Ein Skifahrer meistert eine anspruchsvolle Piste bei hoher Geschwindigkeit

Im Rausch der Berge

Mine Kasapoğlu

Es ist Januar 2021 und die Profi-Sportfotografin Mine Kasapoğlu blickt auf eine kurvenreiche Strecke aus Schnee und Eis, die sich zwischen Bäumen und Felsen hindurchzieht. Das ist die Streif, die Weltcup-Abfahrtspiste der Herren am Hahnenkamm in den Kitzbüheler Alpen in Österreich. Es ist eine schwierige und kräftezehrende Abfahrt von über 860 Metern, die als die anspruchsvollste der Welt gilt. Hier ist kein Platz für Fehler.

„Das ist die härteste Abfahrtsstrecke, die es gibt“, erklärt Mine. „Es ist wahnsinnig, aber unglaublich, diese Athleten dabei zu beobachten, wie sie ihren Mut und ihr Können im Sprint nach unten testen.“

Die Bewunderung, die Mine für die Skifahrer hegt, die diese tückischste aller Strecken in Angriff nehmen, ist unübersehbar. „Ich möchte in meinen Aufnahmen zeigen, wie perfekt und unerschrocken die Sportler aussehen“, sagt sie. „Es geht mir nicht darum, die Stürze zu fotografieren, denn so sehe ich sie nicht. Ich finde, sie verdienen diese Herangehensweise, denn für mich sind sie Superhelden, und ich möchte zeigen, wie sie nach Perfektion streben. Wenn ich in der Menge wäre, würde ich sie anfeuern, aber mit meinen Bildern kann ich sie ebenfalls unterstützen.“

Ein Skifahrer in geneigter Haltung bei der Abfahrt

© Mine Kasapoğlu | Sony α9 II + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/16000s @ f/3.2, ISO 800

Teil ihres Ansatzes ist es, die menschliche Seite des Profisports zu erforschen, etwas, das in Vergessenheit geraten kann, wenn alle Bilder einsame Figuren zeigen, die sich den Berg hinunterkämpfen. „Ich liebe es natürlich, die Skirennfahrer in Aktion einzufangen, aber auch die Vorbereitung ist Gold wert“, sagt sie. „Ich habe zum Beispiel eine Aufnahme von Max Franz gemacht, der einen ruhigen Platz gefunden hat, um die Strecke abzufahren und die Kurven und Abfahrten im Kopf durchzugehen.“

Ein Skifahrer, der sich nach einem Lauf auf seine Stöcke stützt und erholt

© Mine Kasapoğlu | Sony α9 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS | 1/2000s @ f/3.2, ISO 400

Skirennen sind eine Herausforderung für Fotografen und Athleten gleichermaßen. Für Skifahrer gibt es keinen Spielraum für Fehler – das gilt auch für diejenigen, die ihre rasante Abfahrt festhalten. „Es ist wichtig, den richtigen Ort zu wählen“, erklärt Mine, „aber wie bei jedem Outdoor-Sport haben Licht und Wetter einen großen Einfluss und können alles verändern. Es gibt großartige Aufnahmen von Kitzbühel von vergangenen Turnieren, mit Zuschauermassen im Hintergrund. Leider gab es 2021 keine Zuschauer!“

Natürlich kann es mitunter schwierig sein, ein Motiv zu fokussieren und in Szene zu setzen, das sich mit 140 km/h bewegt – es sei denn, man verwendet die Sony α 9 II. Bei dieser Veranstaltung nutzte Mine ihre α 9 II zusammen mit dem FE 400 mm f/2.8 GM OSS und machte wie üblich wirklich beeindruckende Aufnahmen. „Das Timing ist extrem wichtig“, sagt sie, „denn bei dieser Geschwindigkeit können die Skifahrer im Handumdrehen aus dem Bild sein. Die Komposition ist eine Frage der Erfahrung und der Konzentration. Es gibt immer ein paar Anhaltspunkte dafür, wann ein Skifahrer ins Bild kommt. Sie fahren in Abständen von etwa 45 Sekunden, so dass man sich darauf einstellen kann, und manchmal sieht man, dass die Fernsehkameras auf sie gerichtet sind, bevor sie in Sichtweite kommen.“

Skifahrer bei einem Sprung in der Luft

© Mine Kasapoğlu | Sony α9 II + FE 400mm f/2.8 GM OSS + 1.4x Teleconverter| 1/10000s @ f/4.0, ISO 640

Der verdunkelungsfreie elektronische Sucher der α 9 II spielt laut Mine Kasapoğlu eine große Rolle für gelungene Aufnahmen – in Kombination mit dem elektronischen Verschluss und einer exzellenten Bildrate ist die Kamera perfekt geeignet für Action. „Durch diese Kamera hat sich meine Art und Weise, wie ich auf der Piste fotografiere, wirklich verändert“, erklärt sie. „Ich kann dem Motiv ganz einfach folgen, 20 Bilder pro Sekunde aufnehmen und weiß, dass jedes Bild gestochen scharf ist. Der elektronische Sucher ist übrigens auch im Schnee unglaublich toll. Aufgrund der Umgebungshelligkeit kann ich die Bilder nicht auf dem Hauptbildschirm überprüfen. Mit der α 9 II weiß ich dennoch, dass sie alle perfekt scharf sind.“

„Die meiste Zeit verwende ich den Echtzeit-Tracking-Modus. Damit wird der Skifahrer erfasst und perfekt fokussiert. Wenn möglich, mache ich das vom Tor aus, so dass die Kamera den Skifahrer länger verfolgen kann, wenn er auf mich zukommt. Es ist hilfreich, dass der Kontrast zwischen ihm und dem Schnee sehr hoch ist – allerdings funktioniert es auch in nicht so perfekten Situationen hervorragend.“

Wenn man eine Bewegung mit einer derartigen Vergrößerung einfriert, kommt es immer auch auf die erreichbaren Verschlusszeiten an. Mine Kasapoğlu verlässt sich dabei auf den elektronischen Verschluss der α 9 II und die hohe ISO-Leistung und verwendet Einstellungen von bis zu 1/16.000 Sekunde. „Ich nutze jetzt immer den elektronischen Verschluss“, erklärt sie. „Diese Funktion ist mein absoluter Favorit. Ich kann mehr Bilder aufnehmen, sie sind schärfer und der Verschluss arbeitet völlig geräuschlos, so dass die Fotografen um mich herum nicht genau wissen, wann ich den Auslöser drücke – das gefällt mir.“

Skirennfahrer mit hoher Geschwindigkeit auf der Piste

© Mine Kasapoğlu | Sony α9 II + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/10000s @ f/3.2, ISO 800

Am Ende muss es einen Sieger geben. Der Sieger der Hahnenkamm-Abfahrt von 2021 war der Schweizer Beat Feuz, der die Strecke in 1:53,77 Minuten absolvierte und damit den Rekord nur knapp verfehlt hat. Für Fotografen stellt sich Erfolg auf unterschiedliche Weise ein. Mine geht es darum, „Emotionen präzise widerzuspiegeln. Ich möchte, dass dem Betrachter das Herz aufgeht, wenn er sieht, was ich fotografiert habe – genauso wie es mir in diesem Moment der Aufnahme ergangen ist. Das kann der Gesichtsausdruck eines Sportlers sein, seine Körpersprache oder die Art und Weise, wie er sich in eine Kurve hineinwirft. Solange es mich mitreißt, ist es das, wonach ich suche.“

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Mine Kasapoğlu

Mine Kasapoğlu | Turkey

„Auf der Suche nach dem richtigen Licht, Dynamik und Emotionen und genau im richtigen Augenblick aufgenommen“

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