Das Schwarz-Weiß-Foto wurde aus einem niedrigen Winkel aufgenommen. Es zeigt die Silhouette einer Person in Mantel und Filzhut, die mit dem Rücken zur Kamera eine Treppe hinaufgeht. Die Treppe befindet sich neben einem hellen, weißen Gebäude und bildet einen dunklen Kontrast dazu. Der Himmel ist bewölkt.

Eine mutige Vision

Gary Williamson

Mit ihren auffälligen, kontrastreichen, schwarz-weißen Straßenszenen, wirkungsvollen Vordergründen und rätselhaften Silhouetten sind die Fotos von Gary Williamson sehr eindrucksvoll, umso mehr, wenn man weiß, dass er blind ist.

Schwarz-weißes Selbstporträt von Gary Williamson. Er steht mit dem Gesicht zur Kamera vor einem schwarzen Hintergrund. Er trägt einen Rollkragenpullover und hält eine Sony α 7C II Kamera und seinen weißen Stock. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 20-70mm f/4 G | 1/80s @ f/6.3, ISO 1000

Aber vielleicht ist das gar nicht so überraschend, denn wie Gary verrät, sind viele der Techniken, mit denen er seine Sehschwäche im Alltag meistert, auch in der Fotografie erfolgreich. Es stellt sich jedoch unweigerlich die Frage: „Wie geht das?“ Wie kann er trotz seiner Sehschwäche ein visuelles Medium bearbeiten?

Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in Trenchcoat und Zylinder, der auf den Felsen am Strand steht und zum New Brighton Leuchtturm hinaufschaut, Großbritannien. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 16-25mm f/2.8 G | 1/125s @ f/11, ISO 100

„Natürlich werde ich das oft gefragt“, beginnt Gary, „und ich verstehe die Verwirrung. Die Frage betrifft jedoch genau eine meiner Missionen in der Fotografie. Die meisten denken, Blindheit bedeutet, überhaupt nichts zu sehen. Das menschliche Sehvermögen hat jedoch viele Abstufungen. Es ist ein breites Spektrum, und obwohl meine Sicht unscharf ist und ich bestimmte Dinge nicht erkennen kann, sehe ich die Welt um mich herum auf meine Weise und kann sie festhalten. Meine einzigartige Art zu sehen hat meine Kreativität gefördert. Ich möchte aus meiner ‚Behinderung’ eine ‚andere Fähigkeit’ machen.“

Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes, der auf einer dunklen Wendeltreppe steht und Geige spielt. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 20-70mm f/4 G | 1/250s @ f/5.6, ISO 100

„Für mich sind Kontraste lebenswichtig“, erklärt er. „Je mehr Kontraste, umso besser kann ich sehen. Zum Beispiel kann ich eine Treppe leichter hinauf- als hinuntergehen, wenn das Licht an der richtigen Stelle ist. Mit Schatten und Licht kann ich Tiefe und Höhe beurteilen. Wenn ich in die Sonne schaue, kann ich fast nichts sehen, aber wenn ich ihr den Rücken zuwende, sehe ich viel besser. Meine Sehkraft ist abhängig von Licht und Schatten, deshalb suche ich auch auf dem Kamerabildschirm nach diesen Möglichkeiten, damit meine Bilder gelingen“, sagt Gary, der überwiegend mit Weitwinkel fotografiert, weil seine Sehkraft mit zunehmender Entfernung schnell nachlässt. „Ich kann im Vordergrund besser sehen als in der Ferne, und das bedeutet, dass ich mich für das interessiere, was um meine Füße herum geschieht. Von dort aus entwickle ich oft Bilder, was natürlich eine weitere starke Kompositionstechnik in der Fotografie ist. Mich inspiriert nicht der Baum in der Ferne, weil ich ihn wahrscheinlich gar nicht sehen kann! Aber Straßen, Bordsteine, Stufen oder Muster … Diese Leitlinien und Rahmen sind das, wonach ich suche“, fährt Gary fort. „Dann suche ich nach einem Kontrast in der Ferne, z. B. einem hellen Himmel, einer Türöffnung oder dem Ende eines Tunnels. Bei einer Straßenfotografie warte ich darauf, dass eine Figur die Straße passiert. Manchmal nehme ich mit diesen Einstellungen ein Selbstporträt auf oder bitte andere, an der richtigen Stelle zu posieren.“

Schwarz-Weiß-Foto, das eine Silhouette einer Person zeigt, die durch einen unterirdischen Tunnel geht und sich dem Sonnenlicht draußen nähert. Die Person trägt eine Baskenmütze und dreht der Kamera den Rücken zu. Die Tunnelwände sind mit Graffiti besprüht. Das kuppelförmige Dach ist von einer Reihe von Lichtern gesäumt und mit geometrischen Mustern bemalt. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 24-50mm f/2.8 G | 1/125s @ f/5.6, ISO 1600

Bei anderen Fotos verlässt sich Gary auf sein Gehör, um Aufnahmemöglichkeiten zu erkennen „Meine anderen Sinne sind im täglichen Leben viel wichtiger geworden und ich habe festgestellt, dass sie mir auch beim Fotografieren helfen,” erklärt er. „Sehende stellen oft fest, dass ihr Sehvermögen die anderen Sinne dominiert, ich dagegen höre ein Motiv oft eher, als dass ich es sehe, z. B. einen Straßenmusiker oder Personen, die telefonieren, und daraus wird eine gute Aufnahme. Wenn ich nah genug dran bin, suche ich wieder nach dem Kontrast.“

Schwarz-Weiß-Foto einer blonden Frau, die im Trenchcoat mit aufgespanntem Regenschirm auf dunkel kontrastierenden Stufen steht, die zum Strand führen. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 16-25mm f/2.8 G | 1/400s @ f/11, ISO 160

Anpassungsfähigkeit und Mut prägen Garys Geschichte seit jeher. Bei einer Rucksacktour durch Europa in den 1990er Jahren trat fast über Nacht eine erblich bedingte Erkrankung des Sehnervs auf. Er musste den Heimweg von Gibraltar finden, ohne sehen oder eine Karte lesen zu können. Dieses Erfahrung hat ihn geprägt. „Es war immer mein Credo, nicht auf das zu achten, was ich verloren habe, sondern auf das, was möglich ist“, sagt er. „Ich habe nie über den Verlust meines Augenlichts gegrübelt, sondern immer darüber nachgedacht, wie ich etwas erreichen kann, das in meiner Macht steht. Entweder ich komme damit zurecht oder nicht. Es raubt einem die Energie, wenn man sich zu lange damit beschäftigt. Ich dachte nur, wenn ich mit 18 Jahren und unter diesen Umständen eine Reise gemacht habe, kann ich alles schaffen.“ Bevor er das Augenlicht verlor, hatte Gary an der Kunsthochschule Filmfotografie studiert, doch erst als Digitalkameras bessere Unterstützung für sehbehinderte Menschen boten, fand Gary wieder Gefallen am Fotografieren. „Damals war ich fasziniert davon, wie ein einziges Bild eine Geschichte erzählen, eine Emotion hervorrufen oder eine Frage beim Betrachter aufwerfen kann“, erinnert er sich. „Aber Filmkameras konnte ich nach Auftreten meiner Erkrankung nicht mehr verwenden. Stattdessen zeichnete ich mit Pastellfarben und Kohle, um die Welt so darzustellen, wie ich sie sah. Daraus entstand die Idee der Schwarz-Weiß-Bilder, und das reizt mich bis heute."

Schwarz-Weiß-Foto, das eine Silhouette mit einer Mütze zeigt. Die Person geht durch ein Gebäude und aus einem Torbogen heraus auf einen Bürgersteig. Auf dem Bürgersteig sind in der Ferne einige Baupoller zu sehen. Die Person steht mit dem Rücken zur Kamera, und an den Wänden des Gebäudes sind geometrische Formen und rechteckige Lichtstreifen zu sehen, die einen starken visuellen Kontrast bilden. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 24-50mm f/2.8 G | 1/125s @ f/5.6, ISO 1600

Die Kameras der neuesten Sony α Reihe wurden als angepasste Version entwickelt und im Rahmen des Beitrags von Sony zum Welttag des Sehens verwendet Gary eine Sony α 7C II zusammen mit den Objektiven FE 16-25mm f/2.8 G, FE 24-50mm f/2.8 G, und FE 20-70mm f/4 G. Die Kamera verfügt über mehrere Bedienungshilfen für sehbehinderte Fotografen sowie über die Standardfunktionen, die bei eingeschränktem Sehvermögen noch wichtiger werden.

Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes, der in einem schwach beleuchteten U-Bahn-Tunnel Gitarre spielt. Er steht mit dem linken Fuß auf einem kleinen Verstärker und schaut auf die Gitarre, während er spielt. Die Wände des Tunnels sind mit Metrofliesen in einem Ziegelsteinmuster verkleidet. Das Dach besteht aus Blech und an der Wand befinden sich zwei Lampen , die den Gitarristen beleuchten und ihn deutlich vom Schatten abheben. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 20-70mm f/4 G | 1/100s @ f/4.0, ISO 400

„Am meisten überrascht hat mich die Effektivität der Reader-Funktion der α 7C II“, berichtet Gary. Ich hatte noch nie mit dieser Kamera gearbeitet, aber dank des Readers war ich innerhalb eines Tages damit vertraut. Ich bin es gewohnt, die Sprachfunktionen auf meinem Tablet oder Telefon zu verwenden, und so wie man auf der Straße seine anderen Sinne nutzt, hilft das, sich im Kopf ein Bild von der Kamera und ihrer Bedienung zu machen.“ „Sie gibt alles wieder, von der Meldung der Grundeinstellungen wie Verschlusszeit, Blende, ISO und Fokusmodus, bis hin zu Hinweisen, wie bestimmte Funktionen wie der Intervallauslöser, den ich für Selbstporträts verwende, eingestellt sind. Das ist aus technischer Sicht genial, wirkt sich aber auch positiv auf mein Aufnahmeerlebnis aus. Wenn die Kamera spricht, wissen Passanten, dass ich sehbehindert bin. Wenn ich jedoch meine 20-fache Lupe verwende und mein Gesicht an den Bildschirm drücke, kann das unerwünschte Aufmerksamkeit erregen. Ich wurde einmal gefragt, warum ich an der Kamera rieche! Dank des Readers fühle ich mich bei Interaktionen in belebten Gegenden entspannter.“

Schwarz-Weiß-Foto einer gepflasterten Seitenstraße, aufgenommen mit einer Weitwinkelperspektive, die die Straßenlinien betont und eine Feuertreppe an der Seite eines Gebäudes zeigt. In der Ferne sieht man einen Mann mit Baseballkappe und Jacke, der mit dem Rücken zur Kamera um die Ecke geht. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 16-25mm f/2.8 G | 1/100s @ f/4.0, ISO 1600

Gary lobte auch das Layout und die Handhabung der α 7C II. „Ich kann die Kamera mit einer Hand bedienen, was ein echter Vorteil ist. Die Einstellräder und Bedienelemente sind ebenfalls sehr gut gestaltet. Für sehende Fotografen ist es von Vorteil, wenn sie eine Taste von einer anderen unterscheiden können. Das heißt, sie müssen ihre Aufmerksamkeit nicht vom Sucher abwenden. für mich ist das jedoch noch wichtiger. Selbst ein deutliches Klicken der Einstellräder hilft, weil ich dann weiß, dass ich sie weit genug gedreht habe.“ „Für alle Fotografen von Vorteil ist auch der hervorragende Autofokus der α 7C II. Ich kann mich darauf verlassen, dass er zuverlässig fokussiert und die Schärfe perfekt trifft“, sagt er. „Das Touch-Tracking ist für mich besonders nützlich. Wenn der Kontrast hoch genug ist, kann ich eine Person auf dem Bildschirm erkennen, sie antippen und weiß, dass die Kamera ihr perfekt folgt, wenn ich fotografiere.“

Schwarz-Weiß-Foto mit der Silhouette einer Person in Trenchcoat und Hut mit breiter Krempe. Sie steht mit dem Rücken zur Kamera in einem dunklen unterirdischen Tunnel. © Gary Williamson | Sony α7C II + FE 16-25mm f/2.8 G | 0.4s @ f/5.6, ISO 1600
Mit meiner Fotografie versuche ich, nicht auf das zu schauen, was ich verloren habe, sondern das zu tun, was möglich ist. Aufgrund meiner Sehbehinderung habe ich eine einzigartige Perspektive und das erlaubt mir, Stereotypen zu hinterfragen und eine tiefere Wertschätzung aller Formen des Sehens zu fördern. Behinderung bedeutet Barrieren, und wir müssen sie abbauen, wo wir können. Barrierefreie Funktionen, wie ich sie bei der α 7C II Kamera verwende, sind ein wesentlicher Bestandteil davon.

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