Dunkles Firmament
Der Winter ist die perfekte Jahreszeit für die Astrofotografie, und auch wenn es schwierig erscheinen mag, zeigen Ihnen die folgenden Tipps, wie Sie mit einer Sony Alpha Kamera die Sterne fotografieren können.
Suchen Sie sich zunächst eine Gegend ohne Lichtverschmutzung durch Städte und Ortschaften. Verwenden Sie eine App oder eine Website, um einen Ort mit dunklem Himmel zu finden, und achten Sie auf die Wettervorhersage, um sicherzugehen, dass die Nacht klar wird!
Kameras und Objektive
Dank der hervorragenden Sensorleistung bei hohen ISO-Empfindlichkeiten lassen sich Planeten und Sterne mit jeder Sony Alpha Kamera einfangen. Astrofotografen bevorzugen jedoch oft die Sony Alpha 7S III mit ihrem 12-Millionen-Pixel-Vollformatsensor.
Hinsichtlich des verwendeten Objektivs ist ein Weitwinkelobjektiv die erste Wahl, da sich damit der majestätische Bogen der Milchstraße einfangen lässt. Außerdem ermöglicht ein Weitwinkelobjektiv die Aufnahme eines Teils der Landschaft im Vordergrund am unteren Bildrand, um einen Eindruck von Maßstab und Aufnahmeort zu vermitteln.
Das Sony FE 14 mm f/1.8 G Master Objektiv mit seiner hervorragenden Leistung selbst am Bildrand eignet sich hervorragend für die Astrofotografie und liefert perfekte Aufnahmen von den Sternen. Für kleinere Budgets ist das FE 24 mm f/2.8 G-Objektiv eine hervorragende Einstiegsoption. Auch die FE 12-24 mm f/2.8 GM und FE 16-35 mm f/2.8 GM II Objektive sind hervorragende Optionen, die viele Fotografen bereits in ihrer Ausrüstung haben.
Achten Sie auf Stabilität
Für die Astrofotografie ist ein stabiles Stativ unerlässlich, um die Ausrüstung bei Langzeitbelichtungen absolut ruhig zu halten. Wenn Sie kein schweres Stativ haben, können Sie Ihr eigenes stabiler machen, indem Sie Ihre Kameratasche an dem normalerweise am unteren Ende der Mittelsäule befindlichen Haken befestigen. Achten Sie aber darauf, dass die Tasche den Boden leicht berührt, damit sie nicht hin und her schwingt. Verwenden Sie die Mittelsäule so wenig wie möglich, denn je höher sie ist, desto empfindlicher reagiert die Kamera auf kleinste Bewegungen.
Die 500er-Regel
Eine der größten Herausforderungen für Astrofotografen ist die Erdrotation. Um zu verhindern, dass die Sterne verschwimmen, gibt es eine einfache Regel, die sogenannte „500er Regel“. Hierbei wird die Brennweite des Objektivs durch 500 geteilt, um die längste Verschlusszeit in Sekunden zu ermitteln, bei der die Sterne noch scharf abgebildet werden. Bei einem 24-mm-Objektiv beispielsweise entspricht 500/24 etwa 20 Sekunden. Wenn Sie eine hochauflösende Kamera wie die Alpha 7R V mit ihrem 61-Megapixel-Sensor verwenden, müssen Sie die Regel möglicherweise auf 400 ändern, damit die Sterne gestochen scharf sind.
Blende und ISO
Damit Sie die niedrigste ISO-Empfindlichkeit verwenden können, sollte so viel Licht wie möglich auf den Sensor treffen. Stellen Sie dazu Ihr Objektiv auf die größte Blendenöffnung ein, idealerweise auf f/2.8 oder größer. Bei diesen Einstellungen steuert die ISO-Empfindlichkeit die Belichtung.
Fangen Sie mit ISO 1600 an, überprüfen Sie dann die Ergebnisse und passen Sie die Einstellungen entsprechend an. Für ein helleres Bild können Sie auf ISO 3200 oder sogar 6400 erhöhen. Wenn Sie ein dunkleres Bild und noch schärfere Sterne wünschen, halbieren Sie die Verschlusszeit oder die Empfindlichkeit, z. B. auf ISO 800. Mit Sicherheit werden Sie ein wenig experimentieren müssen.
Rauschunterdrückung
Die besten Ergebnisse lassen sich mit nicht komprimierten RAW-Bildern und der Funktion Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung erzielen. Dabei wird ein zweites Bild mit der gleichen Belichtungszeit, aber mit geschlossener Blende aufgenommen, sodass die Kamera das durch die Sensorwärme verursachte Rauschen entfernen kann. Beachten Sie jedoch, dass dies bei Langzeitbelichtungen sehr zeitaufwendig ist, da sich die Zeit zwischen den einzelnen Aufnahmen verdoppelt. Wenn Sie wenig Zeit haben, können Sie diese Einstellung deaktivieren und eine RAW-Bearbeitungssoftware verwenden, um das Bildrauschen zu entfernen. Dabei können jedoch einige Sterne verloren gehen, die als verrauschte Pixel identifiziert werden.
Fokussierung
Die Sterne am Himmel werden am besten manuell fokussiert, was mit dem Fokusvergrößerungstool ganz einfach ist. Wählen Sie MENÜ → (Fokus) → [Fokus-Assistent] → [Autovergrößerung bei MF] → [Ein]. Wenn Sie den manuellen Fokussierring am Objektiv drehen, wird auf dem Bildschirm eine Lupe angezeigt. Drücken Sie die mittlere Taste des Einstellrads, um weiter zu vergrößern und mit absoluter Präzision zu fokussieren.
Finger weg von der Kamera
Auch wenn Ihr Stativ die Kamera stabilisiert, sollten Sie einen Selbstauslöser verwenden, um unnötige Bewegungen zu vermeiden, zumal selbst die kleinste Bewegung die Schärfe bei Langzeitbelichtungen beeinträchtigen kann. Gehen Sie zu MENÜ → (Aufnahme) → [Aufnahmemodus] → [Selbstauslöser (einzeln)] und fügen Sie eine Verzögerung hinzu, nachdem Sie den Auslöser gedrückt haben. Fünf Sekunden sollten ausreichen, damit alle Mikrobewegungen der Kamera nach dem Drücken des Auslösers zum Stillstand kommen, bevor der Verschluss ausgelöst wird.
Alternativ können Sie mit der Sony Imaging Edge Mobile Software den Auslöser auch aus der Ferne über Ihr Smartphone oder Tablet auslösen.
Die letzte Option ist die RM-SPR1 Fernbedienung, mit der der Verschluss über eine Kabelverbindung ausgelöst werden kann, ohne die Kamera zu berühren.
Kurzfassung