Ich glaube, ich gehöre zu den wenigen Menschen, die Sony über Jahre nach einem Fisheye-Objektiv fragten, und als es endlich eines herausbrachte, war ich sehr glücklich. Noch glücklicher war ich nur, als sie mich baten, es auszuprobieren.
Fisheye-Objektive sind sehr nischenhaft, insbesondere in der Landschafts- und Stadtlandschaftsfotografie. All diese Krümmungen sind nicht immer einfach zu handhaben, und das ist definitiv kein Objektiv, das für alles verwendet werden kann. Doch genau das macht es auch so interessant. Der Trick besteht nicht darin, den Effekt zu bekämpfen, sondern ihn zu seinem Vorteil zu nutzen.
Das ist es, was ich in diesem Artikel zeigen möchte: wie das Sony FE 8-14 mm f/3.5 Fisheye G kreativ eingesetzt und wie es dabei helfen kann, Fotos zu machen, die normalerweise unmöglich wären.
Das erste, was mir auffiel, war, wie klein dieses Objektiv ist. Es wiegt nur etwa 300 Gramm, was für etwas so Einzigartiges sehr leicht ist. Das führt dazu, dass sich die Frage „soll ich dieses Objektiv mitnehmen?“ nicht mehr stellt, weil man es einfach immer in der Tasche hat.
Und das ist bei einem Fisheye sehr wichtig. Man verwendet es zwar nicht für jede Aufnahme, aber wenn die richtige Szene auftaucht, kann man damit oft dieses eine besondere Bild machen. Weil es so klein und leicht ist, hat man so gut wie nie einen Grund, es nicht mitzunehmen.
Zwei Objektive in einem
Es ist außerdem noch ein Zoomobjektiv, was es noch vielseitiger macht. Beim Hereinzoomen erhält man ein diagonales Fisheye-Bild, das den Rahmen ausfüllt. Es sieht noch immer extrem breit aus, kann aber auch als dramatisches Landschafts- oder Stadtlandschaftsfoto wahrgenommen werden.
Wenn man herauszoomt, sieht man langsam den Bildkreis, und wenn man weitermacht, bekommt man das vollständige runde Fisheye-Bild. Das ist ein sehr starker Effekt, an den man sich gewöhnen muss. Zuerst denkst man sich vielleicht: „Ich werde das nie benutzen“, aber sobald man dazu bringt, die Welt damit zu sehen, macht es süchtig. Plötzlich fühlen sich Winkel endlos an.
Gewöhnliche Orte anders sehen
Dieses Objektiv regt einen wirklich dazu an, kreativ zu werden. Man probiert seltsame Winkel aus, neigt die Kamera, dreht sie, geht runter, schaut nach oben, und plötzlich können ganz gewöhnliche Dinge zu wirklich interessanten Fotos werden.
Ich habe dieses Objektiv zum Beispiel am Bahnhof Arnhem Centraal in den Niederlanden ausprobiert und dabei diese superfuturistischen Aufnahmen der ganzen Linien und Kurven gemacht. Die Architektur dort hat an sich bereits eine starke Form, aber das Fisheye übertreibt sie auf eine wirklich lustige Weise.
Hin und wieder habe ich Personen im Bild platziert, damit die Bilder weniger abstrakt wirken. Dieses kleine menschliche Element kann dem Foto Maßstab verleihen und es einfacher machen, Zugang dazu zu finden.
Bahnhöfe, Parkhäuser, Tunnel und moderne Architektur sehen wundervoll und harmonisch aus. Aber man sollte nicht vergessen, sich auch zu bewegem. Ein Schritt nach links oder rechts kann das gesamte Foto komplett verändern.
Von oben
Dieses Objektiv eignet sich auch hervorragend für sehr weite Ansichten, insbesondere wenn man eine vertraute Szene aus einem kreativeren Blickwinkel fotografieren möchten. Ich hatte vom De Haagse Toren einen schönen Ausblick über Den Haag. Die Aussicht als solche war bereits beeindruckend, aber die Fisheye-Perspektive gab mir noch viel mehr Spielraum.
Ich konnte Teile der Kirche selbst in das Bild einbinden, wodurch die Aufnahme noch immersiver wirkte. Und natürlich funktioniert der klassische Blick nach unten von einem hohen Gebäude aus immer sehr gut. Ich habe es in einem einzigen Bild geschafft, das Geländer, die gesamte Kirche und sogar die Uhr einzufangen, wenn man genau hinsieht.
Fotos wie dieses wirken sehr immersiv und kreativ, was ich an meiner Fotografie wirklich liebe.
Eine Fokussierentfernung von 0,15 Metern
Eine weitere großartige Eigenschaft ist der Mindestfokusabstand von 0,15 Metern. Das bedeutet, dass man Motive extrem nah am vorderen Element platzieren kann. Das ist bei Landschaftsfotografie vielleicht nicht die offensichtlichste Option, aber sobald man erst mit dem Experimentieren angefangen hat, kann man wirklich verrückte Bilder machen.
Auf diese Entfernung muss man vorsichtig sein. Man berührt fast sein Motiv, sodass es sehr einfach ist, seinen eigenen Schatten ins Bild zu werfen. Und bei einem so breiten Winkel können ehe man sich versieht die eigenen Füße oder Stativbeine in den Ecken auftauchen.
Ich habe oft mit der Kamera am Boden gearbeitet und mit dem neigbaren Display komponiert. Selbst dann landeten meine Haare manchmal oben im Bild – so breit ist es!–
Tauben am Dam-Platz
Ich nahm das Objektiv mit nach Amsterdam und nutzte die geringe Fokussierungsdistanz, um ein Gebäude am Dam mit Tauben im Vordergrund zu fotografieren.
Das war eine Perspektive, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, und sie funktionierte mit diesem Objektiv sehr gut. Sie machte die Tauben groß und charaktervoll, während das Gebäude hinter ihnen deutlich sichtbar blieb. Es entstand ein lustiges, ungewöhnliches Stadtbild, das mit einem normalen Weitwinkelobjektiv unmöglich gewesen wäre.
Sowohl für moderne als auch für traditionelle Stadtlandschaften sind die Möglichkeiten endlos. Durch den Einsatz der Linien, des Nahfokus und der extremen Perspektive lassen sich sehr viele interessante Aufnahmen machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Ein Wald voller Tentakel
Dann nahm ich das Objektiv an einem ganz normalen Tag mit in den Wald. Wälder können schwierig zu fotografieren sein. Meistens fotografiere ich sie mit einem Teleobjektiv, deshalb war die Verwendung eines Fisheye für mich etwas komplett Neues.
Ich fing an, mit seltsamen Blickwinkeln zu experimentieren, vor allem indem ich direkt zu den Bäumen hochschaute. Und ich hatte so viel Spaß dabei! Einen Baum vom Boden aus zu fotografieren und alles einfangen zu können – von ganz unten bis ganz oben –, ist einfach verrückt. Die Äste sahen aus wie Tentakel, die in den Himmel ragten.
Ich kam mit Bildern nach Hause, wie ich sie noch nie zuvor gemacht hatte – und das ist immer sehr aufregend.
eine kleine öffnung die riesig aussieht
In der Nähe meines Hauses gibt es einen Baum, den ich von Zeit zu Zeit fotografiere. Dieses Objektiv hat mich ermutigt, mit ihm etwas völlig Neues auszuprobieren.
Indem ich für die Aufnahme durch einige Baumstämme hindurchblickte, konnte ich einen sehr kleinen Raum nutzen, um einen natürlichen Rahmen um den Baum herum zu schaffen. In Wirklichkeit war diese Öffnung winzig, aber die superbreite Fisheye-Perspektive ließ sie viel größer aussehen. Das machte eine vertraute Szene zu etwas Besonderem.
Die Milchstraße auf Menorca
Zu guter Letzt nahm ich dieses Objektiv mit nach Menorca, um die Milchstraße zu fotografieren. Der riesige Sichtwinkel ermöglichte es mir, einen spektakulären Ort zusammen mit dem gesamten Kern der Milchstraße einzufangen. Wenn man genau hinsieht, kann man sogar eine winzige Person sehen, die auf dem Bogen steht. Dieses Bild wurde während eines Meteoritenschauers aufgenommen, was es noch besonderer machte.
Spaß haben
Für mich dreht sich bei diesem Objektiv alles um Kreativität und Spaß. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viel Spaß mit einem Objektiv hatte. Es treibt mich an, Dinge auszuprobieren, zu experimentieren und die Welt anders zu sehen.
Dadurch, dass Sony es so leicht gemacht hat, ist es zu einem äußerst praktischen kreativen Werkzeug geworden. Ich kann es einfach in meiner Tasche tragen, ohne es zu bemerken. Und wenn sich die Gelegenheit für diese eine besondere Aufnahme ergibt, habe ich ihn es immer zur Hand.
„Ich bin besessen davon, das perfekte Foto zu machen.“