kleiner gelber unterwasserroboter unter wasser

Unter der Oberfläche

Alexis Rosenfeld

Ein Besucher aus einer anderen Galaxie, der die Erde vom Weltraum aus betrachtet, könnte sie durchaus für einen Wasserplaneten halten. Angesichts der Tatsache, dass 71 Prozent der Oberfläche mit Wasser bedeckt sind, wäre die Frage, wo das intelligente Leben auf unserem blauen Planeten wohl eher zu Hause ist, tatsächlich berechtigt.

Informationsgewinnung und Wissensvermittlung stehen im Fokus der Arbeit von Alexis Rosenfeld. Als Leiter der One Ocean Foundation, einem von der UNESCO unterstützten Forschungsprojekt, wollen Alexis und seine Kollegen die Ozeane erforschen, dokumentieren und wissenschaftliche Missionen unterstützen – mit dem übergeordneten Ziel, dass wir ein besseres Verständnis für sie entwickeln und stärker schützen. Und mit „wir“ meint er jeden einzelnen von uns, denn unsere Meere sind etwas, auf das wir alle angewiesen sind und für das wir gemeinsam Verantwortung tragen.

mann prüft ein kabel, bevor er es an einem kleinen unterwasserroboter anbringt Sony α1 + FE 12-24mm f/2.8 GM | 1/100s @ f/11, ISO 100

„Das Projekt wurde One Ocean getauft, weil wir im wahrsten Sinne des Wortes nur einen Ozean haben: einen, den wir alle teilen und von dem wir alle abhängig sind“, erklärt Alexis. „Das Wasser vereint die ganze Welt. Das Mittelmeer fließt in den Atlantik, der Atlantik in den Pazifik, der Pazifik wird zum Philippinischen und Südchinesischen Meer, und von dort fließt der Indische Ozean zurück in den Atlantik. Nur unsere Meere sind auf diese Weise miteinander verbunden – und das verdeutlicht sowohl das Beste als auch das Schlechteste, was unsere Welt auszeichnet.“

„Aktivitäten oder Störungen an einem Ort haben Konsequenzen an einem anderen. Das sehen wir heute in Form von Verschmutzungen, Lebensraumverlust und Artensterben. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, über die Gesundheit und die Bedeutung unserer Ozeane aufzuklären. Während die Welt und ihre Vernetzung von weit oben gut zu erkennen sind, können wir uns nur schwer ein Bild davon machen, was wirklich mit unseren Gewässern geschieht. Die Meere und Seen schillern und glitzern, verbergen dabei aber die Wahrheit darüber, wie stark man sie eigentlich vernachlässigt. Um diese Wahrheit ans Licht zu bringen, haben wir jetzt ein neues Mitglied im Team: Lily. Und wir hoffen, dass sie uns tatkräftig unterstützen wird“, meint Alexis lächelnd.

kleiner gelber unterwasserroboter unter wasser © Alexis Rosenfeld | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/60s @ f/8.0, ISO 1250

Lily ist ein Unterwasserroboter, von dem Alexis hofft, dass er seine Möglichkeiten erheblich erweitern und die Qualität seiner Arbeit unter Wasser verbessern wird, damit schlussendlich das übergeordnete Projektziel der Erforschung und Wissensvermittlung realisiert wird. „Ich habe Lily zusammen mit Antoine Drancey, dem Chef von Black Whale Pictures, und mit finanzieller und technischer Unterstützung von Sony Europe entwickelt“, erklärt er. „Antoine ist der Pilot, ich bin der Fotograf, und Lily ist unser neues Paar Augen unter der Meeresoberfläche. Sie ist für Tiefen von bis zu 1.000 Metern ausgelegt, kann sich mit fünf Knoten fortbewegen und ist über Glasfaserkabel mit einer Außenstation verbunden, sodass wir alles so sehen können, als wären wir vor Ort.“

„Authentische Fotos und Videos sind bei einem Projekt wie diesem sehr wichtig, denn wir entdecken da unten ständig neue Geschichten – Geschichten, die aufgedeckt und weitergegeben werden müssen. Lily verfügt über neu entwickelte LED-Leuchten, die in der Tiefe unverzichtbar sind. Das Beste ist jedoch, dass sie für eine Sony Alpha 1 Kamera und einen Atomos Recorder konzipiert wurde. Dadurch lassen sich RAW-Fotos und 4K- oder 8K-Videos in erstaunlich hoher Qualität aufnehmen. Und da die Alpha Kameras von Sony ein einheitliches Design haben, können wir bei schlechten Lichtverhältnissen für Videoaufnahmen sogar eine Alpha 7S III einsetzen.“

Dank des Designs und der Steuerung von Lily kann Alexis aus der Ferne alle möglichen Änderungen an Belichtung, Schärfe und sogar den Zoom-Einstellungen vornehmen – mit sofortiger Umsetzung. „Ein weiterer großer Vorteil ist die 18-stündige Akkulaufzeit.“

gruppe silberner fische in einem blauen meer © Alexis Rosenfeld | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/160s @ f/10, ISO 1250

„Ähnlich wie die Gesundheit unseres Planeten ist Zeit kein Luxus, den Unterwasserfotografen normalerweise haben“, erklärt Alexis. „Doch Lily schenkt uns etwas, das sonst Fotografen an Land vorbehalten ist. Wenn ein Tierfotograf in einem Wald oder auf einer Wiese fotografiert, kann er stunden- oder sogar tagelang am jeweiligen Ort bleiben – solange er eine warme Jacke und genug zu essen dabei hat. Im Wasser hingegen sind unsere Möglichkeiten deutlich begrenzter. Natürlich warten wir so lange wie möglich, doch irgendwann müssen wir zurück an die Oberfläche – und wenn man auftaucht, verpasst man vielleicht etwas Interessantes um nur wenige Minuten. Mit Lily können wir uns verstecken, abwarten, beobachten und Motive so lange im Blick behalten, wie es nötig ist. Und das nicht nur in der Tiefsee, sondern auch in geringeren Tiefen wie 20 oder 40 Metern.“

Die neuen Möglichkeiten haben Alexis das Tor zu riesigen Gebieten im Meer geöffnet: „Natürlich bedeutet das auch, dass wir nun an kältere, tiefere und noch heißere Orte wie tiefe Vulkane und Thermalschlote gehen können, die einzigartige Ökosysteme aufweisen.“

gruppe violetter und gelber korallen © Alexis Rosenfeld | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/80s @ f/7.1, ISO 1250

Leider ist vieles von dem, was Lily vor die Linse bekommt, trotz all der Schönheit, die der Entdeckung innewohnt, eher beunruhigend. „Wir können zwar noch nicht viel über die Arten verraten, die wir gefilmt haben, doch eine davon war die Rote Gorgonie im Mittelmeer“, fährt Alexis fort. Dort stellt das Korallensterben aufgrund der Erwärmung und der Veränderung des Meeres ein großes Problem dar. Die wunderschöne Art lebt in Oberflächennähe in einer Tiefe von bis zu 200 Metern und bildet einen wichtigen Teil des Ökosystems – sowohl als Nahrung als auch als Zufluchtsort für andere Tiere.“

„Und dann ist da noch der Plastikmüll“, sagt er düster. „Er ist ein Großteil dessen, was wir mit One Ocean und Lily beobachten. Das Problem ist allen bekannt, doch wir werden zeigen, dass es noch viel beängstigender ist, als die Leute denken. Um auf den Gedanken des Unter-die-Oberfläche-Schauens zurückzukommen: Plastik ist ein erschreckendes Beispiel für das, was wir bei unserer Arbeit sehen. Wir wissen, dass nur ein oder zwei Prozent der Plastikabfälle an der Küste und an der Meeresoberfläche sichtbar sind, während 98 Prozent auf dem Meeresgrund landen ... wo sie noch mehr Schaden anrichten und viel schwieriger zu entfernen sind. Dank Lily kennen wir jetzt die tiefen Stellen auf rund 1.000 Metern: Leider gleichen sie riesigen Plastikfriedhöfen.“

fischschwarm vor einem korallenbett © Alexis Rosenfeld | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/100s @ f/10, ISO 1250

„An diesen Orten finden wir Plastik von 1970 und sogar noch früher. Es ist der Müll, der auf der Straße oder in Flüssen landet, die ihn schlussendlich ins Meer leiten. Mit Lilys Aufnahmen wollen wir zeigen, dass Plastik nicht abbaubar ist und nicht verschwindet, auch wenn es aus den Augen – und damit für viele Menschen aus dem Sinn – ist. Stattdessen wird es immer gefährlicher, da es sich in Mikro- und Nanoplastik auflöst. Dieses gelangt in die Nahrungskette und tötet nicht nur Meereslebewesen. Ihr erinnert euch an den ‚einen Ozean‘, der uns alle verbindet? Das Plastik landet also auch in unserer eigenen Nahrung.“

„Lily ist das neueste Mitglied unseres Teams, und mit der Sony Alpha 1 und der Alpha 7S III an Bord wird sie unseren Blick auf den Ozean stetig erweitern“, sagt Alexis abschließend. „Dabei stehen wir noch ganz am Anfang. Das Beste hat uns Lily noch gar nicht gezeigt. Mit der Zeit werden wir Dinge entdecken, die wir noch nie gesehen haben – sowohl gute als auch schlechte.“

kleiner gelber unterwasserroboter knapp unter der meeresoberfläche © Alexis Rosenfeld | Sony α1 + FE 16-35mm f/2.8 GM | 1/250s @ f/6.3, ISO 200

„Wir haben viele Möglichkeiten und Ideen, wohin wir gehen, wonach wir suchen und wie wir die Botschaft über unsere Ozeane verbreiten können. Es ist noch nicht zu spät, das Ruder herumzureißen – und wir sind dankbar, dass Sony uns dabei unterstützt.“

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Alexis Rosenfeld

Alexis Rosenfeld | France

Unter der Oberfläche liegt noch eine andere Welt: mein Universum, in dem alles wie in einem atemberaubenden Märchen aussieht.

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