Bildfokus

Kaupo Kikkas | Die Grand Jury

Dieses Foto begann als ein Traum von mir: Ich wollte auf den Straßen laufen, auf denen Ansel Adams einst lief, während er einige seiner Kultbilder fotografierte. Ich wollte diese Ansichten auf meine Art interpretieren. Nach acht Jahren war dieser Traum ein langfristiges Projekt mit dem Namen ‚Ansel‘ geworden, das seinen Höhepunkt in einer Ausstellung meiner Lieblingsbilder fand.

Als sich das Projekt entwickelte, entfernte es sich von meiner ursprünglichen, einfachen Idee: Es wurde viel introspektiver, persönlicher und dunkler. Aber ich bewahrte immer den absoluten Respekt für Natur und Fotografie, als wäre der Geist von Ansel Adams stets bei mir.

Nackter Mann, zwischen Felsen in der Wüste stehend

© Kaupo Kikkas | Sony α7R III + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/400s @ f/11, ISO 640

Dieses spezielle Bild heißt ‚Die Grand Jury‘. Es ist ein Selbstporträt, das ich in New Mexico mit der Sony α7R III und dem FE 24–70 mm f/2.8 GM Objektiv aufgenommen habe. Bei der Zusammenstellung meiner Arbeiten für eine Ausstellung, insbesondere bei Aufnahmen in einer epischen Landschaft wie dieser, ist es immer besonders wichtig, ausreichend Details und Schärfe zu haben, um einen wirklich großen Druck, passend für eine Ausstellung, erstellen zu können. Bei qualitativ hochwertigen Schwarz-Weiß-Bildern ist das sogar noch wichtiger. Die RAW-Datei muss über den gesamten Dynamikumfang und die Details verfügen, die ich beim Bearbeiten des Bildes benötige. Denn es passiert ganz schnell, dass die Qualität des Bildes beim Bearbeiten abnimmt, insbesondere wenn man ein kontrastreiches monochromes Bild bearbeitet. In dieser Hinsicht ist der Sensor der Sony α7R III wirklich ein Kunstwerk. Ich weiß, ich habe alle Details und den Dynamikumfang, um das Bild so zu bearbeiten, wie ich das möchte – ebenso wie Ansel Adams Stunden in der Dunkelkammer mit der Gestaltung seiner Bilder verbrachte.

Sie können dieses Foto auf unterschiedliche Art und Weise betrachten, es enthält eine Reihe an Metaphern oder Mythen. Rein ästhetisch erinnert es mich an Holzschnitte von Albrecht Dürer oder an etwas aus einem Gemälde von Hieronymus Bosch. Für mich ist dieses Bild ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Fotografie eine metaphysische Kunstform sein kann und wir die Bilder auf unterschiedliche Art und Weise sehen und verstehen können. Wir sprechen zu viel über Blenden, Objektive und Bearbeitung, vergessen aber allzu oft die Hauptsache: unsere Vorstellungskraft.

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„Arbeite hart und liebe, was du tust. Der Rest kommt von allein.“

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