Mögliche Motive Bei großen, gut organisierten Konzerten haben Sie möglicherweise nur begrenzte Zeit für Ihre Aufnahmen. Machen Sie sich also bereits im Vorfeld Gedanken über Ihre möglichen Motive. Bei kleineren Locations mit aufstrebenden Bands hat man dagegen oft mehr Freiheiten – und die Künstler freuen sich meist über die Fotos. Achten Sie auf Schlüsselmomente, die Emotionen der Künstler zeigen: Gesichtsausdrücke des Sängers oder Gitarristen bei einem wichtigen Teil eines Songs, oder kleine Interaktionen zwischen Bandmitgliedern – ein wissender Blick, Lächeln oder Lachen. Diese menschlichen Momente machen den Unterschied zu dem aus, was sonst bloße Dokumentationen des Auftritts wären. Auf der praktischen Ebene sind Mikrofone und Mikrofonständer zu beachten, die das Gesicht eines Sängers verdecken können – in diesem Fall sollten die Aufnahmen etwas von der Seite gemacht werden. Außerdem wird die Bühne oft in Mustern oder Sequenzen beleuchtet. Seien Sie also bereit für Ihre Aufnahme, wenn Sie wissen, dass der Künstler gleich optimal im Licht stehen wird.
Aufnahmen ohne Flackern LED-Bühnenlichter pulsieren mit hohen Frequenzen – und zwar hunderte oder tausende Male pro Sekunde. Wenn die Verschlusszeit dann nicht korrekt synchronisiert ist, wird dieses Pulsieren auf Ihren Bildern als Streifen angezeigt. Eine Abhilfeoption ist dann die Verwendung eines mechanischen Verschlusses. Die zweite Option besteht darin, mit der Verschlusszeit zu experimentieren. Grundsätzlich gilt: Wählen Sie in Europa, wo die Beleuchtung mit 50 Hz läuft, Verschlusszeiten, die ein Vielfaches von 50 sind: 1/50 Sekunden, 1/100 Sekunden, 1/150 Sekunden. Wenn weiterhin Streifen entstehen, aktivieren Sie die Anti-Flackern-Aufnahmefunktion (Aufnahme > Verschluss/Lautlos > Anti-Flackern-Einst. > Anti-Flackern-Aufnahme > Ein). Drücken Sie den Auslöser halb und warten Sie, bis „Flackern“ auf dem Bildschirm angezeigt wird. Die Kamera erkennt Flackern bei Frequenzen von 100 Hz und 120 Hz. Verwenden Sie bei anhaltenden Problemen den variablen Verschluss (Aufnahme > Verschluss/Lautlos > Anti-Flackern-Einst. > Variable Verschlusseinst.). Auf diese Weise können Sie die Verschlusszeit präzise feinabstimmen, während Sie den hinteren Bildschirm im Blick behalten, bis das Flackern verschwindet. Es können mehrere Versuche nötig sein, aber diese Funktionen helfen bei Problemen mit Streifenbildung.
Lautloser Verschluss Wenn Sie eine kleinere Show oder ein Akustikkonzert fotografieren, wollen Sie auf keinen Fall die Vorstellung stören. Das Umschalten in den Lautlos-Modus eliminiert das Auslösergeräusch bei der Aufnahme. Aktivieren Sie den Modus über „Aufnahme > Verschluss/Lautlos > Lautlos-Modus“ und die Einstellung „Ein“. Dadurch wird auf den elektronischen Verschluss umgeschaltet, der mechanische Verschluss stummgeschaltet und alle Audiosignale, einschließlich der AF-Bestätigung, werden deaktiviert.
Wahl der Kamera Sony bietet eine ausgezeichnete Auswahl an Kameras, aber für Aufnahmen bei Konzerten eignet sich die Sony α 1 II am besten. Sie hat eine Auflösung von 50,1 Megapixeln für detaillierte Aufnahmen, die viel Platz zum Zuschneiden bieten. Zudem kann sie bis zu -4 EV fokussieren und verfügt über einen hervorragenden Tracking-Autofokus. Die Sony α 7S III dagegen besitzt einen 12-Megapixel-Sensor, der für Aufnahmen bei schwachem Licht optimiert ist. Und die Sony α 7 V ist ein hervorragender Allrounder mit einer Auflösung von 33 Megapixeln und einem Autofokus von bis zu -4 EV.
Belichtungseinstellungen Wenn es um die Belichtungseinstellungen bei Konzerten geht, bestimmt die Beleuchtung alles. Für einen einfacheren Prozess sollten Sie die automatische ISO-Einstellung mit einer minimalen Verschlusszeit von etwa 1/125 bis 1/250 Sekunden einstellen, um Bewegungen einzufrieren. Dies hängt jedoch von der Energie des Künstlers ab, den Sie fotografieren möchten. Stellen Sie dann Ihre Blende basierend auf der benötigten Tiefenschärfe ein. Für mittellange Aufnahmen eines Sängers können Sie beispielsweise f/1.4 oder f/1.8 wählen. Für Aufnahmen, bei denen sowohl eine Gitarre als auch das Gesicht der Person scharf sein sollen, müssen Sie jedoch auf f/2.8 oder f/4 abblenden. Experimentieren Sie also mit den Blendeneinstellungen, um die besten Ergebnisse für Ihre Kompositionen zu erzielen.
Wahl des Objektivs Die meisten Profifotografen verwenden zwei Objektive, und zwar oft an zwei Kameras. Sie kombinieren ein Zoomobjektiv mit einem Objektiv mit fester Brennweite und großer Blende. Wenn Sie in der Nähe der Bühne stehen, ist das FE 24-70mm f/2.8 GM II eine gute Wahl für Weitwinkel- und Nahaufnahmen. Vielleicht sind Sie sogar nah genug dran, um ein Weitwinkel-Zoomobjektiv wie das FE 16-35mm f/2.8 GM II zu nutzen. Weiter hinten ermöglicht das FE 70-200mm f2.8 GM OSS II Nahaufnahmen der Künstler. Für Objektive mit Festbrennweite ist das FE 35mm f/1.4 GM eine beliebte Wahl und eignet sich hervorragend für kleinere Veranstaltungsorte. Die große Blende von f/1.4 eignet sich hervorragend bei schwachem Licht, und die Brennweite fängt einzelne Künstler oder die gesamte Bühne und das Publikum von weiter hinten ein. Für Einsteiger ist das FE 50mm f/1.8 eine erschwingliche, leichte Option, die sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut für Aufnahmen von Künstlern eignet. Das FE 50mm f/1.2 GM hingegen ist die Königsklasse bei schwachem Licht, das die schärfsten Details ebenso wie ein wunderschönes, verschwommenes Bokeh für dramatische Aufnahmen einfängt.
Echtzeit-Tracking mit Motiverkennung Die neuesten Sony Kameras, wie die α 7R V, nutzen KI-Motiverkennung, um den Fokus zu verfolgen. Bei Konzerten können Sie dadurch den Fokus auf den Künstler richten, während das System seine Augen, sein Gesicht oder seinen Körper verfolgt, wenn er sich bewegt. Der Autofokus der Sony α 1 II funktioniert selbst bei extrem schwachem Licht optimal – bis zu EV -4.0. So gelingen auch an sehr dunklen Orten perfekt fokussierte Bilder. Zusammenfassung