Explosion in einer felsigen Landschaft

Critical Minerals – Kritische Mineralien

Davide Monteleone

Während sich die Welt auf erneuerbare Energien umstellt, untersucht das Projekt „Critical Minerals – Geography of Energy“ des Fotografen Davide Monteleone die Auswirkungen dieses Übergangs, die der Verbraucher nicht immer bemerkt. „Ich möchte betonen, dass ich den Umstieg auf erneuerbare Energien voll und ganz unterstütze“, sagt Davide, „aber ich möchte auch genau verstehen, was dieser Wandel bedeutet. Welche Ressourcen brauchen wir, um die entsprechenden Ziele zu erreichen? Welche Folgen haben die neuen Abbauverfahren? Welche Auswirkungen haben sie auf Gemeinden, die Umwelt und die Weltwirtschaft?“

Bulldozer trägt Steine ab © Davide Monteleone | Sony α7R V + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/800s @ f/10, ISO 100

„Critical Minerals“ ist ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem Davide zusammen mit lokalen Geschichtenerzählern und einem Datenvisualisierer Medien erstellt, die Fotografie, Video, Kartierung und Datenvisualisierung kombinieren. Dieser mehrgleisige Ansatz profitiert davon, dass wir das gesamte Wissen der Welt in unseren Händen haben. „Wir leben in einem Abschnitt unserer Geschichte, in dem Informationen fast im Übermaß vorhanden sind, wenn nicht sogar unendlich. Aufmerksamkeit dagegen ist eine knappe Ressource“, sagt Davide. „Unser Projekt möchte ein Thema ansprechen, das größtenteils bereits bekannt ist und über das diskutiert wird, es soll ihm aber andere Ebenen des Verständnisses und des Bewusstseins geben.“ Das Projekt führte Davide an verschiedene Orte auf der ganzen Welt, an denen die Mineralien abgebaut werden, die für erneuerbare Energien benötigt werden. Seine Sony Kameras und Objektive haben ihn begleitetet, um die Geschichten, die er entdeckte, zu dokumentieren.. „Ich habe die Sony α 7R V verwendet, die besonders vielseitig ist. Sie ist eine leichte Kamera und liefert extrem hochwertige Bilder. Die Aufnahmerate von 10 Bildern pro Sekunde war sehr nützlich, um eine Bilderserie von Szenen mit mehreren Personen aufzunehmen. Der Dynamikumfang der Kamera ist außergewöhnlich. Das macht sich in kontrastreichen Szenen bemerkbar, bei denen Details in der Regel in der Nachbearbeitung wiederhergestellt werden können. Ich habe hauptsächlich mit dieser Kamera, zusammen mit der Sony α 7S III, einige Video-Elemente des Projekts gedreht.“

Gruppe von Männern auf Mopeds © Davide Monteleone | Sony α7R V + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/50s @ f/5.6, ISO 800

Viele der Bilder zeigen die Gegenüberstellung zwischen den Bemühungen, auf erneuerbare Energien umzusteigen, und den Auswirkungen auf lokale Gemeinden. „Ich glaube, dass meine Arbeit immer einen pädagogischen Aspekt hat. Sie möchte erklären, was passiert ist, was gerade passiert und was letztendlich in der Zukunft passieren kann, wenn wir nichts unternehmen.“

weiße Felsen, die ins Meer führen © Davide Monteleone | Sony α7R V + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/125s @ f/5.6, ISO 125

Die meisten Bilder machte Davide mit einem Objektiv, das er als „Schweizer Taschenmesser“ bezeichnet: dem Sony FE 24-70mm f/2.8 GM. „Ich habe auch einige Objektive mit Festbrennweite verwendet", verrät er. „Und zwar das FE 35mm f/1.4 GM und das FE 50mm f/1.4 GM – aber selten, meist für etwas Bestimmtes wie ein Porträt. Außerdem habe ich für Videos das Sony FE 70-200mm f/2.8 GM OSS verwendet.“

Gruppe von Menschen steht in einem Bach © Davide Monteleone | Sony α7R V + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/125s @ f/5.6, ISO 400

Die Bilder reichen von Porträts eines erschöpften, staubbedeckten Arbeiters aus der Kobaltmine in Kolwezi in der Demokratischen Republik Kongo bis hin zu Hunderten von Menschen auf Mopeds in Sulawesi, Indonesien, die auf dem Weg sind, Nickel abzubauen. Ein Bild zeigt die Auswirkungen auf die Menschen der Gemeinde. „Wir wollten sehen, wie sich die Kobaltgewinnung auf die Gemeinden auswirkt. Dabei stießen wir auf eine christliche Gemeinde, die auf einem Feld betete. Sie erzählten uns, dass gerade eine Taufe stattfand. Wir meinten: ‚Gut, das könnte interessant sein, auch wenn es nicht direkt mit der geplanten Geschichte zu tun hat.’ Der Ort lag allerdings ziemlich nah an dem Abbaugebiet“, erinnert sich Davide. Man sagte uns: ‚Wir müssen mehrere Kilometer laufen, weil der einzige Ort, an dem wir die Taufe machen können, dieser Flussabschnitt ist'. Sie glauben, dass dieser Fluss weniger verschmutzt ist als andere Gewässer. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich so ist. Wir haben es aber nicht untersucht. Es ist interessant, dass sich die lokale Gemeinschaft der Auswirkungen dieser Arbeiten gar nicht vollständig bewusst ist. Es gibt eine Art naive Ignoranz darüber, was dort passiert.“ So etwas hat Davide immer wieder an verschiedenen Orten erlebt. „Es ist paradox – soziale und wirtschaftliche Bedingungen zwingen die Menschen zum Arbeiten dort. Sie ruinieren im Grunde ihr eigenes Land, um etwas Geld zu verdienen. Aber sie wissen nicht genau, was später daraus entsteht.“

Bergkette in der Dämmerung © Davide Monteleone | Sony α7R V + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/30s @ f/5.0, ISO 400

Das Projekt soll Verständnis dafür schaffen, woher die kritischen Mineralien stammen, und zum Gespräch darüber anregen. „Wenn ich das Projekt manchmal präsentiere, sind die Leute überrascht, wie viel Lithium wir tatsächlich brauchen. Sie wissen nicht, dass die Gewinnung von Lithium oder Kobalt einen solchen Aufwand erfordert. Und das ist der Zweck meiner Arbeit – diese Grauzone von etwas zu klären, das uns als Lösung für den Klimawandel oder die Zukunft vorgeschlagen wird. Ich möchte noch einmal betonen, dass wir die Energiewende brauchen und ich sie absolut unterstütze. Aber wir müssen dabei transparent und ehrlich sein und zeigen, was das genau bedeutet.“

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Davide Monteleone

Davide Monteleone | Italy

„Ich komme aus der Tradition der Dokumentarfotografie, aber ich will Neugier wecken, anstatt nur Informationen zu vermitteln. Die beste Geschichte steckt nicht im Bild, sondern davor und dahinter. Das Bild dient nur als ein emotionales Fenster.“

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