frau steht auf einem berggipfel und berührt einen baum

Vom Hegen und Pflegen

Melissa Schäfer

Was tut eine Mutter? Fragen Sie eine und sie wird Ihnen eine ganze Menge Dinge aufzählen. Ganz oben auf der Liste stehen dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ernährung und Pflege ihrer Kinder. Die Geschichte des „Mother“ Magazins ist von allem durchdrungen, was die Rolle einer Mutter ausmacht, und war für seine Gründerin gleichzeitig eine echte Entdeckungsreise.

„Das Magazin ist wie mein Baby“, sagt Melissa Schäfer, eine erfahrene Tierfotografin, Reiseleiterin, Autorin und Herausgeberin. „Es soll das Werk von Mutter Erde feiern, damit wir uns stärker berufen fühlen, gute Hüter zu sein. Gleichzeitig möchten wir weiblichen Tierfotografen eine stärkere Stimme geben.“

mann steht auf einem weg mit bergen in der ferne © Melissa Schäfer | Sony α1 + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/250s @ f/5.0, ISO 100

„Sony hat mich unglaublich unterstützt. Die finanziellen Mittel, die ich vom Unternehmen erhalten habe, waren eine riesige Hilfe. Sie haben die Druckkosten abgedeckt, sodass wir physische Kopien produzieren konnten, und sie haben den von mir kontaktierten Fotografinnen die Bestätigung gegeben, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt.“

Mit der dritten Ausgabe möchte Melissa „Mother“ als eine neue Form der Wertschätzung von Natur und Fotografie etablieren – aber auch als eine Möglichkeit für die vorgestellten Künstlerinnen, ihre eigenen Leistungen zu feiern. „Ich wollte etwas Neues ausprobieren und neuen Stimmen Raum geben“, bestätigt sie. „Besonders Frauen, die normalerweise zögern würden, ihre eigene Geschichte zu erzählen, weil sie denken, sie sei nicht gut genug. Anstatt uns selbst herabzusetzen, soll das Magazin uns ermutigen.“

porträt einer frau mit orangefarbener jacke © Charly Savely | Sony α1 + FE 24mm f/1.4 GM | 1/400s @ f/1.4, ISO 1000

Melissa erklärt, wie es zur Gründung des Magazins kam: „Am Anfang habe ich mit meiner Kamera hauptsächlich Selbstporträts gemacht. Mit der Tierfotografie begann ich erst, als ich nach Schweden zog und meinen Partner Fredrik Granath kennenlernte. In meinem ersten Jahr in Schweden lebten wir in einem Wald, machten Feuer und schliefen im Zelt, weit weg von den Lichtern der Stadt. Ich wurde quasi ins kalte Wasser geworfen.“

luchsjunges spielt mit fliegen © Alexandra Surkova | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/400s @ f/6.3, ISO 100

Als sie für ein Jahr nach Spitzbergen zogen, um dort Touren zu leiten und die arktische Landschaft zu erkunden, blühte Melissas Tierfotografie so richtig auf. Da Fredrik vor allem die Produktionsseite ihres Geschäfts mochte, wurde sie wie selbstverständlich zur leitenden Bildschöpferin. „Ich nahm Elemente meiner Porträtarbeit und kombinierte sie mit dem neuen Themenfeld“, erklärt sie. „Ich erzählte also immer noch Geschichten, indem ich Emotionen vermittle, allerdings mit Tieren anstelle von Menschen.“

Nachdem sie in die neue Welt eingetaucht war, begannen Melissas Erfahrungen ihren fotografischen Blick zu prägen. Sie erkannte die Herausforderungen, mit denen Frauen in diesem Bereich der Fotografie konfrontiert sind, was schlussendlich zur Gründung des „Mother“ Magazins führte. „In der Tierfotografie herrschen bisweilen viel Voreingenommenheit und Vorurteile, was so einige Stimmen verstummen lässt. Ich war es, die raus aufs Eis ging, in Hütten schlief und wochen- oder gar monatelang einen Bären fotografierte, doch wenn die Fotos veröffentlicht wurden, ging jeder direkt zu Fredrik und meinte: ‚Deine Fotos sind ja unglaublich!‘ Viele kommen gar nicht auf die Idee, dass die Aufnahmen von mir sind.“

zwei huskys sitzen im schnee © Melissa Schäfer | Sony α1 + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/640s @ f/5.0, ISO 100

In anderen Fällen, berichtet Melissa, wurde ihre Arbeit in Publikationen oder im Internet in Misskredit gebracht. „Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich das einfach hinnehmen muss. Ich hatte Glück, dass Fredrik sich so für meine Arbeit eingesetzt hat. Daraus habe ich gelernt. Neben den Umweltaspekten war dies die treibende Kraft hinter der Entstehung von ‚Mother‘.“

Dabei war es Melissa wichtig, dass die Texte im Magazin in Einklang mit ihren Absichten standen. „Die Artikel variieren stark im Hinblick auf Themen und Ton, doch für mich muss es immer um die Emotionen beim Erleben der Natur gehen und weniger darum, wie ein Foto gemacht wurde. Ich möchte vermitteln, was die Frauen gesehen und gefühlt haben.“

nahaufnahme des gesichts eines huskys © Charly Savely | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/2500s @ f/2.8, ISO 1250

„In der zweiten Ausgabe zum Beispiel findet man sehr unterschiedliche Perspektiven und Erzählstile, die jedoch alle ein gemeinsames Thema haben: die Begegnung mit der Natur. So haben wir Hannah Alexanders fantastische Darstellung von Bienenköniginnen im Stil von Game of Thrones, die gewisse Züge eines traditionellen naturalistischen Essays aufweist, während Elizabeth Gadd ihre Verbindung zur Natur durch Selbstporträts zum Ausdruck bringt. Ich mag es am liebsten, wenn wir ein breites Spektrum zeigen können – von der menschlichen Perspektive über Emotionen bis hin zu Naturschutzthemen. Das Magazin soll in erster Linie positive Gefühle wecken, damit sich die Menschen in die Natur verlieben und ihnen ihr Wohl am Herzen liegt.“

bienenschwarm auf honigwabe © Hannah Mather | Sony α5000 + E 30mm f/3.5mm Macro | 1/500s @ f/5.6, ISO 400

Für Melissa war es außerdem wichtig, dass „Mother“ sowohl gedruckt als auch online erscheint. „Ich wollte, dass die Mitwirkenden bei der Veröffentlichung ihrer Arbeit ein Gefühl von Stolz empfinden. Sich selbst in einem Print-Magazin zu sehen, ist etwas ganz anderes als auf einer Plattform wie Instagram. Es stärkt den Glauben daran, dass man wirklich gut genug ist. Wir präsentieren die Werke vieler etablierter Fotografinnen, doch es gibt auch Beispiele von unbekannten Künstlerinnen, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. In den sozialen Medien werden großartige Bilder, an denen man vielleicht monatelang gearbeitet hat, einfach nur schnell durchgescrollt. Diesen Akt des Konsums wollte ich durchbrechen und den Lesern und Fotografinnen etwas geben, das sie in den Händen halten und mit dem sie eine Verbindung aufbauen können.“

Auch in Zukunft möchte Melissa mit ihrer Fotografie einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Dieser Wunsch wurde übrigens von ihrer Sony Ausrüstung inspiriert. „Ich bin [zu Sony] gewechselt, nachdem ich mit einigen Freunden gesprochen hatte, darunter der kanadische Fotograf, Filmemacher und Meeresbiologe Paul Nicklen“, erinnert sie sich. „Es war klar, dass Sony die richtige Wahl ist – das Unternehmen ist in Sachen Naturfotografie einfach tonangebend.“

Heute arbeitet sie mit einer Sony Alpha 1 – „einer Kamera, die meiner Meinung nach alles verkörpert, was Sony an der Fotografie verändert hat, und die wahrscheinlich intelligenter ist als ich“, lacht Melissa. „Sie hat so viele Funktionen, auf die ich mich voll und ganz verlasse, allem voran der AF mit Augenerkennung. Früher hat mir die Fokussierung sehr zu schaffen gemacht. Häufig waren die Nase oder die Ohren eines Bären schärfer als die Augen – was mir aber erst auffiel, als ich mir die Bilder bei der Bearbeitung ansah. Das war wirklich frustrierend! Jetzt sind die Augen auf jedem Bild gestochen scharf.“

Die Größe und das Gewicht ihrer Sony Ausrüstung spielen ebenfalls eine große Rolle. „Als Tierfotografin muss ich die Kamera oft lange Zeit bei sehr kalten Bedingungen halten. Da werden meine Arme schnell müde. Die Alpha 1 liegt leichter in der Hand, sogar mit meinem FE 600 mm f/4 GM OSS. Darum ist es nicht schlimm, wenn ich mal keine Zeit habe, ein Stativ aufzustellen.“

Zurück zur nicht ganz so wörtlichen Bedeutung des Wortes „Gewicht“, das Melissa bei der Produktion von „Mother“ zu tragen hat: „Die dritte Ausgabe stellt in mehrfacher Hinsicht eine Veränderung dar. Bei den ersten beiden Magazinen habe ich die Fotografinnen basierend auf meiner Erfahrung und meiner Neugier ausgewählt. Dieses Mal habe ich um Bewerbungen gebeten – und einige echte Überraschungen erlebt. Ich war erstaunt über die Resonanz und versuche immer noch, eine Auswahl zu treffen. Das ist neu für mich und fällt mir alles andere als leicht.“

zwei giraffen schauen in entgegengesetzte richtungen und ein vogel fliegt über sie hinweg © Charly Savely | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/5000s @ f/2.8, ISO 800

Über die Zukunft von „Mother“ sagt Melissa: „Solange das Magazin auf Begeisterung stößt und es Frauen gibt, die ihre Geschichten teilen möchten, werde ich mit dem Magazin weitermachen. Genau wie die Tierfotografie war die Gründung ein Schritt ins Ungewisse. Ich dachte, wir würden nur ein paar wenige Exemplare in Schweden verkaufen, doch es ist weit mehr daraus geworden. Die zweite Ausgabe wurde in 52 Länder versendet!“

„Vor allem aber hat ‚Mother‘ mich gelehrt, wie wichtig es ist, andere um Unterstützung zu bitten. Das schließt Sony und all die Fotografinnen ein, die daran mitgewirkt haben. Früher habe ich vieles allein gestemmt, aber das Gefühl von Stärke, wenn man sich zusammentut, ist einfach Wahnsinn. Die Welt der Fotografie fühlt sich bisweilen sehr konkurrenzlastig an, doch als Gemeinschaft können wir uns gegenseitig beflügeln. Ich hoffe, dass jeder, der ‚Mother‘ unterstützt, auch der Natur helfen kann.“

 

Alle Ausgaben des „Mother“ Magazins finden Sie unter https://www.themotherbear.com/mother.

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