auf einem blatt sitzende fliege

Hilfreiche Tipps: Makrofotografie mit dem FE 70-200mm F/4 Macro G OSS II

Petar Sabol

Finden Sie Ihr Motiv

Ich liebe es, mit dem Sony FE 70-200mm F/4 Macro G OSS II Objektiv Makrofotografien von Insekten anzufertigen, besonders von Schmetterlingen und Faltern. Der Trick dabei ist es, frühmorgens aufzubrechen und die Insekten zu fotografieren, ehe sie erwachen. Ich komme in aller Regel noch vor Sonnenaufgang am Schauplatz an, halte Ausschau nach Stellen, an denen sich die Tiere sonnen, und rüste mich dann für das Morgenlicht. Der Morgen ist die kälteste Tageszeit und damit ideal für Fotos, da sich die Insekten noch im Ruhezustand befinden.

taubedeckter falter sitzt auf einem blattstängel © Petar Sabol | Sony α1 II + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/13s @ f/10, ISO 160

Wählen Sie den Hintergrund

Zuallererst müssen Sie das Insekt finden. Dabei müssen Sie sich vorsichtig annähern, um es nicht zu verscheuchen, denn die meisten Insekten reagieren empfindlich auf Bewegung.

schmetterling auf einer in warmes licht getauchten blüte © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/13s @ f/10, ISO 160

Sobald Sie Ihr Motiv gefunden haben, ist die Wahl des Hintergrunds entscheidend für beeindruckende Ergebnisse. Die kleinste Veränderung des Winkels kann ein völlig anderes Ergebnis hervorbringen.

Ich habe einen weißen Schmetterling auf einer Blüte fotografiert. Bei einer Aufnahme befindet sich das Foto im Schatten und zeigt kühlere Farbnuancen, und bei einer anderen Aufnahme habe ich absichtlich die warme Morgensonne ins Bild gelassen. Sie können jederzeit experimentieren und verschiedene Versionen ein und desselben Motivs einfangen, um gänzlich unterschiedliche Ergebnisse zu erhalten.

schmetterling auf einer in kühles licht getauchten blüte © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/20s @ f/9.0, ISO 200

Wahl des Objektivs

Das FE 70-200mm F/4 Macro G OSS II ist ein Telezoom-Objektiv, das normalerweise nicht für die Makrofotografie verwendet wird. Mit der 0,5-fachen Vergrößerung ist Sony allerdings eine fantastische Bildqualität gelungen, durch die es eher einem Makroobjektiv mit Festbrennweite ähnelt.

motte sitzt am Ende eines Blütenstängels © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/25s @ f/10, ISO 200

Die mit diesem Objektiv geschossenen Bilder sind so scharf, dass ich keinen Unterschied zwischen diesem und anderen Telemakroobjektiven erkennen kann – es kann also durchaus mit einem tatsächlichen Objektiv mit Festbrennweite mithalten. Außerdem entstehen keinerlei chromatische Aberrationen, einfach fantastisch.

Telekonverter

Eine häufig unterschätzte Eigenschaft des Objektivs ist die, dass es mit den 1,4-fach- und 2-fach-Telekonvertern von Sony mit FE-Anschluss verwendet werden kann. Der Sony SEL20TC 2-fach-Telekonverter verwandelt das 70-200 mm F/4 Objektiv in ein Äquivalent des 140-400 mm F/8, aber vor allem erreiche ich damit eine tatsächliche 1:1-Makrovergrößerung.

zwei schmetterlinge auf einer blume © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/25s @ f/8.0, ISO 200

In der Vergangenheit bedeutete die Verwendung eines Telekonverters in aller Regel gewisse Einbußen in der optischen Qualität. Mit dieser Kombination aus Objektiv und Telekonverter gehört eine verschlechterte Bildqualität nun allerdings der Vergangenheit an, und das ist absolut beeindruckend.

Und dann wäre da noch der praktische Vorteil eines größeren Fokusabstands. Zoomt man mit dem 2-fach-Telekonverter auf 200 mm, erhält man effektiv 400 mm, was besonders beim Fotografieren von Insekten von Vorteil ist, da man so nicht zu nahe herangehen muss und die Tiere nicht verscheucht.

Focus Stacking

Diese Technik, verwende ich für Makroaufnahmen, bei denen mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunkten aufgenommen werden. In der anschließenden Nachbearbeitung kombiniere ich diese Bilder zu einem einzigen Bild, auf dem das Motiv von vorne bis hinten gestochen scharf ist. Normalerweise nutze ich das Objektiv mit weit geöffneter Blende von F/8 und einem 2-fach-Telekonverter. Ich brauche keine kleinere Blende, um ein schärferes Bild zu erhalten, da das Objektiv bei voller Blendenöffnung hervorragend funktioniert und ich die beste Bildqualität bei gleichzeitig großartigem Hintergrund-Bokeh erziele.

schmetterling auf pflanzenstängel mit sonne im hintergrund © Petar Sabol | Sony α7R V + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/10s @ f/9.0, ISO 200

Früher musste ich Geräte wie elektronische Schienen, externe Akkus, Fernbedienungen und Kabel verwenden – alles Dinge, die ich mit in den Wald oder an andere Orten nehmen und dort zeitaufwendig aufbauen musste. Dank der neuesten Firmware verfügen viele Sony-Kameras nun aber über ein integrierte Fokusreihen. Also nehme ich jetzt einfach ein Stativ und eine Kamera mit und verwende Fokusreihen zum Fokus Stacking. Das geht viel schneller als früher und macht es viel einfacher, zum Endergebnis zu gelangen.

Wie viele Aufnahmen ich mache, hängt von der Größe des Motivs ab: In der Regel schieße ich im Schnitt etwa 30 bis 60 Fotos zum Focus Stacking, in einigen Fällen werden es aber auch einmal bis zu 120 Fotos. Manchmal verwende ich auch unterschiedliche Einstellungen, um sicherzugehen, dass mir eine Aufnahme ohne jegliche Bewegung gelingt. Man muss den richtigen Zeitpunkt abpassen und hoffen, dass es windstill ist und sich das Insekt während der Aufnahmesequenz nicht bewegt.

Das Objektiv verhält sich im Wesentlichen wie ein spezielles Makroobjektiv und ist gleichzeitig so vielseitig wie ein Telezoom-Objektiv. Das macht es besonders praktisch für Makroaufnahmen im Freien.

schmetterling im flug © Petar Sabol | Sony α1 + FE 70-200mm f/4 Macro G OSS II + 2x Teleconverter | 1/4000s @ f/8.0, ISO 2500

Insekten im Flug

Makroaufnahmen müssen nicht immer ein stillstehendes Motiv zeigen. Als Tierfotograf bin ich es gewohnt, Vögel im Flug zu fotografieren, und mit diesem Objektiv gelingt mir genau das auch bei Insekten. Für eine Fotoserie habe ich mit DMF (Direct Manual Focus) vorab auf eine schwebende Fliege fokussiert. Die Fliege bewegte sich und ich konnte sie im Flug fotografieren. Die Leistung der Sony Alpha 1 half mir bei der Aufnahme. Mit dieser Kamera kann ich schnell fokussieren, selbst wenn ich den 2-fach-Telekonverter verwende und mit 30 Bildern pro Sekunde fotografiere. Sie leistet hervorragende Arbeit.

 

Kurzfassung

  • Vorbereitung
    Brechen Sie vor Sonnenaufgang auf, um schlummernde Insekten zu fotografieren, die nicht wegfliegen.
  • FE 70-200mm F/4 Macro G OSS II
    Liefert die Schärfe eines Objektivs mit Festbrennweite bei 0,5-facher Vergrößerung und ist somit des weltweit erste Telezoom-Objektiv mit den Eigenschaften eines Makroobjektivs mit Festbrennweite.
  • Hintergrund
    Verändern Sie den Winkel geringfügig, um Ihren Hintergrund drastisch zu verwandeln, und experimentieren Sie mit schattigen Bereichen und sonnenbeschienenen Kompositionen.
  • Telekonverter
    Verwenden Sie den Sony SEL20TC 2-fach-Telekonverter, um eine tatsächliche 1:1-Makrovergrößerung zu erreichen und gleichzeitig einen guten Arbeitsabstand zu Ihren Motiven zu wahren.
  • Blende geöffnet lassen
    Fotografieren Sie mit weit geöffneter Blende bei F/8 (mit 2-fach-Telekonverter), um maximale Schärfe und ein weiches Hintergrund-Bokeh zu erzielen, ohne abblenden zu müssen.
  • Fokusreihen
    Machen Sie 30–120 Aufnahmen zum Focus Stacking mit der integrierten Fokusreihen-Funktion von Sony, um vollständig gestochen scharfe Bilder zu erhalten.

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Petar Sabol | Croatia

„Ich versuche immer, Ich versuche immer, noch bessere Fotos zu machen, egal wie viel Zeit und Mühe ich investieren muss, egal, wie viel Zeit und Mühe ich investieren muss.“

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