Ich heiße Salomé und bin eine 27 Jahre alte Kamerafrau aus Frankreich. Bei meinem Einstieg in die Branche habe ich zunächst als zweite Kameraassistentin an den Sets von mehr als 15 Kino- und Fernsehfilmen mitgearbeitet. Ich habe sowohl an internationalen Produktionen („Cold Skin – Insel der Kreaturen“ unter der Regie von Xavier Gens, „Nurejew – The White Crow“ unter der Regie von Ralf Fiennes, im 16-mm-Format) als auch an französischen Produktionen („So wie du mich willst“ mit Juliette Binoche in der Hauptrolle) mitgewirkt. Während der letzten 9 Monate habe ich in einer neuen Rolle als Kamerafrau an Kurzfilmen, digitalen Werbespots im Modebereich sowie an Dokumentarfilmen gearbeitet.
Bloom
Als Sony mir die Chance geboten hatte, einen Kurzfilm mit der neuen FX3 zu drehen, fragte ich mich, mit welchen Aufnahmen ich die Kameraleistung bei schwachem Licht und den Modus für hohe Bildwechselfrequenzen bei 100p im fertigen Film gut zur Geltung bringen könnte. In kreativer Hinsicht wurde mir völlig freie Hand gelassen. Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt, starke Frauen zu porträtieren, mit ihrer unglaublichen Magie.
Mir kam sofort der Film „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ mit seiner lebensechten Darstellung von Hexen in den Sinn. Ich ließ mich auch von meiner eigenen Erfahrung inspirieren. In meiner Jugend war ich bei den Pfadfinderinnen, bei denen es üblich war, sich einem Initiationsritus zu unterziehen, der den Übergang vom Kind zum Erwachsenen symbolisiert. In Bloom wollte ich diesen Augenblick der Freundschaft und Gemeinschaft zeigen, in dem sich Frauen umeinander kümmern. Als Teil des Kollektivs „Femmes a la Camera“ (Frauen hinter der Kamera) steht die Theorie hinter der Bewegung des „weiblichen Blicks“ im Mittelpunkt meines Schaffens als Kamerafrau. Wir möchten Geschichten erzählen, die die Sichtweise von Frauen besser veranschaulichen oder die Frauen häufiger sehen möchten. Ich würde mir gerne mehr Geschichten anschauen, in denen es um Frauen geht, die sich lieben.
Erste Eindrücke vom Filmen mit der Sony FX3
Für mich gab es drei wichtige Aspekte, durch die sich diese Kamera auszeichnet:
Erstens sehen die Ergebnisse mit dem Base-ISO-Wert mit S-LOG3 (ISO 160) unglaublich gut aus. Nachts habe ich den Film auf ISO 640 gepusht, weil ich nur eine einzige Lichtquelle zur Verfügung hatte (das Feuer, dessen Licht wir mit einem Chinaball verstärkten). Trotzdem habe ich keinerlei Bildrauschen festgestellt. Ich habe einen Feldtest mit DaVinci Resolve durchgeführt und sofort gewusst, dass es keine Probleme mit Bildrauschen geben würde. Die Schwarztöne sind tief und ich konnte nach Belieben mit mittleren Tönen und Glanzlichtern spielen.
Der zweite Vorteil ist das Autofokussystem, das selbst bei 24 mm erstaunlich gut arbeitet. Ich hatte zunächst etwas Angst, mich darauf zu verlassen, aber auch hier stellte ich wieder fest: Als ich meine Aufnahmen überprüfte, waren die Ergebnisse top. Ich wählte ein einzelnes Fokusfeld im vollautomatischen Modus und die Übergänge waren perfekt, ohne Verzögerung. Ein paar Schwierigkeiten hatte das System nur, wenn es wirklich richtig dunkel wurde. Dann wechselte ich für ein paar Szenen zur manuellen Fokussierung. Aber zum Schluss habe ich die Belichtung ein bisschen gepusht und es hat wieder prima funktioniert. Das war echt ein beeindruckendes Erlebnis.
Der dritte wichtige Vorteil dieser Kamera ist ihre Bedienbarkeit in Kombination mit ihrem geringen Gewicht. Das neue Griffdesign und die neue Anordnung der Tasten sind gegenüber einer Sony α Kamera völlig verändert. Bei handgeführten Aufnahmen kann ich wirklich nah an die Darsteller heranrücken und so eine Intimität entstehen lassen, die ich als Aufnahmestil beim Filmen besonders schätze.
Bildoptik und bei den Aufnahmen verwendete Objektive
Für diesen Kurzfilm wollte ich nur ein einziges Objektiv verwenden – das FE 24mm f/1.4 GM. Es verleiht dem fertigen Bild einen sehr organischen Look. Zusätzlich verwendete ich eine Matte-Box, damit ich kontinuierlich mit einer großen Blendenöffnung arbeiten und die Belichtungsänderungen in den einzelnen Szenen ausgleichen konnte.
Aufnahmetipps für die Sony FX3 und abschließende Gedanken
Filmen Sie, wann immer es geht. Schreiben Sie Ihre eigenen Geschichten; lassen Sie Ihre Freunde als Darsteller auftreten und erzählen Sie kreative und künstlerische Geschichten, bei denen Sie auch ein bisschen gefordert werden. Machen Sie sich mit den Grundkenntnissen der Beleuchtung vertraut und lassen Sie sich vom Geschehen in Ihrer Umgebung inspirieren. Das kann alles sein: die Lichtwirkung einer Straßenlaterne, Fotobücher, ein Film, eine Fernsehserie. Machen Sie einfach Aufnahmen, damit Sie besser werden. Diese Kamera ist dafür bestens geeignet; sie verhilft Ihren Aufnahmen zu dieser kinoartigen Optik, durch die sich größere und teurere Vollformat-Kinokameras auszeichnen.