Bildfokus

Justin Jin | Baikalsee im Eis

Ich spürte Aufregung und Angst. Ich musste es schaffen, unter diesen Eisblock zu gelangen, der jederzeit zusammenbrechen konnte, und diese Aufnahme machen.

Es war Ende März und wir befanden uns mitten im Baikalsee, im Herzen Sibiriens. Es ist der tiefste und zugleich größte See der Welt. Ich kroch auf zwei Meter dickem Eis, um diesen riesigen smaragdfarbenen Eisbrocken zu fotografieren, der von einer Klippe herunterhing. Ich weiß nicht, wie viele Tonnen er gewogen haben mag, aber er hätte sich irgendwann in den nächsten Wochen von der Klippe gelöst ...und ich stand nun darunter.

Ich habe die Aufnahme mit meiner Sony α7R II und dem G Master Objektiv FE 24-70 mm f/2.8 gemacht. Die Blende war auf f/20 eingestellt, um die große Tiefenschärfe mit der Landschaft im Hintergrund und dem Eis einzufangen. Ich hatte den Tag damit verbracht, mit einigen Freunden um den See zu fahren und zu wandern. Ich wollte diese besondere Art von Eisformationen finden und entdeckte sie schließlich, als gerade die Sonne unterging.

Blick durch ein großes Eisschild auf den zugefrorenen See

© Justin Jin | Sony α7R II + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/40s @ f/20, ISO 400

Ich habe mich für das G Master Objektiv FE 24-70 mm f/2.8 entschieden, weil ich nicht riskieren wollte, das Objektiv in der Kälte wechseln zu müssen. Man kann beispielsweise den Fehler machen, im warmen Fahrzeug das Objektiv zu wechseln und der Nebel, der dabei entstehen könnte, friert dann womöglich in der kalten Kamera ein. Deshalb versuche ich, bei Aufnahmen in derart extremen Umgebungen nur genau das Objektiv zu verwenden, das mir die beste Qualität liefert.

Ich musste die Kamera sehr weit absenken, um das Bild aufzunehmen; sie ruhte praktisch auf der Eisoberfläche. Ohne den Bildschirm an der Rückseite hätte ich mich ebenfalls auf das Eis legen müssen – mit meinem Gesicht und dem ganzen Körper. Der Bildschirm hat mir buchstäblich vor davor bewahrt. Meine Nase und meine Finger waren bereits eiskalt und schmerzten sehr – das Letzte, was ich hätte tun wollen, war, mein Gesicht und meine Ellbogen auf das Eis zu legen, um durch einen Sucher zu schauen.

In vielen meiner Bilder fotografiere ich Menschen oder widme mich Themen wie Gesellschaft und Umwelt. Dieses Bild zeigt für mich so viel von der Dynamik des Lebens selbst – es geht nicht einfach um ein Stück Eis, sondern auch um die Bedeutung des Wassers allgemein. Der Baikalsee speichert 20 % des Süßwassers unserer Erde. Er ist jedoch durch die Abholzung der umliegenden Gebiete, Bodenerosion, Verschmutzung, Industrialisierung sowie durch den Tourismus bedroht.

Mit der Kamera und dem Objektiv konnte ich die unterschiedlichen Nuancen des Eises einfangen: Obwohl es ein einziger, einheitlicher Block aus gefrorenem Wasser ist, lassen sich doch viele Schattierungen und Konturen erkennen. Man braucht ein sehr gutes Objektiv, um diese besondere Eigenschaft des Eises in seiner ganzen Brillanz einzufangen.

Dieses unberührte Eisschild bringt für mich die ganze Faszination der Natur zum Ausdruck, wenn wir sie nur in Ruhe lassen.

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Justin Jin

Justin Jin | Belgium

„Der lautlose Verschluss, die kleinen Gehäuse und die beeindruckende Bildqualität meiner Sony Alpha Kameras eröffnen ganz neue Möglichkeiten des Fotografierens.“

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