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    LEKTION 17Schöne Beleuchtung erfassen

    Brennweite: 24 mm (35-mm-Äquivalent), Blendenzahl: 3,2, Verschlusszeit: 1/60 s, Belichtungskorrektur: +1, mit Gitterfilter.

    Wenn Sie die wunderschöne Beleuchtung einer Stadtansicht sehen, möchten Sie das sicher im Bild festhalten. Wir zeigen Ihnen hier, wie Beleuchtung so fotografiert werden kann, dass die mit dem bloßen Auge wahrgenommene Schönheit im Bild wiedergegeben wird. Bei der Aufnahme sollten Sie die Kamera auf den A-Modus einstellen, um die Anpassung der Blende zu ermöglichen. Generell gilt: Wenn Sie die gesamte Szene betonen möchten, verringern Sie die Blende. Wenn Sie eine Beleuchtung oder Dekoration betonen und aus der Nähe aufnehmen möchten, öffnen Sie die Blende so weit wie möglich.

    Fotografieren der gesamten Szene

    Beim Fotografieren von Beleuchtung soll manchmal die gesamte Szene als Stadtansicht aufgenommen werden, und manchmal sind Nahaufnahmen des Motivs gewünscht.

    Aufnahme der gesamten Szene. Brennweite: 24 mm (35-mm-Äquivalent), Blendenzahl: 2,8, Verschlusszeit: 1/60 s

    Nahaufnahme. Brennweite: 50 mm, Blendenzahl: 1,8, Verschlusszeit: 1/80 s

    Grundsätzlich sollten Sie beim Fotografieren der gesamten Szene versuchen, die Belichtungskorrektur, den Weißabgleich und die Kreativmodi ähnlich wie bei Nachtaufnahmen einzustellen. Grundlegende Informationen zu Nachtaufnahmen finden Sie auch unter Dramatische Nachtaufnahmen machen.

    Blendeneinstellung

    Um die Kamera auf die gesamte Szene zu fokussieren, sollten Sie mit einer kleineren Blende arbeiten. Mit einem Blendenwert zwischen f8 und f11 können Sie schöne, auf die gesamte Szene fokussierte Aufnahmen machen. Wenn Sie jedoch kein Stativ haben, hat die Vermeidung von Kameraverwacklungen Priorität. Auch beim Fotografieren der gesamten Szene sollten Sie die Blende so weit wie möglich öffnen.

    Belichtungskorrektur

    Ein grundlegender Tipp für das Fotografieren von Beleuchtung ist die Anpassung der Helligkeit zur Schaffung der Gesamtatmosphäre. Abhängig von der Lichtquelle und den Kameraeinstellungen ermöglicht die Anpassung der Belichtungskorrektur in Richtung „+“ lebendigere Bilder.

    Belichtungskorrektur: 0 (bei Einstellung auf Mehrfeld-Belichtungsmessung).

    Belichtungskorrektur: +1,3 (bei Einstellung auf Mehrfeld-Belichtungsmessung).

    Da aber bei Beleuchtungen größere Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen als bei der Aufnahme von typischen Nachtszenen auftreten, ist der Kontrast möglicherweise höher. Eventuell reicht die Anpassung der Belichtungskorrektur dann nicht aus, um im Bild festzuhalten, was mit dem bloßen Auge zu sehen ist. Versuchen Sie in diesem Fall, den D-Range Optimizer (DRO) anzupassen. Der DRO analysiert das Bild und bestimmt für jeden Bildbereich die optimale Helligkeit. Anders als bei der Belichtungskompensation, bei der die gesamte Bildhelligkeit einheitlich erhöht oder verringert wird, passt diese Funktion die Helligkeit nur in unter- oder überbelichteten Bereichen an. Das ist besonders effektiv, wenn starke Lichtkontraste vorhanden sind.
    Beim Fotografieren von Beleuchtung zeigt sich die Wirkung dieser Funktion auf höheren Stufen (Lv3 bis Lv5). Wenn die Wirkung dieser Korrektur jedoch zu stark ist, können unnatürliche Bilder entstehen, und es kann deutliches Rauschen auftreten. Wählen Sie daher einen optimalen Wert, indem Sie die aufgenommenen Bilder entsprechend kontrollieren.

    DRO: Aus.

    DRO: Lv5.

    Hier wurde der DRO auf Lv5 eingestellt. Wenn der DRO aktiviert ist, werden dunklere Bereiche heller dargestellt, sodass ein Bild entsteht, das eher den mit dem bloßen Auge wahrnehmbaren Eindrücken entspricht. Eine weitere nützliche Funktion ist die HDR-Automatik. Hier werden gleichzeitig drei Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen aufgenommen. Anschließend werden diese Bilder überlagert, um sowohl die hellen als auch die dunklen Bereiche zu erfassen.
    Informationen zur Verwendung des DRO und der HDR-Automatik finden Sie in der Bedienungsanleitung oder im Handbuch.

    Weißabgleich

    Durch die Änderung des Weißabgleichs kann der Ausdruck von Beleuchtungsbildern verändert werden. Mit dem automatischen Weißabgleich entsprechen die Farben nahezu originalgetreu den mit dem bloßen Auge wahrnehmbaren Farben. Sie können aber auch „Tageslicht“ für ein warmes Bild oder „Glühlampe“ für ein kaltes oder ätherisches Bild verwenden.

    Weißabgleich: AWB.

    Weißabgleich: Sonnenlicht.

    Weißabgleich: Glühlampe.

    Kreativmodi

    Wenn die Anpassung der Belichtungskorrektur, des DROs und des Weißabgleichs nicht ausreichen, können Sie auch in „Kreativmodi“ die Anpassung der Sättigung in Richtung „+“ versuchen. Dadurch wirkt die Beleuchtung spektakulärer. Wir empfehlen außerdem, die „Kreativmodi“-Einstellungen anzupassen. Probieren Sie ruhig die zahlreichen „Kreativmodi“-Einstellungen aus.

    Kreativmodi: Standard, keine Sättigungsanpassung.

    Kreativmodi: Standard, Sättigungsanpassung in Richtung +.

    Nahaufnahmen

    Versuchen Sie, beim Fotografieren von Beleuchtung Nahaufnahmen von Dekorationen und kleinen Objekten zu erstellen. Bei Nahaufnahmen nur von der Beleuchtung werden in der Regel die Glühlampen und Drähte zu sehr hervorgehoben. Durch die Fokussierung auf in der Nähe befindliche Dekorationen oder die günstige Positionierung des Hintergrunds können jedoch eindrucksvolle Bilder entstehen.

    (1) Aufnahme auf Augenhöhe

    (2) Aufnahme aus einem anderen Winkel

    Hier eine Aufnahme von Weihnachtsbaumschmuck. Bild (1) wurde mit dem Fokus auf dem Weihnachtsbaumschmuck ohne Änderung des Hintergrunds aufgenommen. Da sich im Hintergrund keine Beleuchtung befindet, wirkt das gesamte Bild dunkel und unausgeglichen. Für Bild (2) wurde der Kamerawinkel so gewählt, dass sich im Hintergrund ein anderer Baum befindet. Dieses Bild wirkt ausgeglichener als Bild (1) und drückt die wunderschöne Umgebung sehr gut aus. Um den Hintergrund so weit wie möglich zu defokussieren, wurde die Blende vollständig geöffnet. Da das Bild mit automatischer Belichtung jedoch dunkel wirkte, wurde die Belichtungskorrektur in Richtung „+“ angepasst. Das Bild rechts oben ist ein gutes Alternativbild, dessen Komposition aus einem kleinen Primärmotiv im Fokus und der Beleuchtung selbst als Sekundärmotiv besteht.

    Defokussierung der Beleuchtung im Vordergrund. Brennweite: 70 mm (35-mm-Äquivalent), Blendenzahl: 2,8, Verschlusszeit: 1/100 s

    Beleuchtung im Vordergrund kann genauso wie Beleuchtung im Hintergrund defokussiert werden. Durch große runde Unschärfen der Beleuchtung kann ein Bild geradezu magisch wirken. Die Größe und Anzahl der runden Unschärfen kann abhängig von der Beleuchtung, vom Abstand zur Lichtquelle und vom Kamerawinkel stark variieren. Um ein optimal ausgeglichenes Bild zu erzielen, können Sie versuchen, mehrere Aufnahmen zu machen, während Sie sich bewegen. Wenn die Fokussierung auf das Motiv im Hintergrund schwierig ist, können Sie den manuellen Fokus verwenden.

    (1) Brennweite: 130 mm; Blendenzahl: 5,6, Verschlusszeit: 1/200 s

    (2) Brennweite: 91 mm, Blendenzahl: 5,6, Verschlusszeit: 1/125 s, mit Gitterfilter.

    Für Bild (1) wurde der manuelle Fokus verwendet, um den Fokus anzupassen und alles unscharf erscheinen zu lassen. So kann ein interessantes Bild aufgenommen werden, wenn es sich beim Motiv lediglich um Beleuchtung handelt.
    Je nach Anwendung können Sie auch einen handelsüblichen Gitterfilter verwenden, um ein brillantes Bild zu schaffen, wie in Bild (2) gezeigt.

    Verwenden eines Objektivs mit fester Brennweite

    Mit einem Objektiv mit fester Brennweite können eindrucksvolle Aufnahmen mit noch stärker defokussiertem Hintergrund geschaffen werden, was beim Fotografieren von Beleuchtung sinnvoll ist. Objektive mit fester Brennweite erfassen mehr Licht als Zoomobjektive und erzeugen weniger Unschärfe, was einfachere Aufnahmen auch in dunklen Bereichen ermöglicht.

    Brennweite: 55 mm/F-Zahl: 2.2/Verschlusszeit: 1/15 s

    SEL55F18Z

    Dieses Standardobjektiv mit 55 mm Festbrennweite und einer max. F1.8-Blendenöffnung liefert Kontraste und Auflösung in bester ZEISS® Sonnar® Qualität – ideal für E-Mount-Vollformatkameras. Es kann schöne Bokehs erzeugen, um ein Motiv bei Bedarf hervorzuheben. Dank der lichtstarken max. Blendenöffnung überzeugen selbst handgeführte Aufnahmen bei schwachem Licht durch präzise Schärfe und Klarheit.

    Blendenzahl: 1,8, Verschlusszeit: 1/80 s

    Dieses mittlere Teleobjektiv mit 75 mm Brennweite (35-mm-Äquivalent) eignet sich ideal für die Porträtfotografie. Die lichtstarke Blende f1,8 und das neue Optiksystem ermöglichen wunderschöne Bilder mit Unschärfe. In Kombination mit einer optischen Bildstabilisierungsfunktion zeigt dieses Objektiv beim Fotografieren ohne Stativ selbst bei dunklerer Umgebung seine Stärken. Zusätzlich ermöglichen der integrierte Motor und die interne Fokussierung eine leichtgängige und leise AF-Funktion. Das ist ideal für Videoaufnahmen. Das Objektivaußengehäuse aus Aluminiumlegierung sorgt für ein hochwertiges Erscheinungsbild.