Die Filmemacher Susanna Kosa und Dennis Schmelz hatten unabhängig von uns vor, sich auf der malerischen Insel Sardinien eine Auszeit von ihrem vollen Terminkalender zu nehmen. Doch dann fragten wir die beiden, ob sie Lust hätten, unter den Ersten zu sein, die das neue FE 24-70 mm f/2.8 G Master Mk II ausprobieren konnten. Dieser Gelegenheit konnten sie nicht widerstehen, und so nahmen sie sich im Urlaub Zeit, den wunderschönen Film „Carolina“ zu drehen.
Susanna war die treibende Kraft hinter dem Film selbst. Im Folgenden hat sie uns ihre Gedanken dazu mitgeteilt. Dennis hat den Dreh gefilmt und alle Bilder hinter den Kulissen geliefert.
Was war dein erster Eindruck von dem Objektiv?
Mein vorhandenes 24-70 mm G Master ist wahrscheinlich mein meistverwendetes Objektiv, da es einen so großen Bereich abdeckt – von Landschaften bis hin zu Nahaufnahmen. Daher war ich sehr gespannt auf das Mk II. Als ich es in die Hand nahm, war ich positiv überrascht, da es deutlich leichter und etwas kleiner als das Mk I ist. Der Blendenring kann deaktiviert und dadurch lautlos und kontinuierlich bedient werden. Er kann auch gesperrt werden, sodass man die Blende nicht versehentlich verstellen kann – ein sehr nützliches Feature für Filmemacher. Da es so leicht ist, erzielt das Objektiv ein viel besseres Gleichgewicht an meiner α7S III und FX3 – und ist dabei überhaupt nicht frontlastig. Das macht einen großen Unterschied, wenn man mit Gimbal dreht: Ich konnte das Gimbal problemlos einhändig bedienen.
Wie fandest du die Leistung des neuen Objektivs im Vergleich zu deiner vorhandenen Version, dem Mk I?
Ich arbeite normalerweise mit Manuellfokus, und bis vor Kurzem lehnte ich Autofokus strikt ab. „Das ist was für Anfänger“, dachte ich. Vor ungefähr einem Jahr konnte ich dann erstmals die α7S III mit meinen G Master Objektiven ausprobieren und war wirklich beeindruckt davon, wie gut der Autofokus funktionierte. Ich war also schon ziemlich zufrieden mit dem 24-70 mm GM Mk I, aber es kam hin und wieder vor, dass der Autofokus nicht perfekt saß. Aber hallelujah, der Autofokus mit dem neuen Mk II ist wirklich unglaublich. Das Objektiv war bei diesem Dreh viel im Einsatz, an der FX3 als Hauptkamera und an der α7S III als Gimbal-Kamera. Etwa 80 % des Films sind im Autofokus-Modus aufgenommen. Und das von mir, der größten Autofokus-Kritikerin und Befürworterin des manuellen Fokus. Aber im Ernst, ein menschlicher Kameraassistent kann mit dieser Technologie definitiv nicht mehr mithalten. Es ist ein Genuss, sich die Aufnahmen anzusehen, und an den drei Drehtagen gab es wirklich keine einzige Aufnahme, in der der Autofokus nicht messerscharf war – nicht eine einzige! Unglaublich! Dafür haben wir in der Nachbearbeitung jetzt noch öfter die Qual der Wahl, weil einfach die meisten Aufnahmen verwertbar sind.
Während des Drehs nutzte ich oft den Autofokus, mit Augenerkennung für Menschen oder Tiere, sowie die Verfolgungsfunktion. Sie ist lautlos und absolut präzise, und ich bin sehr dankbar, dass sie so fehlerfrei funktioniert hat. Es ist nämlich extrem schwer, mit Tieren und Kindern zu drehen, vor allem, wenn sie keine ausgebildeten Darsteller sind.
Man folgt im Grunde ihren natürlichen Bewegungen. Das kann ziemlich chaotisch werden und macht es einem sehr schwer, gute Aufnahmen zu bekommen. Wenn man alleine arbeitet, ist es zudem eine gewaltige Erleichterung, wenn man sich voll und ganz auf seine Ausrüstung verlassen kann. Nach dem ersten Drehtag hatte ich vollstes Vertrauen in mein Setup, und ich konnte mich stärker auf die Atmosphäre des Films konzentrieren, auf die Regiearbeit und darauf, dass alle zufrieden waren.
Fandest du als Filmemacherin irgendwelche neuen Features besonders nützlich?
Die Minimierung der Fokusatmung war für mich ein großer Vorteil. Ich konnte überhaupt keine Fokusatmung bemerken, obwohl ich häufig zwischen Fokuspunkten im Vorder- und Hintergrund wechselte.
Der manuelle Blendenring ist für mich als Filmemacherin sehr praktisch, vor allem, weil er sowohl mit haptischem Klick-Feedback als auch kontinuierlich bedient werden kann. Ich habe mich schnell daran gewöhnt und die Blende nur noch über den Ring am Objektiv eingestellt. Außerdem gefiel mir, dass man den Ring sperren kann, sodass man die Blende nicht versehentlich beim Filmen verstellt.
Hast du noch abschließende Gedanken, die du teilen möchtest?
Ich verwende die G Master Objektive seit Jahren und bin von ihnen begeistert. Und mit jeder neuen Version werden sie nur noch besser. Da ich vor allem mit der FX6, FX3 und der α7S III arbeite, sind die originalen Objektive von Sony für mich die perfekte Ergänzung, um die Funktionen der Kameras optimal zu nutzen, vor allem den unglaublichen Autofokus. Aber am besten gefällt mir als Solo-Filmemacherin, dass meine Ausrüstung mir jetzt noch viel mehr kreative Freiheiten gewährt. Ich kann Aufnahmen machen, die vor noch nicht allzu langer Zeit undenkbar waren – Aufnahmen, für die ich immer einen Assistenten gebraucht hätte. Zum Beispiel bei der Reveal-Aufnahme im Film, bei der ich ziemlich nah am Gesicht der Mutter beginne, 180° um sie herumgehe und dann in eine Weitwinkelaufnahme mit ihr und ihrer Tochter übergehe. Es macht mir unglaublich viel Freude, dass ich jetzt noch freier und kreativer denken und arbeiten kann.
„Meine Liebe für das Filmemachen hat mir viele wunderbare Abenteuer beschert – doch am meisten bedeuten mir all die unvergesslichen Momente, die ich sonst nicht erlebt hätte.“
„Es gibt immer eine Geschichte zu erzählen und eine neue Perspektive zu entdecken.“