Aufgerissen durch die langsam auseinander driftenden tektonischen Platten Afrikas, erstreckt sich vom Norden Kenias bis in den Süden der majestätische Große Afrikanische Grabenbruch. Das Klima ist von häufigen Dürren geprägt, doch in der unwirtlichen Umgebung leben inmitten weltberühmter Wildtierreservate trotzdem zahlreiche Vögel und Säugetiere. Welcher Ort wäre also besser geeignet, um einer neuen Idee Gestalt zu verleihen?
Der renommierte Tierfotograf Will Burrard-Lucas erklärt: „Dieser neue fotografische Ansatz stellt eine Weiterentwicklung meiner Arbeit der letzten Jahre dar, bei der ich nachts mit ferngesteuerten Wildkameras und Blitzgeräten fotografiert habe. Diese Arbeitsweise war mit einigen Einschränkungen verbunden, die ich mit meinem neuen Projekt überwinden wollte.“
Statt Kamerafallen zu verwenden, wollte Will lieber vor Ort sein und mehr Kontrolle über seine Beleuchtung haben. Also legte er in der kenianischen Savanne ein Wasserloch an und baute daneben ein Versteck mit fünf Meter hohen Lichtmasten. „Ich wollte, dass die Beleuchtung die Motive formt, und so grafischere, dramatischere Porträts erzielen und gleichzeitig den Look einfach und natürlich halten. Also schuf ich einen kleinen Lichtkegel, der das Motiv gegen die Schatten im Hintergrund abgrenzte.“
Doch zuerst mussten die Tiere kommen. „Ich arbeite schon seit vielen Jahren in dieser Gegend“, sagt Will. „Daher wusste ich, dass es hier eine große Artenvielfalt und auch sehr viele Tiere gibt. Wie nicht anders zu erwarten, waren sie anfangs nur schwer anzulocken und scheu, doch ich war mir sicher, dass sie irgendwann kommen würden. Diese Art von Projekten sind für mich am erfüllendsten – wenn man das Ende nicht genau vorhersagen kann.“
Bei der Beleuchtung seiner Motive verließ sich Will auf eine Kombination aus für die Tierfotografie geeigneten Techniken und seiner zuverlässigen Sony Alpha 1 gepaart mit den entsprechenden Objektiven. „Da mir klar war, dass ein gewöhnlicher Blitz oder eine normale kontinuierliche Beleuchtung meine Motive verschrecken würden, nutzte ich mehrere rote Lichter zum Fokussieren und einige Speedlights mit sehr geringer Lichtintensität sowie große Blendenöffnungen und hohe ISO-Werte. Das Wasserloch ist nur etwa fünf Meter breit. Einige Bereiche habe ich mit Dornenbüschen abgesperrt, damit die Tiere im Sweetspot meiner Beleuchtung trinken würden.“
„Es ist immer ein besonderer Kick, wenn ein Tier auftaucht und man tatsächlich alles richtig vorbereitet und eingerichtet hat“, verrät Will. „Man weiß nie, was oder wann es kommt, doch die Arbeit und das Warten lohnen sich.“
„Während des gesamten Projekts war die Sony Alpha 1 meine Hauptkamera. Zusammen mit dem 70-200mm f/2.8 GM OSS II und dem 400mm f/2.8 GM war sie für mich aus mehreren Gründen das perfekte Werkzeug“, fährt Will fort. „Der geräuschlose Verschluss ist nicht nur wichtig, damit die Tiere nicht flüchten, sondern auch, damit sie sich natürlich verhalten, während man sie fotografiert. Sony hat großartige Arbeit geleistet und den elektronischen Verschluss der Kamera mit dem Blitz synchronisiert. Außerdem konnte der Fokus der Alpha 1 die Motive wie bei keiner anderen Kamera erfassen und verfolgen, insbesondere bei sehr schwachem Licht. Auch der Tieraugen-AF war sehr zuverlässig, sodass ich mir keine Gedanken über das Verschieben meiner Fokuspunkte oder die Auswahl des richtigen Bereichs am Kopf des Tieres machen musste.“
Die Arbeit mit einem Blitzgerät mit schwacher Lichtstärke bedeutete auch, dass die brillante ISO-Leistung der Alpha 1 maximal ausgenutzt wurde, so Will. „Höhere ISO-Werte sind wichtig, weil ich keinen übermäßig hellen Blitz verwenden möchte. Außerdem wird das Licht effizienter genutzt, sodass ich nicht mitten in der Nacht die Akkus wechseln muss. Mit der Alpha 1 gehe ich gerne bis zu einem Wert von ISO 3200 oder ISO 6400, wo ich kein problematisches Rauschen erwarte.“
Nachdem alles eingerichtet war, gelang es Will, eine hervorragende Auswahl an Wasserloch-Bildern zu machen. „Aus kreativer Sicht haben mich die Nachtaufnahmen am meisten begeistert, doch die bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang entstandenen Bilder waren noch mit einem anderen wichtigen Ziel verbunden: dem Zeigen von Schutzgebieten wie diesem, um den Tourismus in der Region anzukurbeln. Das wiederum bringt Einnahmen, unterstützt die Gemeinde und bringt die Bemühungen zum Naturschutz voran.“
In der Tat trägt Wills Wasserstelle, die in Zusammenarbeit mit dem Shompole Wilderness Camp entstanden ist, auch zum Schutz der Tiere bei, wobei dieser über die Bereitstellung von Süßwasser hinausgeht. „Der Dreh- und Angelpunkt des Lebens hier ist die Verfügbarkeit von Wasser. Durch diese Wasserstelle wird das gesamte umliegende Land für die Tiere zu einem Ort, an dem sie fressen und sich entfalten können. Wanderungen von mehr als zehn Kilometer bis zum nächsten Wasserloch entfallen für sie – und somit auch mögliche Konflikte mit Hirten und Viehherden.“
Auch sein Projekt „Nachtleben“ entwickelt sich weiter. „Ich werde die Wasserstelle auch in Zukunft mit meiner Alpha 1 und einer Sony Alpha 9 mit Infrarotlicht besuchen. Letztere kann ich auch in völliger Dunkelheit einsetzen“, erklärt Will. „Wenn sich die Umgebung im Laufe der Jahre verändert, werden auch andere Tiere kommen. Ich habe schon viele neue Fotos im Kopf. Die Reise geht also weiter – und meine treue Sony Alpha wird mich auf Schritt und Tritt begleiten.“