Bildfokus

Virgo Haan | Black is Back

Manchmal sind die einfachsten Bilder die wirkungsvollsten. Und Einfachheit ist für Cinemagramme wirklich wichtig. Diese Bilder, die irgendwo zwischen Foto und Video liegen, erfordern sorgfältige Planung und eine präzise Zusammenstellung. Aber sie können den Betrachter erfreuen wie nichts anderes.

Die coolsten Cinemagramme sind die, bei denen man nicht erwartet, dass sich etwas bewegt. Man denkt, es ist ein Foto und plötzlich nimmt das Auge Bewegung wahr. Cinemagramme sind so überraschend und daher perfekt für Werbezwecke geeignet. Viele Firmen arbeiten damit, da sie in einem Newsfeed wirklich hervorstechen. Dieses hier, „Black is Back“, entstand im Rahmen der Villeroy & Boch Bath PhotoArt-Ausstellung. Das Produkt in diesem Cinemagramm war ein Bad in Schwarz-Weiß, was mich in Richtung der fast monotonen Farbgebung führte.

Person mit Hut sitzt in einer Badewanne

© Virgo Haan | Sony α7R III + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/160s @ f/2.8, ISO 320

Ich erstellte das Cinemagramm in meinem Studio, zusammen mit der Make-up-Artistin Janika Slepnjov. Der Körper des Models, Kseniia Satarova, wurde bemalt, so entstand dieser Eindruck mehrerer Schichten. Jedes Objekt sollte ein Kontrast sein, Schwarz gegen Weiß. Sogar der Schatten auf ihrem Nacken ist gemalt, um mehr Kontrast zu erzielen. Ich wollte ihr Gesicht nicht zeigen, denn ich dachte, es würde zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, daher sitzt sie mit dem Rücken zu uns.

Bei der Arbeit am endgültigen Cinemagramm musste ich überlegen, wie die unbewegten und bewegten Elemente in der Software kombiniert werden können. Ich verwendete Adobe After Effects, und hier gab es drei Elemente: Das Foto von Kseniia in der Badewanne und zwei Videoclips. Der eine Clip zeigt, wie sich das schwarze Wasser bewegt, der andere, wie Dampf über ihrem Kopf aufsteigt. Man benötigt hier konstante Bewegung in einer Schleife, aber in einer einfachen Komposition wie dieser hier ist das leicht. Man nimmt den Videoclip, unterteilt ihn und legt dann die erste Hälfte über die zweite Hälfte. Wenn Sie dann die Durchlässigkeit von 0 auf 100 überblenden, sieht es aus, als würde es ewig weiterlaufen.

Die Hauptsache ist, dass alles unbewegt sein muss und dass die Komposition, die Farbe und die Belichtung nicht zwischen den Elementen wechseln. Ich hatte meine Sony α7R III auf einem Stativ aufgebaut und fotografierte im manuellen Belichtungsmodus mit den Einstellungen 1/160 Sek. bei f/2.8 und ISO 320. Wenn ich ein Foto aufgenommen hatte, das mir gefiel, wechselte ich in den Filmmodus der Kamera und filmte das sich bewegende Wasser, sodass alles perfekt aufeinander abgestimmt war. Und natürlich durfte sich Kseniia nicht bewegen. Es ist großartig, mit nur einer Kamera zu arbeiten, mit der man so leicht zwischen hochwertigen Fotografien und Videoaufnahmen wechseln kann.

Ich finde, manchmal macht man komplizierte technische Dinge und bekommt nicht viel Aufmerksamkeit. Und dann macht man etwas Einfaches und Wirkungsvolles und alle sind begeistert. Aus technischer Sicht war das kein wirklich schwieriges Cinemagramm, aber es ist definitiv eines der beeindruckendsten und beliebtesten der Reihe. Es gehört also zu den einfachsten, die ich aufgenommen habe, hatte aber die größte Wirkung.

Sie können das Original-Cinemagramm hier auf der Website von Virgo Haan ansehen.

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„Ich gebe mein Bestes, um Bilder zu schaffen, die größer als der Alltag sind.“

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