Wir haben das Privileg, Teil dieser atemberaubenden Welt zu sein, und es ist unsere Verantwortung, dies für weitere Generationen zu bewahren."
Sasan Amir ist Natur- und Wildlife-Fotograf, Raubkatzenliebhaber und Student für Umweltschutz, der sich auf das wilde Leben an abgelegenen Orten spezialisiert hat, und sein Augenmerk hauptsächlich auf Großkatzen wie Leoparden, Jaguare, Löwen und Geparden legt. Seine frühe Neugier auf Kameras wurde schnell zur Leidenschaft und letztendlich zu seiner Berufung. Ein großer Teil seines Lebens besteht darin, die Welt zu bereisen und dabei faszinierende Momente von Wildtieren einzufangen, um auf deren Lebensbedingungen aufmerksam zu machen.
„Menschen und Tiere müssen wieder lernen, im Einklang miteinander zu leben“
Viele Tiere sind vom Aussterben bedroht und brauchen dringend Unterstützung. Mit seinen Kunstwerken möchte er das Bewusstsein für dieses Thema schärfen.
Sasan teilt mit uns seine Erfahrungen auf seiner Reise durch Südamerika, spricht über die Wahl seiner Ausrüstung und gibt Profi-Tipps für die Wildlife-Fotografie.
Wie kam es zu deiner Leidenschaft, Wildtiere zu fotografieren?
Die Natur und auch die Fotografie begeistern mich schon immer. Als Kind verbrachte ich viel Zeit im angrenzenden Wald meines Elternhauses. Inspiriert von der Natur, entschied ich mich Umweltschutz zu studieren und so kamen mit der Zeit beide Interessen zusammen. Ich setzte den Fokus immer mehr auf Wildlife, denn die Natur bietet uns so viele wunderschöne Momente an. Diese mit der Kamera festzuhalten ist für mich pure Freude.
Hattest du denn noch nie Angst, wenn wilde Tiere in deiner Nähe waren? Gab es auch mal einen Schockmoment? Was war der schönste Moment, den du erlebt hast?
Schockmomente gab es definitiv schon. Ich erinnere mich da besonders an eine Erfahrung in Indien zurück. Wir waren auf der Suche nach Großkatzen und wanderten durch hohes Gras. Plötzlich stand eine aufgestellte Kobra direkt vor mir – in einer beeindruckenden Größe. Im Hintergrund verliefen lange Luftwurzeln von oben nach unten und sie hatte sich dazwischen sehr gut getarnt, sodass ich sie erst auf sehr kurzer Distanz erkennen konnte. Ansonsten gab es ehrlich gesagt keine Momente, die mit Angst per se verbunden waren, aber Überraschungen und kleine Schrecken kommen immer wieder vor. Auch bei meinem aktuellen Trip nach Südamerika mussten wir einen kleinen Fluss überqueren und ein Zitteraal ist uns nähergekommen, als es uns recht war. Aber mit ruhigem Verhalten und Geduld ist in der Regel geholfen, da wie wir Menschen, keines dieser Tiere an einem Konflikt interessiert ist.
Welche Ausrüstung empfiehlst du für die Fotografie von Wildtieren?
Definitiv eine Serie mit sehr schnellem Autofokussystem – wie die Alpha 1. Kombiniert mit dem FE 70–200 mm f/2,8 GM OSS II und dem 200–600 mm Super-Telezoom-Objektiv ist das Setup durch die Zoom-Objektive sehr vielseitig und geradezu ideal für Wildlife-Fotographie. Einen sehr besonderen Look gibt es mit den Festbrennweiten FE 400 mm f/2,8 GM OSS und FE 600 mm f/4 GM OSS. Dieses Setup in der Zusammenstellung ist definitiv ein sehr mächtiges Werkzeug und mein absoluter Favorit – verbunden mit schnellen Speicherkarten, um längere Bildserien schnell speichern zu können. Wer etwas günstiger fahren will, kann auch easy mit einer Kombination aus Sony Alpha 7 III oder Alpha 7 IV und dem FE 70–200 mm f/4 G OSS oder dem FE 200–600 mm f/5,6–6,3 G OSS grandiose Bilder schießen.
Ein bequemer Rucksack für alle wertvollen Schätze, welcher sich perfekt, durch ein Modulares System, an die eigenen Ansprüche anpassen lässt, ist ebenfalls wichtig. Ich persönlich nutze den f-stop Sukha, bei dem auf meinem aktuellen Trip, die Sony Alpha 1, die Sony Alpha7 IV, sowie die
Objektive FE 14 mm f/1.8 GM, FE 35 mm f/1,8, FE 70–200 mm f/2.8 GM OSS II und FE 200–600 mm f/5,6–6,3 G OSS, Platz finden. Ein solides und bestenfalls leichtes Stativ komplementiert das perfekte Equipment.
© Sasan Amir | Sony α1 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS II + 1.4x teleconverter | 1/1600s @ f/4.0, ISO 280
Was macht die Alpha 1 in Kombination mit dem FE 70–200 mm f/2,8 GM OSS II so besonders für dich?
Das G Master Telezoom-Objektiv mit gerade einmal knapp 1kg ist sehr leicht und bietet mit der Möglichkeit eines 2.0 Konverters eine Reichweite von 140-400 bei einer Blende von 5.6. Das neue Autofokussystem ist blitzschnell und auch schon bei Offenblende sitzt die Schärfe über das gesamte Bild. Gerade mit der Sony Alpha 1 in Kombination kann das jeweilige Potential voll ausgeschöpft werden. Die Möglichkeit von 30 FPS ist ein großer Schritt für Wildlife-Fotografen. Oft dauern diese besonderen Momente in der Natur nur einen Bruchteil einer Sekunde an – und diese Kombination ist in der Lage sie blitzschnell mehrfach einzufangen. Einfach beeindruckend!
Auf welche Funktionen / Technik kannst du absolut in der Wildnis nicht verzichten?
Der einzigartige Autofokus (AF) mit Augenerkennung in Echtzeit für Tiere ist ein absolutes Muss für mich. Die Möglichkeit einen Kolibri im Flug zu erwischen, so dass der Fokus perfekt auf dem Auge liegt, ist eine Meisterleistung der Technik. Das stellt für mich eine enorme Erleichterung dar, die ich nicht mehr missen möchte!
© Sasan Amir | Sony α1 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS II + 1.4x teleconverter | 1/2000s @ f/3.2, ISO 1000
Fünf Profi-Tipps für Wildlife-Fotografie
Es langsam angehen und mit einfachen Tieren anfangen. Das können Vögel im Garten oder Eidechsen auf Steinen in einem Park in der Nähe sein. Dann Schritt für Schritt schwieriger zu erreichende Tiere ablichten. Es ist auch sehr wichtig, ein Gefühl für die Arbeit mit langen Brennweiten zu bekommen. Gerade wenn es darum geht, sich schnell bewegende Tiere zu verfolgen. Auch wenn bei schnell fliegenden Vögeln oftmals eine Verschlusszeit von 1/3200S und höher zum Einsatz kommt, nutze ich bei sitzenden Vögeln in Kombination mit einem Stativ auch manchmal eine Verschlusszeit von gerade einmal 1/60s bei 600mm. Probiere also verschiedene Einstellungen aus – je nach Situation und Umgebung.
Sei dir bewusst, dass es nicht immer auf Anhieb funktioniert. Es sind schließlich wilde Tiere, die sich nicht immer zeigen. Wenn wir das Glück haben, sie zu sehen, dann oftmals auch nur für einen kurzen Augenblick. Daher ist Geduld extrem wichtig. Versuche das ganze entspannt anzugehen. Schlimmstenfalls hattest du einen entspannten Tag in der Natur – also Druck rausnehmen.
Es braucht eine gewisse Vorbereitung. Wenn ich beispielsweise einen Milan im Flug fotografieren möchte, ist alles vorbereitet, um direkt loszulegen. Die Kamera ist an – Fokuseinstellung, Verschlusszeit, ISO & Blende sind eingestellt. Das bedeutet, dass sobald sich das Tier zeigt, es direkt losgehen kann. So sparst du wertvolle Zeit.
Tarnung ist das A und O. Je besser wir getarnt sind, desto weniger stören wir. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass es oft dazu kommt, dass wir an die Tiere, ohne sie zu stören, näher herankommen.
Respektiere die Natur. Falls du beispielweise den Brutplatz eines Tieres findest, halte Distanz zwischen den Tieren und dir. Auch wenn es verlockend ist, sich dem Nest zu nähern – für die Elterntiere ist es immer mit sehr viel Stress verbunden. Wir dürfen die Natur erleben und genießen – mit Respekt.
Sasan Amir on Instagram:
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