deckblatt mother magazin

MOTHER Magazin

Melissa Schäfer

Ihre Erfahrungen als Tierfotografin gaben für Melissa Schäfer den Ausschlag, das Magazin „Mother“ ins Leben zu rufen. „In meinen Augen wird die Arbeit vieler Fotografinnen und Fotografen nicht genug gewürdigt. Und auch ich bin daran nicht ganz unschuldig“, sagt Melissa. „Wir scrollen durch Instagram und zollen den Menschen nicht genug Anerkennung. Wir lassen fantastische Bilder an uns vorbeiziehen und lesen nicht einmal die Bildunterschriften. All die harte Arbeit und die Geschichten hinter den Bildern – all die Liebe, Leidenschaft und Mühe, die in diesen Bildern stecken – daran wird einfach vorbeigescrollt!“

pony läuft durch eine karge landschaft © Anna-Clara Neuner | Sony α7 III + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/2500s @ f/2.8, ISO 500

Aus dem Wunsch heraus, diese fantastischen Geschichten und Bilder zu teilen, begann Melissa mit der Arbeit am „Mother“ Magazin. Das Magazin dreht sich um Mutter Erde aus weiblicher Perspektive. So finden sich in der ersten Ausgabe Fotos und Geschichten von 14 beeindruckenden Fotografinnen sowie ein Vorwort von Fotopionierin und Sony Artisan Cristina Mittermeier.

selbstporträt von melissa schäfer in einer fensterscheibe © Melissa Schäfer | Sony α1 + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/640s @ f/5.6, ISO 200

Auch andere Sony Nutzerinnen wie Anna-Clara Neuner, Lisalove Bäckman, Lisa Sihlberg, Merche Llobera und Molly Ferrill zählen zu den fantastischen Fotografinnen im Magazin. Als Tierfotografin steuerte Melissa auch eine Auswahl eigener Bilder zum Magazin bei. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Arktis, vor allem auf die Notlage der Eisbären und das fragile Ökosystem, in dem diese leben.

„Ich laufe nicht dem perfekten Bild hinterher“, meint Melissa. „Ein gesunder Bär ist alles, was ich sehen möchte. Manche Menschen reisen in die Arktis, um den Klimawandel zu dokumentieren. Solche Aufnahmen möchte ich nicht machen. Wenn ich darauf stoße, halte ich die Misere natürlich fest, aber glücklicher bin ich, wenn ich einer gesunden, wohlgenährten Bärin begegne, die zusammen mit ihren Jungen auf die Jagd geht. Und wenn ich weiß, das Eis ist stabil und sie leben in einer wunderschönen Landschaft voller Gletscher. Mir bricht es das Herz, mir vorzustellen, es gäbe kein Eis und ich sehe einen sterbenden Bär oder, noch schlimmer, gar keine Bären mehr. Dann weiß ich, dass ich nichts mehr tun kann. Dann ist es zu spät. Meine Traumbilder zeigen also gesunde Bären, und dann fotografiere ich alles, was sie mir bieten.“

eisbär vor einem pinkfarbenen himmel © Melissa Schäfer | Sony α1 + FE 600mm f/4 GM OSS | 1/1000s @ f/4.0, ISO 250

Ein Element, das laut Melissa ihre Bilder ausmacht, ist es, den Charakter der Tiere selbst zu zeigen, und dafür spielen die Augen jedes Lebewesens eine wichtige Rolle. „Der AF mit Augenerkennung der Alpha 1 hat mein Leben verändert“, verrät Melissa. „Mit meiner früheren DSLR-Kamera dachte ich immer, ich hätte das Auge des Eisbären perfekt scharf eingefangen. Später am Computer musste ich dann aber oft feststellen, dass stattdessen auf das Ohr oder ein Fellbüschel fokussiert wurde. Jetzt mit der Alpha 1 ist jedes Mal das Auge im Fokus, und das macht die Arbeit um vieles leichtes, besonders in der Arktis, wenn meine Finger eiskalt sind oder ich mit Handschuhen fotografiere.“

porträt eines eisbären vor einem pinkfarbenen himmel © Melissa Schäfer | Sony α1 + FE 600mm f/4 GM OSS | 1/1000s @ f/4.0, ISO 250

Bevor das Projekt losging, gab es einige Hindernisse zu überwinden. „Ich hatte zum ersten Mal Adobe InDesign geöffnet“, erzählt Melissa. „Eines Tages saß ich einfach da und dachte mir: ‚Was habe ich zu verlieren?‘ Also schrieb ich Fotografinnen an, denen ich folge und die mich inspirieren, und erklärte ihnen, was ich vorhabe. Ich fragte sie einfach, ob sie mitmachen möchten. Ich wollte anderen Frauen eine Plattform geben und dachte, um ehrlich zu sein, mir würde niemand antworten. Aber alle antworteten mir: ‚Das klingt toll. Wir sind dabei!‘“

porträt einer frau hinter blumen und regentropfen © Lisalove Bäckman

Das Magazin ist ein Schmelztiegel kreativer Fotos und Texte rund um das zentrale Thema „Mutter Erde“. Es enthält viel mehr als nur Fotos mit einer zugehörigen Erklärung. „Ich wollte die Gefühle der Fotografinnen zeigen – ihre Motivation und ihre Leidenschaft. Ich wollte ihre Geschichten hören“, erklärt Melissa. „Beim Thema Naturfotografie kommen uns zuerst Fotografen wie ich in den Sinn, die Eisbären fotografieren. Ich glaube, manchmal vergessen wir einfach, dass es unzählige Wege gibt, wie wir mit der Natur verbunden sein können. So können zum Beispiel auch Porträts von der Natur inspiriert sein. Also wollte ich auch das zeigen und eine bunte Mischung unterschiedlicher Arten der Fotografie von unterschiedlichen Fotografinnen zusammenstellen.“

gruppe von löwenjungen in einer reihe © Merche Llobera | Sony α7R III + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/2500s @ f/9.0, ISO 2500
löwenmutter beim kuscheln mit ihren jungen © Merche Llobera | Sony α7R III + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/1000s @ f/13, ISO 2500

„Ich gab den Fotografinnen nicht vor, wie sie schreiben sollen. Ich sagte ihnen lediglich: ‚Ich möchte Ihre Stimme hören.‘ Und wenn ich jetzt die erste Ausgabe des Magazins durchblättere, denke ich einfach nur: ‚Wow!‘ Jeder Beitrag ist grundverschieden. Von Gedichten bis hin zu Porträts und Tieraufnahmen – alles fügt sich ganz natürlich zusammen.“

Es wäre ein Leichtes gewesen, das Magazin als Online-Website oder PDF zu erstellen, als frühere Fotobuchproduzentin wollte Melissa „Mother“ aber lieber als etwas Greifbares herausgeben, das der Leser in die Hand nehmen kann.

aufgeschlagenes mother magazin auf einem beistelltisch

„Wenn man das Material zu Hause durchsieht, weckt das Gefühle. Selbst jetzt, während ich die ersten Korrekturabzüge lese, wirken die Worte und Texte völlig anders als auf meinem Bildschirm. Allein durch das Gefühl, das Magazin in den Händen zu halten, nehmen wir uns wirklich Zeit dafür. Es ist ganz anders, als in Sekundenschnelle durch Bilder zu scrollen und sie gleich wieder zu vergessen. Es ist viel gegenwärtiger. Und genau deshalb sprechen wir auch darüber.“

Das „Mother“ Magazin ist Teil des umfassenderen Projekts „The Mother Bear“ von Melissa und ihrem Partner Fredrik Granath. Die Fotos, die das Paar in der Arktis geschossen hat, sollen uns vor Augen führen, wie fragil unser Planet ist und dass wir alle zu seinem Schutz beitragen müssen.

melissa und fredrik umarmen sich auf einem boot © Anna-Clara Neuner | Sony α7 IV + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/1000s @ f/4.5, ISO 2500

„Wir erzählen die Geschichte der Arktis – mehr oder weniger durch die Augen des Eisbären“, erklärt Fredrik. „Wir geben dem Eisbären eine Stimme, denn er hat eine Geschichte über uns alle zu erzählen. Wenn wir uns anschauen, was mit dem Eisbären geschieht, sehen wir auch unsere Zukunft. Wir und die meisten anderen Tier- und Naturfotografen versuchen, allen Menschen klar zu machen, dass dieser Planet unser Zuhause ist. Wenn wir zu Hause Kaffee verschütten, wischen wir ihn auf. Wenn unser Haus brennt, versuchen wir, das Feuer zu löschen. Dieser Planet ist unser Zuhause – und er ist ziemlich verschmutzt und brennt lichterloh.“

Mit dem „Mother“ Magazin und den Geschichten der Fotografinnen über die Natur auf unserem Planeten hofft Melissa, Menschen zu erreichen, die sich bislang vielleicht noch nicht für Probleme wie den Klimawandel interessiert haben.

dunstiger sonnenaufgang auf spitzbergen © Anna-Clara Neuner | Sony α7 II + FE 24-240mm f/3.5-6.3 OSS | 1/160s @ f/4.0, ISO 100
karge winterlandschaft auf spitzbergen © Anna-Clara Neuner | Sony α7 IV + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/400s @ f/9.0, ISO 200

„Ich habe das Magazin einer Freundin gezeigt, die sich nicht sonderlich für die Natur interessiert. Sie ist auch keine Fotografin, aber sie hat sich das Magazin angeschaut, die Artikel gelesen und plötzlich stellte sie Fragen und zeigte Interesse an Umweltbelangen. Das verdeutlicht, dass man Menschen aus verschiedenen Winkeln erreichen und zum Nachdenken anregen kann.“

robbe unter wasser, die in die kamera blickt © Merche Llobera | Sony α7 III + FE 16-35mm f/4 ZA OSS | 1/250s @ f/8.0, ISO 500

Melissa und Fredrik fotografieren beide mit Sony Kameras, bei der Herausgabe des „Mother“ Magazins erhielten sie von Sony Europe jedoch mehr als nur fotografische Unterstützung.

„Wir haben das Gefühl, Sony ist für uns da, egal was wir brauchen“, sagt Fredrik. „Dazu zählt natürlich der technische Support, sie helfen uns aber auch, unsere Botschaft zu verbreiten und eine neue Zielgruppe zu erreichen. Wir haben mit Sony gesprochen, berichtet, was wir tun und warum und wie wichtig der Kampf für eine nachhaltige Zukunft ist – sie sind wunderbare Partner. Ich glaube, sie lernen auch von uns, und wenn wir uns zusammenschließen, können wir wirklich etwas bewegen!“

„Wir liegen einfach auf einer Wellenlänge“, ergänzt Melissa. „Wir teilen dieselben Interessen, und natürlich haben wir Spaß bei der Arbeit. Das Wichtigste aber ist: Wir tun es für die richtige Sache.“

Die erste Ausgabe des „Mother“ Magazins können Sie unter www.themotherbear.com bestellen. Außerdem finden Sie hier die Online-Version.

 

Bild oben © Rita Kluge

 

gruppe von löwenjungen in einer reihe
Am Internationalen Frauentag feiern wir die Tierfotografinnen

Seien Sie am 8. März 2023 bei unserem Webinar dabei, bei dem Fotografinnen über ihre Erfahrungen bei der Arbeit in der Wildnis berichten. Dort erfahren Sie, was Melissa Schäfer, Julia Astok, Lianna Nixon, Merche Llobera und Molly Ferrill erlebt und wie sich die talentierten Frauen aus dem Metier der Tierfotografie für ein spannendes Projekt zusammengeschlossen haben.

Bei dieser Diskussion erhalten Sie einen Einblick in Geschlechtergleichstellung in der Community der Tierfotografen und die Gelegenheit, sich die inspirierenden Geschichten der Podiumsgäste anzuhören.​

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