schneeleopard läuft durch den schnee

Seltene Momente

Andy Rouse

Irgendwo auf einem hohen, gefrorenen Plateau in der Mongolei steht der Naturfotograf Andy Rouse kurz vor einem ganz besonderen Ereignis seines Lebens. Aber wie bei allem Guten stehen vor dem Erfolg einige Anstrengungen. „Ich saß in unserem Fahrzeug, das von Wind und Schnee angegriffen wurde, und sagte mir, dass ich in sechs Stunden wieder hier drin sitzen würde, egal, was das Wetter mit mir macht“, erklärt er. „Aber ich hoffte, dann etwas Wunderbares gesehen zu haben.“

einzelner schneeleopard im schnee starrt in die kamera © Andy Rouse | Sony α1 II + FE 600mm f/4 GM OSS + 1.4x Teleconverter | 1/500s @ f/8.0, ISO 8000

Stunden später kehrt Andy mit einem großen Häkchen auf seiner Wunschliste zurück. „Wir hatten drei Tage in den Verstecken dort verbracht“, erinnert er sich, „in der Hoffnung, eine der scheuesten Katzen der Welt, den Schneeleoparden, in freier Wildbahn fotografieren zu können. Bis zu diesem Morgen hatten wir nichts erreicht, aber irgendwann suchte ich mit meinem Objektiv den gegenüberliegenden Hang ab, als sich ein vermutlicher Stein umdrehte und mich ansah. Ich weiß noch, dass ich einfach dachte: ‚Oh mein Gott, ein Schneeleopard.‘ Ich war einfach fasziniert, eine Spezies in freier Wildbahn zu sehen, von der ich immer geträumt hatte. In diesem Moment war ich einfach nur glücklich.“ Bei Temperaturen von -20 °C und nach einem 300 Meter hohen Aufstieg vom Plateau aus hat sich Andy diesen Moment wirklich verdient. Die Bedingungen, denen er widerstanden hat, um diese unglaublichen Bilder zu bekommen, fasst er in einem Wort zusammen: „Schrecklich! Ich habe die beste Polarkleidung, die man nur kriegen kann, aber wenn man stundenlang bei diesen Temperaturen draußen sitzt, reagiert der Körper irgendwann. Man zittert unkontrolliert und die Hände erstarren zu Krallen.“

gefrorener tierschädel in einer winterlichen landschaft © Andy Rouse | Sony α1 II + FE 24-70mm f/2.8 GM II | 1/160s @ f/20, ISO 640

„Solche Bedingungen sind schwierig, aber man muss sich ihnen aussetzen, weil es die reale Umgebung der Motive ist“, fährt er fort. „Man tut es wegen der Tiere, von denen man lange geträumt hat, sie zu sehen. Außerdem war ich schon immer der Meinung, dass man bessere Bilder macht, wenn man die gleiche Umgebung wie sein Motiv erlebt. Wenn man Aufnahmen aus einem warmen Fahrzeug heraus macht und dabei eine heiße Suppe serviert bekommt, geht die Authentizität verloren. Ich habe schon immer hart für meine Bilder gearbeitet, aber das Fotografieren dieser Schneeleoparden war sowohl eine körperliche als auch eine kreative Herausforderung.“ Angesichts der trostlosen Ebenen und vor Kälte zitternden Berge der Mongolei, die als ein Synonym für Wildnis stehen, scheint es beinahe wie Ironie, dass dieses Erlebnis der Höhepunkt eines Kampfes gegen die kreative Leere war. Aber für Andy war es genau das. „Durch all die Planung und Vorbereitung für eine solche Expedition begann die Arbeit schon viele Jahre zuvor. Für mich ging es auch darum, die wahre Liebe zur Fotografie wiederzufinden“, erklärt er. „Ich hatte jahrzehntelang Tiere fotografiert und war einfach ausgebrannt. Ich wollte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und nicht mehr so weit reisen. Doch dann kam Covid und mein Geschäft brach zusammen.“

schneeleopard auf einem felsen schaut in die kamera © Andy Rouse | Sony α1 II + FE 600mm f/4 GM OSS + 1.4x Teleconverter | 1/1000s @ f/5.6, ISO 2500

„Aber das gab mir die Zeit, herauszufinden, worauf es bei meiner Arbeit ankommt“, fährt er fort. „Ich fing wieder an, einfach aus Spaß mit einer Kamera unterwegs zu sein, baute Verstecke und setzte Projekte um. Und das einfach nur, um ohne Druck mit den Tieren zusammen zu sein. Dadurch konnte ich mich neu fokussieren und mich wieder mit meiner Arbeit verbinden. Ich glaube, dass ich das Risiko der Reise zu den Schneeleoparden ein paar Jahre zuvor nicht eingegangen wäre. Oder ich hätte das alles anders erlebt.“ Obwohl er einen kreativen Neustart brauchte, gab es Aspekte in Andys Karriere, die ihm immer geholfen haben, beispielsweise sein umfangreiches praktisches Fachwissen. „Schneeleoparden sind vor allem deshalb so besonders, weil es so schwierig ist, sich ihnen zu nähern“, erklärt er. „Ein Teil des Erfolgs besteht darin, sich mit den richtigen Leuten an den richtigen Ort zu begeben. Als Fotograf muss man sich aber unbedingt gut selbst kennen, wenn man vor Ort ist. Ich hatte zwar keine Erfahrung mit Schneeleoparden, aber ich kannte andere Raubtiere sehr gut.“

schneeleopard sitzt auf einem felsvorsprung © Andy Rouse | Sony α1 II + FE 600mm f/4 GM OSS + 1.4x Teleconverter | 1/1000s @ f/5.6, ISO 1600

„Sie sind scheu und vorsichtig und mögen uns nicht besonders, was ja auch vernünftig ist. Man muss sich darüber im Klaren sein, wie diese Tiere einen wahrnehmen. Das hilft in fotografischer Hinsicht, und wenn man ihre Triggerpunkte kennt, kann man sie länger beobachten. Auch die Kleidung ist wichtig, die Bewegungen, und sogar Dinge wie der Verzicht auf das Kameradisplay, weil es bei schwachem Licht wie ein Leuchtfeuer zu sehen ist. Außerdem müssen sich die Taschen lautlos öffnen lassen, wenn man einen neuen Akku herausholt.“ Sobald Andy Chancen für gute Aufnahmen gesehen hat, konnte er sie dank seiner jahrelangen praktischen Erfahrung und mithilfe seiner Sony Ausrüstung umsetzen. „Viele Leute haben sehr hart gearbeitet, um die Reise zu den Schneeleoparden zu ermöglichen. Dazu gehörten Familie, Freunde, Agenten und Guides. Nach einer Sekunde der reinen Begeisterung war ich daher voll und ganz darauf konzentriert, die schönsten Bilder zu machen, um niemanden zu enttäuschen. Wir waren nah genug, um insgesamt fünf der Tiere zu fotografieren, darunter auch Jungtiere. Es war einfach unglaublich.“ Welche Tipps hat er für uns? „Vor allem muss man seine Kamera so gut kennen, dass man nicht erst den richtigen Knopf suchen muss, wenn etwas Erstaunliches vor einem passiert. Ich habe meine Sony α 1 II genau nach meinen Wünschen eingestellt, sodass ich mein Auge nie vom Sucher nehmen muss. Und ich reduziere zum Beispiel die AF-Optionen auf das Nötigste, damit ich im Sekundenbruchteil durch sie hindurchwechseln kann.“

2 schneeleoparden spielen auf einem felsen © Andy Rouse | Sony α1 II + FE 600mm f/4 GM OSS + 1.4x Teleconverter | 1/640s @ f/5.6, ISO 3200

Andy ist seit über 25 Jahren Profi und wechselte erst in den letzten 18 Monaten zur Sony α. Die Vorteile sind für ihn aber schnell deutlich geworden. Die Schneeleoparden fotografierte er mit seiner Sony A1 II und dem FE 600mm f/4 GM Objektiv, arbeitete aber auch mit dem FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS und dem FE 300mm f/2.8 GM OSS: „Ich glaube, das beste Kompliment, das ich diesen Kameras und Objektiven machen kann, ist, dass sie das ‚geht nicht‘ aus dem Denken beseitigen“, sagt er. „Insbesondere die 50-Megapixel-Auflösung der α 1 II war für ein Projekt wie dieses entscheidend“, fährt er fort, „denn ich kann das Bild zuschneiden, um meine Reichweite zu vergrößern. Wenn ich die Auflösung auf 25 Megapixel halbiere, verdoppelt sich dieses 600-mm-Objektiv auf 1200 mm, und mit dem TC 1,4-fach Telekonverter sind es fast 1700 mm. Perfekt für Aufnahmen einer Großkatze, die nicht in der Nähe von Menschen sein möchte. Die Detailgenauigkeit und Klarheit sind auch beim Verkauf von Drucken und Bildern an die Medien wichtig, da ich das als professioneller Fotograf natürlich brauche.“

Andy Rouse mit seiner Sony Kamera © Andy Rouse

Durch Andys Reise konnte er auch fotografische Erwartungen mit persönlichen Zielen in Einklang bringen. „Mit mehr Erfahrung wird man immer mehr zum Realisten“, erklärt er. „Für mich ist jede Begegnung wie diese ein Privileg, und die Bilder sind wie ein Bonus. Man sieht die Fotos anders, wenn man Zeuge von so seltenen und kostbaren Momenten geworden ist. Aber natürlich sind die Fotos wichtig, denn jedes einzelne kann Naturschützern helfen, finanzielle Mittel zu erhalten, oder einem Kind beibringen, dass es Schönheit in unserer Welt gibt, die wir schützen müssen.“ Im vergangenen Jahr konnte Andy durch die Nutzung der Sony Ausrüstung und die neu entfachte Liebe zu seiner Arbeit den Effekt auch in seinen Bildern sehen. „Ich habe dieses Jahr wieder Preise gewonnen, und ich glaube, das ist vor allem darauf zurückzuführen, was die Leute fühlen, wenn sie meine Fotos betrachten. Meine praktischen Erfahrungen fließen weiterhin in sie ein, aber auch wieder die Freude, die ich lange vermisst habe. Diese Freude, die entsteht, wenn ich Dinge sehe, die ich liebe, und dabei helfe, sie zu bewahren.“

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