren von Sternen

    Entscheidend für die Aufnahme schöner Nachthimmelfotos ist die Auswahl der richtigen Umgebung.
    In großen Ballungszentren wird der Nachthimmel durch künstliche Nachtbeleuchtung (Lichtverschmutzung) erleuchtet, sodass die Sterne nur schwer zu sehen sind. Um atemberaubende Fotos von Sternen machen zu können, ist eine hohe Lage oder ein Berg mit geringer Lichtverschmutzung und klarem Himmel empfehlenswert. Sie können aber auch versuchen, in einem in der Nähe befindlichen Park ohne sichtbare Stadtbeleuchtung Aufnahmen zu machen.
    Bei Nachthimmelaufnahmen ist sogar Mondlicht Lichtverschmutzung. Wir empfehlen, die Aufnahmen bei Neumond oder nach Monduntergang zu machen.

    Da der Verschluss bei Sternenaufnahmen lange offen bleiben muss, sollte die Kamera genau wie bei Nachtaufnahmen auf einem Stativ befestigt werden. Obwohl eine Fernbedienung bei Aufnahmen mit dem Stativ nützlich ist, können Sie auch den Selbstauslöser auf zwei Sekunden einstellen, wenn kein Stativ verfügbar ist. Dadurch kann Unschärfe durch die Vibration beim Drücken des Auslösers verhindert werden. Wenn ein Stativ verwendet wird, muss außerdem die Bildstabilisierungsfunktion deaktiviert werden, um Funktionsstörungen zu verhindern.

    Konfigurieren der Kameraeinstellungen

    Nach der Befestigung der Kamera auf dem Stativ konfigurieren Sie die Kameraeinstellungen.
    Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Nachthimmel zu fotografieren: die Erfassung der Sterne, wie sie mit dem bloßen Auge sichtbar sind, die Erstellung eines Zeitrafferbilds mit in Bewegung befindlichen Sternen und die Aufnahme eines Nebels mit Teleeinstellung.
    Zunächst wollen wir den einfachsten Ansatz erläutern: die Erfassung eines normalen Fotos der Sterne.
    Wenn Sie ein Zoomobjektiv verwenden, wählen Sie die Weitwinkeleinstellung (kürzeste Brennweite). Dadurch können mehr Sterne und gleichzeitig auch die Landschaft erfasst werden.

    Weitwinkelbild mit Nachthimmel und Landschaft

    Bild mit Sternspuren

    Stellen Sie anschließend den Aufnahmemodus auf M-Modus ein und passen Sie Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeit an.

    1. Blende

    Öffnen Sie bei der Aufnahme die Blende so weit wie möglich, um mehr Licht zu erfassen und die Sterne einfacher fotografieren zu können.

    2. Verschlusszeit

    Obwohl die Verschlusszeit vom verwendeten Objektiv abhängt, sollten Sie es mit einer Einstellung um die acht Sekunden versuchen. Im Gegensatz zu einer mit einem Stativ aufgenommenen statischen Szene bewegen sich die Sterne ständig langsam. Wenn die Verschlusszeit zu lang ist, sehen die Sterne auf dem Bild möglicherweise wie Linien aus, und es ist schwierig, sie deutlicher aufzunehmen.

    3. Empfindlichkeit

    Die Bestimmung der richtigen Empfindlichkeit ist nicht einfach, da sie von der Lichtverschmutzung und vom Mondlicht, vom verwendeten Objektiv, von der Aufnahmeposition und vom Aufnahmetag abhängt. Versuchen Sie zunächst ISO 400, und bestimmen Sie dann den richtigen Wert durch Kontrolle der Aufnahmeergebnisse.

    Nach der Konfiguration der oben angegebenen drei Einstellungen können Sie mit den Aufnahmen beginnen. Allerdings müssen Sie zunächst den Fokus an die Sterne anpassen. Da der Autofokus (AF) in dunklen Umgebungen wie dem Nachthimmel nicht funktioniert, müssen Sie den manuellen Fokus (MF) anpassen. Die Fokusanpassung an einen kleinen Stern auf dem LC-Display kann sehr schwierig sein. Verwenden Sie daher die Funktionen Fokuslupe und MF-Assistent, um die Fokussierung auf helle Sterne durch deren Vergrößerung auf dem Display zu erleichtern. Der vergrößerte Bereich kann mit den Bedientasten verschoben werden, damit Sie für die Fokussierung nach hellen Sternen suchen können.

    Displayansicht ohne Fokuslupe (Beispiel)

    Displayansicht mit Fokuslupe (Beispiel)

    Wenn Sie einen hellen Stern finden, drehen Sie den Fokusring, bis die Umrisse des Sterns klar zu sehen sind. Wenn sich der Fokusring ganz am Anschlag befindet (unendlich), muss sich der Stern nicht notwendigerweise im Fokus befinden. Daher empfehlen wir zur Fokuskontrolle die Vergrößerung des Displays. Wenn das Display vollständig schwarz ist und die Sterne und die Landschaft schwer zu erkennen sind, sollten Sie die Empfindlichkeit auf ISO 3200 oder 6400 einstellen, um das Bild auf dem Display besser sichtbar zu machen, und es erneut versuchen.
    Wenn die Sterne im Fokus sind, darf der Fokus bis zur Aufnahme nicht mehr verändert werden. Die Fokuseinstellung kann sich ändern, wenn die Zoomposition des Objektivs geändert oder [AF] gewählt wird.

    Wenn der Fokus nicht stimmt, erscheinen die Sterne unscharf.

    Kontrollieren der Ergebnisse während der Aufnahme

    Wenn sich der Stern im Fokus befindet, drücken Sie den Auslöser, um ein Bild aufzunehmen. Die Rauschunterdrückung ist noch einige Sekunden nach der Aufnahme aktiv, daher kann es einige Zeit dauern, bis das Bild auf dem Display angezeigt wird.

    Vergrößern Sie das Bild, und kontrollieren Sie die Ergebnisse. Haben Sie die Sterne wie gewünscht aufgenommen?
    Mit den oben angegebenen Einstellungen können Sternaufnahmen gemacht werden, wie sie unten dargestellt sind.

    Brennweite: 19 mm, Blendenzahl: 3,5, Verschlusszeit: 5 s

    Teil des Sternbilds Orion, vergrößert auf dem Wiedergabebildschirm. Sterne werden als Lichtpunkte erfasst.

    Wenn das gesamte Bild zu hell oder zu dunkel ist, nehmen Sie mehrere Fotos mit unterschiedlichen Empfindlichkeits- und Verschlusszeiteinstellungen auf. Je höher die Empfindlichkeit ist, desto heller ist das Bild und je kürzer kann die Verschlusszeit sein. Wenn die Empfindlichkeit jedoch zu hoch ist, kann das Bild Rauschen enthalten, und die Auflösung kann beeinträchtigt werden. Wenn das Display zu hell ist, kann es außerdem sein, dass die Bildhelligkeit nicht korrekt bestimmt werden kann. Bei Aufnahmen in einer dunklen Umgebung empfehlen wir, die Displayhelligkeit niedriger als tagsüber einzustellen.

    Wenn die Sterne nicht so erfasst werden, wie sie mit dem bloßen Auge sichtbar sind, können Sie auf dem Wiedergabebildschirm kontrollieren, ob die Bilder unscharf, zu hell oder zu dunkel sind, und erneut aufnehmen.
    Es ist auch möglich, dass der Himmel zwischen dem Zeitpunkt des Betrachtens und dem Zeitpunkt der Aufnahme bewölkter wurde.

    Anpassen von Komposition und Farbe

    Versuchen Sie, die Komposition und Farbe anzupassen, nachdem Sie überprüft haben, ob die Aufnahme der Sterne ohne Probleme möglich ist. Fotografien der von einer Landschaft umgebenen Sterne können sehr eindrucksvoll sein. Schauen Sie sich um, und versuchen Sie, Bäume oder einen Fernblick in Ihre Komposition einzubauen. Achten Sie darauf, dass der bereits eingestellte Fokusring beim Ändern der Komposition nicht verschoben wird.
    Sie können die Farbe mit der Funktion Weißabgleich je nach Vorliebe anpassen, wobei auch [Glühlampe] und [Fluoreszenzlicht: Warmweiß] möglich sind, um ein klares Bild des nachtblauen Sternenhimmels zu erhalten. Sie können auch [AWB] (automatischer Weißabgleich) wählen, um natürlichere Farben zu erhalten, die den mit dem bloßen Auge sichtbaren Farben ähnlich sind.

    [Auto] Weißabgleich [Glühlampe] Weißabgleich

    Für die Akzentuierung der Sterne kann das Sternenlicht mit einem handelsüblichen Weichzeichner leicht verschwommen dargestellt werden. Dadurch können größere Sternenbilder aufgenommen werden, auch mit einem Weitwinkelobjektiv.

    Mit einem Weichzeichner auf dem Objektiv aufgenommenes Foto

    Verwenden der Funktion [Sternspur] *1 in den PlayMemories Camera Apps

    Wenn Ihr Kameramodell PlayMemories Camera Apps unterstützt, können Sie die Funktion Sternspur zur einfachen Erstellung von Videos von Sternspuren nutzen.
    Mit „Sternspur“ können Sie je nach Aufnahmeszene [Helle Nacht], [Dunkle Nacht] oder [Benutzerdefiniert] wählen, um nach der Aufnahme automatisch ein Video zu erstellen.
    Statt zahlreiche Bilder auf einen PC herunterladen und anschließend zu arrangieren und zu bearbeiten, können Sie mit dieser App Videos von Sternspuren jetzt ganz einfach in der Kamera erstellen.

    • *1 Je nach Region/Land stehen die PlayMemories Camera Apps „Sternspur“ ggf. nicht zur Verfügung.

    Bild von einem mit „Sternspur“ erstellten Video