Modefotografie verstehen Die Modefotografie hat zwar viel mit der Porträtfotografie gemeinsam, es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied: Während bei Porträts in erster Linie die Person im Mittelpunkt steht, müssen bei der Modefotografie die Kleidung und der Stil die Hautrolle spielen. Dies eröffnet kreative Möglichkeiten, mutig und fantasievoll vorzugehen. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Locations und kontrastreichen Farbpaletten oder setzen Sie auf eine zeitlose Schwarz-Weiß-Ästhetik. Suchen Sie überall nach Inspiration und schaffen Sie Bilder, die auffallen.
Wahl der KameraGrundsätzlich eignet sich jede Kamera der Sony α oder ZV Serie für die Modefotografie. Für professionelle Bilder sollten Sie jedoch möglichst viele Details einfangen. Viele Profis verlassen sich auf hochauflösenden Sensoren der Sony α 7R V und Sony α 1 II. Mit diesen Auflösungen können Sie Details der Kleidung darstellen und die Bilder nach Bedarf zuschneiden.
Kommunikation und AnweisungenIn der Modefotografie sind gute Kommunikation und Anweisungen an das Model von entscheidender Bedeutung. Ermutigen Sie das Model durch verbale Unterstützung, stärken Sie sein Selbstvertrauen und loben Sie es, wenn etwas gut funktioniert. Geben Sie klare Anweisungen und bitten Sie sie das Model, wirkungsvolle Posen einzunehmen. Mit erfahrenen Models lassen sich oft sofort großartige Posen erzielen, aber auch Freunde, Familie, Schauspieler oder Tänzer verfügen oft über natürliche Posing-Fähigkeiten. Suchen Sie Bilder, die Ihnen gefallen, und bitten Sie das Model, die Posen nachzuahmen.Bildüberprüfung und FeedbackZeigen Sie Ihrem Model gelungene Posen auf den Vorschaubildern des LCD-Displays der Kamera, damit es besser versteht, was Sie möchten. Verwenden Sie für fortgeschrittene Setups den HDMI Ausgang Ihrer Sony Kamera, um eine Verbindung zu einem größeren Monitor herzustellen. Alternativ können Sie auch über USB oder Wi-Fi fotografieren und die Bilder über die Sony Imaging Edge Desktop-Software (herunterladbar von www.creatorscloud.sony.net) auf einem Computerbildschirm anzeigen.
Wahl des ObjektivsDie Wahl der Brennweite für Modebilder spiegelt die Porträtfotografie wider. Das klassische 85-mm-Objektiv erzeugt schmeichelhafte Bilder mittlerer Länge. Das Sony FE 85mm f/1.4 GM II ist das Nonplusultra, um unglaubliche Details mit wunderschönem Hintergrund-Bokeh einzufangen. Das FE 85mm f/1.8 bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn es darum geht, Details einzufangen. Für Ganzkörperaufnahmen treten Sie einen Schritt zurück und verwenden Sie ein 85-mm-Objektiv. Für ein breiteres Sichtfeld ist ein 50-mm-Objektiv ideal – es eignet sich besonders für Aufnahmen vor Ort. Das Sony FE 50mm f/1.2 GM ist das ultimative 50-mm-Objektiv und überzeugt mit beeindruckendem Bokeh und Detailtreue. Das FE 50mm f/1.8 ist das günstigste FE-Objektiv von Sony. Für Location-Aufnahmen ist das FE 50mm f/2.5 G Objektiv klein, leicht und immer einsatzbereit.
BlendenwertIn der Modefotografie ist ein anderer Ansatz hinsichtlich der Tiefenschärfe erforderlich als in der traditionellen Porträtfotografie. Während bei Porträts möglicherweise Blendenwerte von F/1.4, F/1.8 oder F/2.0 verwendet werden, bei denen nur die Augen scharf fokussiert sind, muss in der Modefotografie möglichst viel der Kleidung scharf abgebildet werden. Experimentieren Sie je nach Objektiv und Entfernung zum Motiv mit verschiedenen Blendenwerten. Fotografieren Sie jedoch mit einer Blende von etwa F/5.6, um eine ausreichende Tiefenschärfe für alle Kleidungsdetails im gesamten Bildausschnitt zu gewährleisten.Rhythmus schaffen Musik hilft Models, sich während der Shootings zu entspannen und ihren Rhythmus zu finden. Manchmal wird das Klicken des Verschlusses Teil dieses Rhythmus und dient als Signal für einen Posenwechsel. Dadurch entsteht eine tänzerische Dynamik, bei der das Model auf das Klicken des Verschlusses oder den Blitz reagiert und so den Takt des Shootings bestimmt.
KompositionLassen Sie beim Komponieren von Modeaufnahmen ausreichend Platz um Ihr Motiv herum. Modefotos werden häufig für Zeitschriftencover oder redaktionelle Doppelseiten verwendet und benötigen Platz für Titel, Überschriften und Textelemente. Fotografieren Sie mit der höchsten Auflösung und lassen Sie zusätzlichen Platz in der Komposition – Sie können die Bilder später immer noch zuschneiden, aber keinen unerfassten Platz hinzufügen.Augen-AFAuch wenn der Fokus auf der Kleidung liegt, ist es wichtig, dass die Augen des Models gestochen scharf sind. Die Autofokus mit Augenerkennung-Technologie von Sony ist für die Modefotografie von unschätzbarem Wert, da sie die Augen des Motivs selbst bei Verwendung größerer Blendenöffnungen automatisch erkennt und verfolgt – selbst wenn sich das Motiv bewegt oder springt. So gelingen eindrucksvolle Modeaufnahmen.
Stellen Sie einen benutzerdefinierten Weißabgleich ein und fotografieren Sie im RAW-FormatFotografieren Sie immer im RAW-Format, um maximale Details einzufangen. Modefotos werden in der Regel einer umfangreichen Nachbearbeitung unterzogen, um präzise Kleidungsfarben und Hauttöne zu gewährleisten und gleichzeitig kleinere Schönheitsfehler von der Haut und Kleidung des Models wie einzelne Haare oder Staubpartikel zu entfernen. Der Schlüssel zur Bearbeitung von RAW-Bildern ist ein guter Ausgangspunkt. Verwenden Sie eine professionelle Graukarte, die garantiert neutral ist, und nehmen Sie eine benutzerdefinierte Weißabgleichsmessung vor. Gehen Sie dazu im Weißabgleich-Menü auf „Benutzerdefiniert“ und wählen Sie einen Speicherort (Benutzerdefiniert 1-3). Bitten Sie Ihr Model, die Graukarte zu halten, richten Sie Ihr Objektiv darauf und drücken Sie die mittlere Taste des Einstellrads, um einen Weißabgleich durchzuführen. Verwenden Sie diesen benutzerdefinierten Weißabgleich für Ihre Aufnahmen.Kabelloses BlitzsystemMit den kabellosen Blitzsystemen von Sony, wie dem GN60 Externen Blitz mit Funksteuerung, können Sie Ihr Fashionstudio nach draußen verlegen. In Kombination mit der Sony α 9 III lassen sich Verschlusszeiten von bis zu 1/80000 Sekunde im Freien verwenden. Diese Kombination ermöglicht auch bei hellem Sonnenlicht größere Blendenöffnungen und somit Aufnahmen, für die bisher große, umständliche Blitzsysteme und Akkus erforderlich waren.
Kurzfassung