peruanischer mann wäscht sich am fluss

Die Straßen Perus

Natan Dvir

Eingebettet am Rande des Amazonas und umgeben von üppigen Regenwäldern hat Iquitos im Norden Perus einen wirklich einzigartigen Anspruch. Es ist die größte Stadt der Welt, die nicht über Straßen erreichbar ist. Tatsächlich ist, abgesehen von kleinen Landstraßen, die in Dörfer oder in die grüne Wildnis führen, ist die einzige Zugangsmöglichkeit das Flugzeug oder das Schiff. „Es ist ein bemerkenswerter Ort“, sagt Natan Dvir, „der so abseits der ausgetretenen Pfade liegt, wie es nur möglich ist.“ In der dokumentarischen Fotografie bietet Besonderheit oft Chancen, und laut Natan ist Iquitos voll davon. „Von den Häusern, die aufgrund der Überschwemmungsgefahr auf hohen Pfählen gebaut sind, über den schwimmenden Belén-Markt bis hin zu den bunten Moto-Taxis gibt es dort eine unglaubliche Vielfalt und Tiefe“, sagt er. „Die Menschen sind bemerkenswert und die Erfahrung, wenn man sie kennenlernt, kann sehr tiefgreifend sein. Daher ist es eine Freude, sie zu dokumentieren.“

frau steht auf den holzstufen eines bunt gestrichenen hauses © Natan Dvir | Sony α1 + FE 24-70mm f/2.8 GM II | 1/400s @ f/8.0, ISO 800

„Für mich“, fährt er fort, „ist Straßenfotografie eine Feier des Lebens und das Produkt meiner Faszination für Menschen. In Peru lebt man entspannter als an vielen anderen Orten, und die Leute fühlen sich oft geschmeichelt, wenn man sich für sie interessiert. Allerdings sind Respekt und Integrität bei meinem Ansatz unverzichtbar.“ „Denn anstatt menschliche Motive als Objekte zu betrachten, was passieren kann, wenn man aus der Ferne oder unauffällig fotografiert, interagiere ich lieber mit ihnen“, erklärt Natan. „Oft fotografiere ich auch nicht sofort, sondern laufe herum, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen. Das macht meine Arbeit bewusster, da ich mich nicht von der unmittelbaren Ästhetik einer Situation beeinflussen lasse. Das birgt natürlich gewisse Risiken, da sich dadurch das Verhalten der Menschen verändern kann oder dass sie sagen, dass sie gar nicht fotografiert werden möchten. Aber insgesamt ist diese Methode sehr erfolgreich, und vor allem verhindert sie, dass man Menschen nur als Objekte ansieht.“

mann sitzt in einem motorradtaxi auf einer peruanischen straße © Natan Dvir | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/250s @ f/6.3, ISO 800

„Ich bin 1,96 Meter groß, also kann ich mich sowieso nicht verstecken“, lacht er. „Aber normalerweise achte ich darauf, dass ich sichtbar arbeite, um niemanden zu überraschen. Wenn es etwas Interessantes gibt, gehe ich näher heran und wechsle vielleicht das Objektiv, um zu sehen, was passiert. Bei all diesen Aufnahmen habe ich deutlich gemacht, dass ich fotografieren wollte. Einige Leute boten mir sogar Getränke an oder luden mich nach Hause ein. Und je länger ich an einem Ort bin, desto mehr vergisst man, dass ich da bin, und die Menschen sind einfach sie selbst.“ „Man kann auch auf respektvolle Weise fotografieren“, erläutert er, „indem man eine schöne Szene sucht, sie einrahmt und dann einfach abwartet, dass sie mit Leben gefüllt wird. Zeigen Sie auch dann offen, was Sie vorhaben. Denn dann kann jemand, der nicht fotografiert werden möchte, einfach um die Szene herumgehen.“

zwei damen in blauen kleidern vor blauer wand © Natan Dvir | Sony α7R V + FE 24-70mm f/2.8 GM II | 1/160s @ f/8.0, ISO 1000

Natan bevorzugt häufig kürzere Brennweiten, die zusätzliche Vorteile mit sich bringen. „Porträts, die das Motiv isolieren, können faszinierend sein, aber ich habe lieber mehr Kontext“, erklärt er. „Wenn ich die Umgebung einbeziehe, wird das Bild für mich viel interessanter, und ich mache gerne Aufnahmen mit mehreren Protagonisten. Ich versuche oft, ein dynamisches Hauptmotiv mit komplementären Themen wie dem Bild der Frau, die sich wäscht, oder den Menschen auf dem Markt in Einklang zu bringen. Dadurch sind in dem Endergebnis mehrere Porträts enthalten, und je genauer man den Rahmen studiert, desto mehr erkennt man. Die Aufgabe besteht darin, den ästhetischen und den narrativen Wert in einem Moment zu verbinden.“

frau in gelbem kleid wringt wäsche aus © Natan Dvir | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/500s @ f/5.6, ISO 800

„Ich bin beim Fotografieren sehr wählerisch“, fährt er fort, „und ich arbeite selten schneller als mit 3 Bildern pro Sekunde, obwohl meine Sony Kameras viel mehr können. Meine Methode besteht darin, präsent zu bleiben und den Moment zu erkennen, statt zu hoffen, dass die Kamera alles für mich erledigt. Meine α 7R V und meine α 1 waren bei schwachem Licht aber eine entscheidende Hilfe. Beide haben eine unglaubliche Leistung bei Rauschen, sodass ich regelmäßig mit ISO-Werten wie 6400 arbeiten kann. Der Effekt einer längeren Verschlusszeit in einer dunklen Umgebung ist der Unterschied zwischen einem Bild, das man weiter in Betracht ziehen sollte, und einem, das man löschen kann.“ Die AF-Leistung seiner Kameras bei schwachem Licht ist ebenfalls brillant, sagt Natan. „Der Autofokus von Sony eignet sich hervorragend zur automatischen Motivauswahl, aber bei meiner Straßenfotografie verwende ich ihn eigentlich viel traditioneller: Ich fotografiere im Single-Shot-Modus mit einem sehr kleinen AF-Bereich, um höchste Präzision zu erzielen. Das funktioniert unglaublich gut und auch an dunklen Orten, wo meine vorherige Kamera Unterstützung brauchte.“

mann geht mit einem eimer fische durchs meer © Natan Dvir | Sony α7R V + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/640s @ f/6.3, ISO 200

„Ich rahme immer über den elektronischen Sucher ein, nicht über den hinteren Bildschirm“, sagt er. „Denn so kann ich mich voll und ganz auf das konzentrieren, was vor mir und um mich herum passiert. Und ich bin auch ein großer Fan der Verwendung des Live-Histogramms im elektronischen Sucher. Dadurch wird meine Belichtung immer genau richtig.“

mann im rosa t-shirt lehnt sich in einem schaukelstuhl zurück © Natan Dvir | Sony α1 + FE 24-70mm f/2.8 GM II | 1/160s @ f/4.5, ISO 250

Alle technischen Vorteile seiner Kameras sorgen für eine bessere Verbindung zu den Menschen, denen er begegnet, sagt Natan, und damit zu authentischeren Bildern. „Wenn es bei meiner Straßenfotografie darum geht, das Leben zu feiern“, sagt er abschließend, „dann kann ich das nicht mit einer Kamera tun, die mir im Weg ist.“

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