Mein Name ist Kristīne Zāle und ich würde mich selbst als Makrofotografin beschreiben, die gewöhnliche Elemente der Natur auf eine neue, nähere und lebendigere Art und Weise zeigen möchte. Mit meiner Arbeit möchte ich die kleinen Details zeigen, an denen die meisten Menschen tagtäglich vorbeigehen, ohne sie zu bemerken. Die zarten Texturen eines herabgefallenen Blattes, die kleinsten Bewegungen eines Insekts, das sanfte Leuchten eines Blütenblattes im Sonnenlicht oder die verborgenen Formen unter der Kappe eines Pilzes – sie alle können, aus der Nähe betrachtet, außergewöhnlich sein.
In den wärmeren Monaten konzentriere ich mich normalerweise auf Blumen und Insekten, aber wenn der Herbst kommt, ändern sich die Motive. Die Welt wird dann ruhiger. Die Farben verblassen, das Licht wird weicher und die verbleibenden Details sind subtiler und oft schwieriger zu erkennen. Diese Jahreszeit lädt zu einer langsameren, nachdenklicheren Herangehensweise an die Fotografie ein. Und in diesem Herbst wollte ich genau diese ruhige Zeit zwischen den wärmeren und kühleren Monaten mit meiner Kamera einfangen. Die meiste Zeit habe ich mit meiner Kamera im botanischen Garten meines Wohnortes verbracht.
© Kristīne Zāle | Sony α7 IV + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/100s @ f/7.1, ISO 1000
Der botanische Garten ist für mich längst das ganze Jahr über mein Lieblingsort. Aber im Spätherbst verwandelt er sich in etwas völlig anderes als in den Jahreszeiten davor. Die meisten der sonst leuchtenden Farben sind bereits verblasst und die Wege sind mit sanften Braun- und Gelbtönen überzogen. Die Luft ist kühl und feucht und die Tage werden kürzer. Aber auch ohne blühende Blumen steckt der Garten voller stiller Details. Verstreute Eicheln unter Eichen, Regentropfen auf heruntergefallenen Blättern, mit zarten Nadeln bedeckte Lärchenzweige, gekräuselte Blätter, die Miniaturlandschaften bilden, und winzige Pilze, die fast unsichtbar zwischen den gefallenen Blättern auftauchen – sie alle werden zu lohnenden Motiven. Die Stille dieser Jahreszeit lässt jede kleine Entdeckung irgendwie bedeutsamer erscheinen. Viele Tage waren verregnet und meine Hände waren am Ende meiner Fotospaziergänge oft eingefroren, aber die sanfte Atmosphäre verlieh jedem gefundenen Moment etwas ganz Besonderes.
Ich bekam die Gelegenheit, solche Momente mit dem Sony FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS zu erkunden. Da ich das 90-mm-Makroobjektiv von Sony schon seit Jahren verwende, war ich gespannt, wie dieses neue Objektiv meine Sicht auf die Jahreszeit beeinflussen würde. Der Herbst kann für die Makrofotografie eine Herausforderung darstellen, da das natürliche Licht begrenzt ist und die Motive klein und leicht zu übersehen sind. Diese Jahreszeit eignet sich aber perfekt, um die Welt unter den eigenen Füßen einmal genauer zu betrachten. Das kann einen mit außergewöhnlichen Momenten belohnen. Einen dieser Momente gab es gegen Ende eines langen Spaziergangs mit meinem Mann. Wir wollten den Garten gerade verlassen, nachdem wir die letzten Eichen fotografiert hatten, die noch Blätter trugen. Ich dachte, bereits alles Lohnende für diesen Tag eingefangen zu haben, als ich zwischen Schichten aus herabgefallenen Blättern einen kleine Stelle mit Pilzen bemerkte. Ich wollte schon lange eine solche Szene fotografieren, also ging ich in die Hocke, um ein paar Fotos zu komponieren. Dann geschah etwas Unerwartetes. Nach einem durchweg bewölkten Tag zeigte sich plötzlich die Sonne. Warmes, goldenes Licht brach durch die Wolken und tauchte die Pilze in einen sanften Glanz. Es war, als hätte die Natur mich in diesen letzten Minuten des Tages mit perfektem Licht beschenkt. Ich vergaß meine frierenden Finger und die Kälte und konzentrierte mich darauf, diesen flüchtigen Moment kurz vor Sonnenuntergang festzuhalten. Diese Aufnahmen gehören jetzt zu meinen Lieblingsmotiven dieser Jahreszeit.
© Kristīne Zāle | Sony α7 IV + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 1.4x Teleconverter | 1/40s @ f/4.0, ISO 160
Während desselben Spaziergangs fand ich auch den kleinsten Pilz, den ich je fotografiert habe. Er war wirklich eine Miniatur, kleiner als mein Daumennagel und zwischen den Blättern fast unsichtbar. Ich nutzte den 1,4-fach Telekonverter zusammen mit dem Objektiv, um nah genug heranzukommen und jedes Detail einfangen zu können. Ohne den Telekonverter wäre mir vielleicht keine so wirkungsvolle Aufnahme gelungen. Zum Größenvergleich hielt ich sogar meinen Finger daneben und machte ein Foto davon. Denn ohne Kontext erkennt man gar nicht, wie winzig der Pilz wirklich war. Der Blick durch das Objektiv erinnerte mich wieder einmal daran, warum die Makrofotografie auf mich so eine magische Wirkung hat. Was zunächst unbedeutend oder gar unauffällig erscheint, wird aus der Nähe betrachtet zu einer wunderschönen Welt aus Texturen und Formen.
Als ich das FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS zum ersten Mal in die Hand nahm, fiel mir zuerst sein geringes Gewicht auf. Ich hatte ein schwereres Objektiv erwartet, vor allem, weil es auch ohne Telekonverter Vergrößerungsraten von über 1:1 von bis zu 1,4:1 erreichen kann. Stattdessen kam es mir ungefähr so schwer vor wie mein 90-mm-Makroobjektiv. Der gummierte Fokusring war eine zwar kleine, aber erfreuliche Verbesserung, da sich das Objektiv dadurch bei kälterem Wetter angenehmer anfühlt. Positiv war auch der vertraute Rückziehmechanismus zum Umschalten in den manuellen Fokus und die beiden programmierbaren Tasten. Sie waren unabhängig von der Ausrichtung, in der ich fotografiert habe, leicht erreichbar. Bezüglich der Bildqualität lieferte das Objektiv die erwartetet Klarheit und Detailgenauigkeit. Die Schärfe war ausgezeichnet, und das auch bei einem Zoom von 100 %. Am meisten beeindruckte mich dabei, wie konstant scharf die Bilder selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen oder stärkeren Vergrößerungen waren. Ein Beispiel dafür ist ein Fokus-Stack mit 45 Aufnahmen eines kleinen Eichelhütchens. Bei Verwendung des 2-fach Telekonverters füllte das Eichelhütchen bei nahezu vollständiger Fokussierung das gesamte Bild aus. Nach dem Stapeln der Bilder wirkte das Endergebnis dann wie eine Miniatur-Landschaft aus der Perspektive einer Ameise. Die winzigen Rillen und Texturen kamen auf eine Weise zum Vorschein, wie ich sie noch nie zuvor eingefangen hatte. Es war faszinierend zu sehen, wie sich ein so scheinbar einfaches Objekt in etwas so Detailreiches und Komplexes verwandeln kann.
Die Leistung des Autofokus war schneller, als ich es für Makroaufnahmen erwartet hatte. Beim Vergleich des 100-mm-Objektivs mit meinem älteren 90-mm-Objektiv stellte ich fest, dass das neue Objektiv schneller scharf stellte. Das galt vor allem für den Vergleich der Geschwindigkeiten ohne Fokusbegrenzung. Auch die Nachführung funktionierte reibungslos. Aber was mein Erlebnis beim Fotografieren wirklich verändert hat, war die Vollzeit-DMF-Option. Da ich den Fokusring jederzeit verstellen konnte, noch bevor ich den Verschluss halb gedrückt hatte, bekam ich mehr Kontrolle über das endgültige Bild. Wirklich beeindruckt hat mich auch, dass ich mit der AF-Objektverfolgung den Fokus sanft auf etwas lenken konnte, das etwas näher oder weiter entfernt war, und die Kamera dann das neue Motiv weiterverfolgte. Das kann keines meiner anderen Objektive, und es hat das Fotografieren kleiner Objekte, zum Beispiel zwischen Blättern, sehr viel einfacher gemacht.
Durch die Telekonverter bekam ich noch mehr Möglichkeiten. Mit dem 1,4-fach Telekonverter fotografierte ich Pilze, winzige Lärchennadeln, eine Spinne, die durch Herbstlaub krabbelt, und Regentropfen auf einem heruntergefallenen Blatt. Jedes Motiv erschien größer und detailreicher, ohne dass ich es stark zuschneiden musste. Der 2-fach Telekonverter ermöglichte mir extrem nahe Ansichten, zum Beispiel den Fokus-Stack des Eichelhütchens. Ich habe mit ihm auch noch andere Details der Eicheln mit starker Vergrößerung eingefangen. Und wenn ich die Kamera auf den Boden stellte, blieb alles stabil, während ich mit f/5.6 fotografierte, der größten Blende, die für den 2-fach Telekonverter verfügbar ist. Die Ergebnisse waren sehr scharf und voller Textur. Diese Kombination wird im Sommer besonders beim Fotografieren scheuer Insekten nützlich sein. Denn man kann Aufnahmen machen, die das Bild ausfüllen, ohne zu nah heranzugehen und zu riskieren, die Tiere zu verscheuchen. Das Herbstlicht ist zwar oft nur begrenzt verfügbar, aber dank des Objektivs erhielt ich auch bei überraschend schwachen Lichtverhältnissen sehr gute Ergebnisse. Ich habe beispielsweise scharfe handgeführte Bilder mit 1/100 Sekunden, 1/40 Sekunden und sogar mit 1/13 Sekunden aufgenommen. Außerdem habe ich einen handgeführten Fokus-Stack mit 15 Bildern bei 1/20 Sekunden erstellt. Die Ergebnisse mit diesen Verschlusszeiten haben mich wirklich überrascht. Ich hatte in dieser Jahreszeit bereits ein wenig fotografiert und dachte, es sei genug. Aber nachdem ich das Objektiv bekommen hatte, wollte ich es sofort ausprobieren und die Szenen aus diesem Herbst noch um einiges erweitern. Ich bekam schnell Lust, mehr zu erkunden, länger zu wandern und dabei langsamer zu werden, um auch die kleineren Dinge zu schätzen. Ich begann nach Motiven zu suchen, die ich sonst vielleicht übersehen hätte. Ohne das Objektiv hätte ich den Miniaturpilz, das goldene Sonnenlicht auf dem Waldboden, die detailreichen Eicheltexturen oder die vielen stillen Szenen, die sich unter den Blättern verbergen, nicht einfangen können.
© Kristīne Zāle | Sony α7 IV + FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS + 2x Teleconverter | 1/125s @ f/8.0, ISO 1250
Das Sony FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS half, die Magie des Spätherbstes auf frische und inspirierende Art und Weise zu enthüllen. Es verwandelte einfache Details in winzige Wunder und erinnerte mich daran, dass die Natur selbst in den ruhigsten Jahreszeiten immer noch etwas Außergewöhnliches für alle bietet, die genau hinsehen.