Majestätischer Wasserfall mit Regenbogen-Lichtbrechung im Dunst

Pionier der Wasserfälle

Páll Stefánsson

Nach einer 2 Kilometer langen Wanderung um 2 Uhr nachts in Dettifoss, im Nordwesten Islands, um einen Wasserfall im perfekten Licht zu fotografieren, vergaß Páll Stefánsson völlig, Fotos zu schießen. Erst als er mit seinem Sohn zum Van zurückging, begriff er, dass er die „perfekt herabstürzenden Wassermassen“ gar nicht aufgenommen hatte. Und was zunächst wie eine vertane Chance erschien, zieht sich letztlich wie ein roter Faden durch die Landschaftsaufnahmen von Páll. Nach dieser Reise begann er, die unzähligen Wasserfälle Islands so zu dokumentieren, wie er es sich vorgestellt hatte. „Drei Jahre in Folge kehrte ich immer am gleichen Tag zurück und versuchte, nochmal dieselbe Aufnahme zu machen, obwohl sie nie ganz gleich war“, sagt er lachend. „Aber so ist die Natur. Sie verändert sich ständig und steht nie still, man muss sie erleben, in sie eintauchen und ihr wahres Gesicht auf natürliche Art zeigen.“

Es gibt drei verschiedene Aggregatzustände für Wasser und so auch für Wasserfälle – fließender Strom, ätherischer Dampf, gefrorenes Eis oder, wie manchmal in Island, alle drei gleichzeitig. Und Páll will diese faszinierenden Orte nicht nur im goldenen Licht der Morgen- oder Abenddämmerung zeigen. Kein Porträt der unzähligen Wasserfälle des Landes wäre also komplett ohne den weiteren Blickwinkel seiner Alpha 7R IV.

Vereister Berghang in Island © Páll Stefánsson | Sony α7R IV + FE 135mm f/1.8 GM | 1/320s @ f/3.5, ISO 400

„Eines Morgens zum Beispiel versprach der Wetterbericht nichts Gutes, aber ich fuhr trotzdem in nördliche Richtung nach Foss í Fossá, denn ich wusste, dass mich nach dem Sturm interessante Motive erwarten“, sagt er. „Ich buchte ein Hotelzimmer in einem kleinen Dorf in der Nähe und es fiel so viel Schnee, dass mich das Hotel unterwegs anrief und fragte: ‚Glauben Sie wirklich, dass Sie durchkommen?‘ Der Schneesturm war so dicht, dass ich nicht wusste, auf welcher Straßenseite ich fuhr! Am Morgen dann war das Licht genau so schön, wie ich es erwartet hatte – aber der Wasserfall war komplett gefroren und seine sonst schwarzen Klippen ganz weiß. Er hatte seinen Aggregatzustand geändert. Ein ungewöhnliches und meist unbemerktes Schauspiel. Und das 50mm G Master Objektiv fing das Bild perfekt ein.“

Er lobt auch seine anderen Sony G Master Objektive. „Das 50mm f/1.2 ist das beste Objektiv, das ich je hatte, und ich hatte gewiss schon viele! Die Kombination aus Schärfe und Geschwindigkeit der G Master Objektive ist unglaublich. Ich bevorzuge diese weite Linsenöffnung, da ich gerne in niedrigeren ISO-Bereichen arbeite. Und in Kombination mit der Auflösung meiner Alpha 7R IV ist die Qualität unglaublich. Mehr als ausreichend für meine großformatigen Landschaftsdrucke.“

Schneebedeckte Klippen über dem Meer © Páll Stefánsson | Sony α7R IV + FE 50mm f/1.2 GM | 1/640s @ f/7.1, ISO 200

Was die Belichtung und Komposition seiner Wasserfallmotive betrifft, hat Páll einen Tipp, der sich fast wie ein altes skandinavisches Sprichwort anhört. „Man muss zum Wasserfall ehrlich sein“, sagt er lachend, „und darf sich nicht über ihn lustig machen! Was ich damit meine? Machen Sie ein Bild, das so natürlich aussieht, wie Sie die Szene wirklich sehen. Was also beispielsweise die Blendenöffnung betrifft, so blende ich nicht zu stark ab. Ich erlebe diese Orte nicht vollständig gestochen scharf. Warum also sollte ich sie so fotografieren? Ich verwende gerne ein Stativ, auch wenn ich mit einer schnelleren Verschlusszeit arbeite, denn das bremst mich und hilft mir, ein besseres Bild zu machen.“

Dieser Ansatz erstreckt sich auch auf die Wahl seiner Objektive. „Ich bevorzuge eindeutig eine natürlichere Perspektive“, erklärt Páll, „deshalb habe ich die meisten meiner Wasserfälle mit dem 50mm G Master aufgenommen. Fotografiert man Landschaften so, sieht man weniger das Objektiv, sondern nur das Motiv! Das ist realistischer. Aber für das folgende Bild habe ich ein längeres Objektiv verwendet, das fantastische 135mm f/1.8 GM, mit der Kamera im Seitenverhältnis 1:1, um einen engeren Rahmen zu erhalten.“

Tosender Wasserfall auf seinem Weg ins Meer © Páll Stefánsson | Sony α7R IV + FE 135mm f/1.8 GM | 1/320s @ f/4.5, ISO 125

Bei Aufnahmen an oder sogar unter Wasserfällen bei Wind und Wetter spielt für Páll auch die Beschaffenheit eine wichtige Rolle. „Es gibt Tage, da will ich möglichst nahe an die Wasserfälle herankommen und ihre Höhe und Kraft zeigen. Dann werde ich pudelnass und friere,“ meint er lachend. „Aber am Ende zählt die Aufnahme. Die Sachen trocknen schon wieder. Außerdem lassen mich meine Sony Kameras und Objektive dabei nicht im Stich. Sie haben schon so viel Regen, Kälte und Wasser erlebt, aber mir nie Probleme gemacht.“

Einsame Gestalt an einem vereisten Berghang © Páll Stefánsson | Sony α7R IV + FE 100mm f/2.8 STF GM OSS | 1/400s @ f/5.6, ISO 200

Diese Einwirkungen – sowohl physischer Natur als auch in Sachen Licht – stehen im Mittelpunkt von Pálls Herangehensweise und sind der Schlüssel seines Erfolgs. „Sehen Sie“, meint er zum Abschluss, „man muss diese Momente genießen, und jedem Naturfotografen wird es sicherlich Spaß machen, draußen zu fotografieren. Meiner Meinung nach kommt die Begeisterung, die man dabei empfindet, auf jedem Bild zum Ausdruck. Man sollte sich also unbedingt Zeit nehmen, um die Umgebung zu beobachten und zu genießen, dann wird auch der empfundene Respekt sichtbar. Man mag vielleicht herabstürzende Wassermassen fotografieren, sollte dabei aber selbst nichts überstürzen.“

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