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LEKTION 7Dramatische Nachtaufnahmen machen

Brennweite: 135 mm/F-Zahl: 8,0/Verschlusszeit: 5 s/ISO: 400/Weißabgleich: Benutzerdefiniert (3600 K/M5)

Nachtaufnahmen auf Reisen oder von malerischen Orten sind beliebte Fotomotive. In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie schöne Nachtaufnahmen erhalten und Ihre Eindrücke der Szenerie genau wiedergeben können.
Stellen Sie zuerst die Kamera auf den P-Modus ein und probieren Sie die folgenden Tipps aus.

Aufnahmen mit Stativ

Ein Stativ ist das effektivste Hilfsmittel für schöne Nachtaufnahmen. Beim Fotografieren unter schwierigen Lichtverhältnissen wie bei Nachtaufnahmen verlangsamt sich die Verschlusszeit, um die Lichtmenge zu erhöhen, die in die Kamera eindringt, und die ISO-Empfindlichkeit wird höher. Aus diesem Grund wird das Bild wegen Verwacklungen der Kamera häufig unscharf oder körnig und weist erhöhtes Bildrauschen auf.

Dieses Foto wurde mit einer Verschlusszeit von 3,2 Sekunden aufgenommen. Bei dieser Verschlusszeit ist das Bild letztendlich total verwackelt, egal wie sehr der Fotograf sich bemüht, stillzuhalten.

Verschlusszeit: 3,2 s

Wenn Sie die Kamera auf einem Stativ anbringen, können Sie ein klares Foto ohne Verwacklungen aufnehmen, selbst bei langsamen Verschlusszeiten. Stellen Sie gleichzeitig die ISO-Empfindlichkeit auf den geringstmöglichen Wert. Auch wenn dies die Verschlusszeit noch weiter verlangsamt, müssen Sie sich keine Sorgen über Unschärfe machen, da die Kamera stabil auf dem Stativ angebracht ist. Außerdem wird durch die geringere ISO-Empfindlichkeit das Rauschen verringert. Der Mindestwert für die ISO-Empfindlichkeit ist je nach Modell unterschiedlich, aber Werte von ISO 100 bis ISO 400 sind empfehlenswert.
Wenn Sie ein Stativ verwenden, deaktivieren Sie den SteadyShot Bildstabilisator, um eine Fehlfunktion zu vermeiden. Außerdem kann die Vibration der Kamera beim Herunterdrücken des Auslösers Verwacklungen verursachen. Setzen Sie den Selbstauslöser auf 2 Sekunden, um dies effektiv zu verhindern.

Brennweite: 50 mm/F-Zahl: 10/Verschlusszeit: 5 s/ISO: 200/Weißabgleich: Tageslicht

Das oben dargestellte Foto wurde mit einem Stativ aufgenommen und ist dadurch nicht verwackelt. Durch die lange Belichtungszeit sind die Lichtspiegelungen auf der Wasseroberfläche wunderschön und gleichmäßig wiedergegeben.

Was also tun, wenn Sie kein Stativ besitzen?
Wenn Sie kein Stativ haben, lehnen Sie sich gegen eine Wand oder einen Pfosten oder platzieren Sie die Kamera auf einem Geländer oder einer anderen flachen Oberfläche, sodass die Kamera stabil steht und nicht wackelt.
Wenn das nicht möglich ist, reduzieren Sie die Verschlusszeiten, um die Verwacklungen der Kamera gering zu halten. Falls mit den automatisch von der Kamera ausgewählten Verschlusszeiten doch Verwacklungen auftreten, erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit manuell. Die maximal verfügbare ISO-Empfindlichkeit ist je nach Modell unterschiedlich. Wenn die ISO-Empfindlichkeit auf ISO 6400, 12.800 oder höher gesetzt wird, verringert sich auch die Verschlusszeit und das Bild kann weniger verwackeln. Trotzdem kann Bildrauschen und Detailverlust auftreten.

Brennweite: 24 mm/F-Zahl: 2,8/Verschlusszeit: 1/40 s/ISO: 3200/Weißabgleich: AWB

Dieses Foto wurde mit ISO 3200 aufgenommen. Die kürzere Verschlusszeit hat das Verwackeln erfolgreich verhindert. Wenn Sie jedoch das vergrößerte Bild prüfen, entdecken Sie, dass es im Vergleich zu dem Bild mit niedrigerer ISO-Empfindlichkeit etwas körnig ist und ein wenig rauscht. Auch was die Auflösung der Details und die Textur der Wasseroberfläche angeht, ist das mit Stativ aufgenommene Bild gelungener.

Falls Sie (wie in diesem Fall) Bildrauschen bemerken, verwenden Sie den Modus „Handheld Dämmerung“ im Motivprogramm (Aufnahmemodus). In diesem Modus werden beim Drücken des Auslösers nacheinander 6 Bilder aufgenommen, die dann mit hoher Präzision kombiniert werden, damit das Rauschen bearbeitet wird. Durch dieses Verfahren können Sie Nachtaufnahmen mit weniger Bildrauschen im Vergleich zu einer normalen Aufnahme erzielen.
Da der Modus „Handheld Dämmerung“ in der Motivauswahl zu den automatischen Aufnahmemodi zählt, können Sie die in der nächsten Lektion beschriebenen Einstellungen für Farbe und Helligkeit hier nicht verändern.

Helligkeit und Farbe anpassen

Wenn Sie bereits gelernt haben, verwacklungsfreie Bilder zu machen, dann passen Sie bei diesen noch Helligkeit und Farbe an.
Die Helligkeit kann über die Belichtungskorrektur angepasst werden. Das menschliche Auge erkennt den Nachthimmel als „dunkel“ und die Lichter von Gebäuden und Beleuchtungen als „hell“. Die Kamera dagegen versucht, alle Motive mit demselben Helligkeitsstandard einzufangen, egal ob dunkel oder hell. Wenn Sie also Nachtansichten fotografieren, in denen dunkle Stellen, wie der Nachthimmel, und helle Stellen, wie Gebäudebeleuchtungen, zusammenkommen, wählt die Kamera unter Umständen eine Belichtung, die unser menschliches Helligkeitsempfinden nicht richtig nachahmt. Das macht es schwierig, bei Nachtaufnahmen das gewünschte Ergebnis zu erzielen: Der Nachthimmel wirkt ausgeblichen oder die Farben der Straßenbeleuchtung erscheinen verfälscht.

Zusätzlich wird die Helligkeit eines Fotos auch durch die Einstellungen der Kamera selbst beeinflusst, wie z. B. den Kreativmodus.
Versuchen Sie zunächst, ohne Belichtungskorrektur aufzunehmen, und passen Sie dann die Belichtung je nach Ergebnis an.

Brennweite: 120 mm/F-Zahl: 6,3/Weißabgleich: Fluoreszierend: warmes Weiß (-1) Sättigung: +3/Belichtungskorrektur: 0 Brennweite: 120 mm/F-Zahl: 6,3/Weißabgleich: Fluoreszierend: warmes Weiß (-1) Sättigung: +3/Belichtungskorrektur: +0,7

Ohne die Belichtungskorrektur wirkt dieses Bild aufgrund der hellen Straßenbeleuchtung unterbelichtet. Die Stadtansicht hinter dem Gebäude ist verdunkelt. Durch Einstellung der Belichtung auf +0,7 wurde das Foto mit der entsprechenden Helligkeit wiedergegeben.

Sehen wir uns nun die Farbanpassung an. Sie können den Weißabgleich verwenden, um den allgemeinen Farbton anzupassen. Mit dem automatischen Weißabgleich [AWB], bei dem die Kamera automatisch den Farbton bestimmt, können die tatsächlichen Farben originalgetreu wiedergegeben werden. Bei Nachtaufnahmen einer Stadtansicht tritt durch Auswahl von [Fluoreszierend: warmes Weiß] ein Blaustich auf. durch den die Charakteristik des Kunstlichts besser transportiert wird.
Auch die starken Lichter von Hochhäusern und Beleuchtungen allgemein wirken in Aufnahmen in der Regel weißlich und die Farben weniger lebendig als erwartet. Passen Sie in diesem Fall die Sättigung mit der Plustaste in den Optionseinstellungen im Kreativmodus an, damit die Lichter lebendiger und farbintensiver wirken.

Brennweite: 16 mm/F-Zahl: 6,3/Verschlusszeit: 13 s/ISO: 200/Weißabgleich: AWBBrennweite: 16 mm/F-Zahl: 6,3/Verschlusszeit: 13 s/ISO: 200/Weißabgleich: Fluoreszierend: warmes Weiß (-1) Sättigung +3

Durch solche Anpassungen können Sie Nachtaufnahmen machen und dabei die beeindruckende Szenerie einfangen, die Sie vor Ort tatsächlich erlebt haben.

Wie auch bei anderen Motiven hängt der beste Farbton für Nachtaufnahmen von Ihren Vorlieben und dem Zweck ab. Nutzen Sie die Anpassungsfunktionen wie Belichtungskorrektur, Weißabgleich und Kreativmodus und entscheiden Sie sich für Ihr Lieblingsfoto.

Geeignete Objektive mit Festbrennweite

Mit kleinen F-Zahlen (lichtstarke maximale Blende) sorgen Objektive mit Festbrennweite dafür, dass viel Licht in die Kamera eindringt.
Auf diese Weise können Sie Nachtaufnahmen mit weniger Verwacklungen und Bildrauschen fotografieren, selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen. Außerdem können Sie Porträts oder Schnappschüsse mit Unschärfe-Effekt im Hintergrund aufnehmen.

Brennweite: 50 mm/F-Zahl: 2,0 / Verschlusszeit: 1/640 s/Belichtungskorrektur: -1

SAL50F14

Dieses exemplarische „Normal“-Objektiv bietet eine außergewöhnliche Auflösung über das gesamte Bild. Die Kombination aus einer Blendenzahl von 1,4 und dem runden Blendenöffnungsdesign sorgt für den seidenweichen Unschärfe-Effekt, der das Bild tiefer wirken und wichtige, visuelle Elemente hervorstechen lässt. Aufgrund der großen Blendenöffnung dringt mehr Licht in die Kamera, wodurch Aufnahmen mit handgeführter Kamera selbst bei schwachem Licht gelingen.

Brennweite: 50 mm/F-Zahl: 1,8/Verschlusszeit: 1/80 s/Belichtungskorrektur: -0,7

SEL50F18

Dies ist ein Mittelklasse-Teleobjektiv mit 50 mm Brennweite, perfekt für Porträts. Dank der großen Blendenöffnung und dem runden Blendenöffnungsdesign sind wunderschöne Unschärfeeffekte im Hintergrund möglich. Außerdem erzeugt es dank integriertem optischem SteadyShot Bildstabilisierungssystem kristallklare Bilder, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen.