Mein Name ist Liam Man und ich bin Sony Europe Imaging Creator aus London. In den letzten Jahren habe ich zahllose Stunden damit verbracht, durch die Straßen dieser Stadt zu streifen, um neue Kompositionen zu finden und meine Kreativität auszuleben. Weitwinkelobjektive gehören schon lange zu meiner Standardausrüstung, denn sie eignen sich wie kein anderes Objektiv dazu, die Dimensionen der Stadt einzufangen.
Normalerweise sind diese Objektive allerdings groß und unhandlich. Bei langen Fototouren kann das darüber entscheiden, ob der Tag erfolgreich wird oder mit Rückenschmerzen endet. Entsprechend überrascht war ich, als Sony mich bat, drei Ultraweitwinkelobjektive zu testen, die kleiner und leichter sind als der Kaffeebecher, der gerade vor mir steht.
Für Vlogger sind lichtstarke Weitwinkelobjektive so etwas wie ein heiliger Gral. Ich habe mich dafür entschieden, diese Objektive mit den Kameragehäusen ZV-E10 und Alpha 6600 zu kombinieren. Auch wenn sich die ZV-E10 in erster Linie an Videografen und aufstrebende Content Creator richtet, verfügt sie wie die Alpha 6600 über einen Sensor im APS-C-Format und eine Auflösung von 24 MP. Ich wusste also, dass ich Aufnahmen in hoher Qualität erwarten kann.
Ich kann gar nicht genug betonen, wie extrem klein diese Objektive sind: Das 10-20mm bringt gerade einmal 178 g auf die Waage, beim 11mm sind es 181 g und das 15mm wiegt 219 g. In Kombination mit der ZV-E10 ergibt sich ein Gesamtgewicht von knapp über 500 g. Das sind 100 Gramm weniger, als allein das Gehäuse der Alpha 7 IV wiegt!
Mit diesem Setup war das Vloggen ein Kinderspiel. Kein langwieriges Ausbalancieren eines Gimbals, keine externen Monitore, keine zusätzlichen Mikrofone. Einfach das Display ausklappen, die Aufnahmetaste drücken und loslegen. Ich hätte stundenlang filmen können, ohne zu ermüden. Durch die geringe Größe erregt das Setup außerdem weniger Aufmerksamkeit. Bei früheren Vlogging-Versuchen hatte ich oft das Problem, dass Menschen sich ins Bild drängen.
Bei meiner Fototour stand die Architektur im Mittelpunkt, von Treppenhäusern bis hin zu Stadtlandschaften. Die klaren Linien und scharfen Kanten der von Menschenhand geschaffenen Strukturen spielen in meinen Kompositionen eine zentrale Rolle, und ich nutze sie als Führungslinien, mit denen ich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Bereiche des Bildes lenke. Historisch gesehen sind Weitwinkelobjektive so groß, weil sie viel Glas zur Korrektur von Kissen- und Tonnenverzeichnung benötigen. Da es sich hier jedoch um native Objektive handelt, kann die Verzerrung mithilfe von im Gehäuse integrierter Software korrigiert werden, wodurch der Bedarf an zusätzlichem Glas minimiert wird. Erfreulicherweise waren alle geraden Linien absolut gerade und es war keine zusätzliche Korrektur bei der Nachbearbeitung nötig.
Dank der großen Blenden der 11mm f/1.8 und 15mm f/1.4 G Objektive konnte ich bei schlechten Lichtverhältnissen mit niedrigen ISO-Werten arbeiten und Fotos ohne Rauschen aufnehmen. Ich machte mir den Autofokus zunutze, sodass ich mich bei meiner Straßenfotografie ganz darauf konzentrieren konnte, mit langsamen Verschlusszeiten zu experimentieren. Aufgrund der geringen Größe meines Setups konnte ich mich nahe an meine Motive heranwagen. Zusammen mit der Weitwinkelperspektive ergab sich bei den so entstandenen Aufnahmen eine völlig andere Wirkung, als ich es von der Straßenfotografie mit Teleobjektiv gewohnt war. Durch die Verzerrung der Perspektive entstehen viel dynamischere Bilder. Sie fangen den Trubel der Großstadt ein, in der es jeder eilig hat, zu seinem nächsten Ziel zu gelangen.
Während meiner Fototour hörte ich plötzlich Gerüchte von einer Flotille zu Ehren der verstorbenen Königin Elizabeth II. Die Rede war von 150 beleuchteten Booten, die die Themse entlangfahren. Ich witterte eine einmalige Gelegenheit für Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten und sicherte mir einen Platz in der Mitte einer Brücke, wo ich mein 11mm f/1.8 auf einem Stativ montierte. Ich stellte den Fokus manuell mit dem Fokusring am Objektiv ein und nahm mit dem integrierten Intervallauslöser Serienaufnahmen mit einer Langzeitbelichtung über 13 Sekunden auf. Über eine Stunde hinweg hielt ich das gesamte Ereignis in etwa 250 Bildern fest. Bei der Nachbearbeitung habe ich diese Bilder dann zu einem meiner liebsten Timelapses verschmolzen.
Weitwinkelobjektive neigen dazu, Objekte an den Rändern des Bildes zu strecken und den Vordergrund zu betonen. Das Sichtfeld des 11mm war für diese Komposition von entscheidender Bedeutung, da die Lichtspuren der Boote im Rahmen deutlicher hervortreten und bis in die Ecken reichen. Sie wurden zu idealen Führungslinien, die den Blick auf die Mitte des Bildes und die Londoner Skyline lenken.
Diese Weitwinkelobjektive füllen eine Lücke in der APS-C-Objektivreihe. Sie sind klein, lichtstark und vielseitig und passen perfekt zu den kompakten Abmessungen der Kameras mit Crop-Sensor.
Wie auf den Bildern zu sehen ist, eröffnet das große Sichtfeld eine ganze Reihe kompositorischer Möglichkeiten mit vielen dramatischen Führungslinien, die auf die Motive zulaufen. Die Objektive lieferten nicht nur ausgezeichnete Fotos, sie bewährten sich auch beim Filmen. Das zeigte sich besonders beim Vloggen, da die großen Blenden den Hintergrund verschwimmen ließen und für eine gute Motivtrennung sorgten.
Wenn Ihnen kompakte Abmessungen und geringes Gewicht wichtig sind, Sie aber keine Kompromisse in Sachen Leistung eingehen möchten, dann sind diese drei Objektive für Sie unverzichtbar.
Liam Man ist ein Bildersteller und Reisefotograf aus Großbritannien