Mann mit Pfeil und Bogen

Der Kampf um den Wald

Alessandro Grassani

Der Dokumentarfotograf Alessandro Grassani steht mit seiner Sony α7R III in der Hand im kenianischen Mau-Wald und wird gleich ein Porträt von Babu Maua aufnehmen. Der 76-Jährige, ein Mitglied des Ogiek-Stammes in traditioneller Bekleidung, führt am entlegensten, heiligsten Ort des Waldes ein Ritual zu Ehren der Waldgeister durch. Es soll der Gemeinschaft eine gute Regenzeit und Ernte sichern – eine symbolische Geste im Angesicht einer sehr realen Gefahr.

Mann mit Stab in seichtem Fluss

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/200s @ f/6.3, ISO 400

Das Porträt soll in einem Kalender namens „Helden des Klimawandels“ erscheinen, den eine italienische Nichtregierungsorganisation finanziert, und für Alessandro ist es der Höhepunkt einer faszinierenden Geschichte. In der Zeit, die sie zusammen verbrachten, erzählt er, „hat Babu Maua mir erklärt, wie wichtig der Wald für die Gemeinschaft der Ogiek ist. Er ist ihre Heimat, der Ort, an dem sie leben, und er bietet ihnen nicht nur Nahrung und Tiere, die sie jagen können – er ist auch ihre wichtigste Quelle für Heilpflanzen.“

Frau mit Wasserkanistern an einem Fluss

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/200s @ f/8.0, ISO 200

Der Wald der Ogiek steht auf Messers Schneide – zwischen Abholzung und ökologisch nachhaltigem Schutz. Als größter Gebirgswald in Ostafrika ist er zugleich das wichtigste Wasserreservoir in Kenia. Etwa 130 Millionen Menschen sind auf das Wasser aus seinen Flüssen angewiesen. Doch der Wald umfasst heute nur noch ein Viertel seiner ursprünglichen Fläche. Er wurde gnadenlos abgeholzt, für Feuerholz und Agrarland für multinationale Unternehmen aus dem Ausland. Dagegen kämpfen die NGO Mani Tese und die Universität Mailand, indem sie die Rechte der Ogiek unterstützen, sie in den Kampf gegen die Abholzung durch nachhaltige Projekte einbeziehen und sich dafür einsetzen, dass sie als rechtmäßige Besitzer und Verwalter ihres angestammten Landes respektiert werden.

Trockene Bäume am Fluss

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/500s @ f/10, ISO 200

Neben dem Porträtauftrag dokumentierte Alessandro drei Wochen lang den Kampf im Herzen des Mau-Waldes. „Eine Geschichte mit der Kamera zu erzählen“, erklärt er, „bedeutet für mich, die Ereignisse darzustellen, ohne die Realität zu direkt zu zeigen. Ich glaube, dass ein Fotograf – auch im Bereich der Dokumentation – nicht zu belehrend auftreten darf, weil sonst die Individualität verloren gehen kann. Es ist wichtig, den Betrachter neugierig zu machen und anzustoßen, ihm eine tiefere Bedeutung zu zeigen, damit er mehr sehen und sich mit der Idee auseinandersetzen will.“ Alessandro ergänzt diese Bilder durch die Geschichten und Erfahrungsberichte der Menschen, die er fotografiert. Mit diesem Ansatz zeichnet er ein vollständiges und besonders überzeugendes Bild.

Gruppe von Männern, die Baumstämme auf einen Laster laden

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/400s @ f/7.1, ISO 400

Bei seiner Arbeit mit der Sony α7R III benutzte er nur ein Objektiv, das FE 24-70 mm f/4 ZA OSS. Dieser einheitliche Blick verleiht dem Projekt eine ausgewogene Ästhetik, „aber vor allem“, sagt er, „zwingt dich dieses Objektiv dazu, sehr nah an die Menschen heranzugehen, die du fotografierst.“ Das macht die Erfahrung und den Austausch zwangsläufig persönlicher, zwischen Fotograf und Subjekt braucht es deshalb Vertrauen, und das sieht man in den fertigen Bildern.

Zwei Frauen in einem dunklen Zimmer

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/160s @ f/4.0, ISO 1600

Darüber hinaus war die Möglichkeit, mit der α7R III „in solch extremen Lichtbedingungen ohne AF-Hilfslicht auf ein Subjekt zu fokussieren, von wesentlicher Bedeutung. Es wäre zu riskant, die Intimität dieser Momente zu zerstören, denn das würde sich auf meine Bilder auswirken“, erklärt er, „und in Kombination mit der Fähigkeit der α7R III, vollkommen lautlos zu fotografieren, konnte ich die Atmosphäre bewahren und unverfälscht einfangen, ohne von den Menschen, die es nicht gewohnt waren, fotografiert zu werden, als störend empfunden zu werden. Zudem helfen mir Funktionen wie das neigbare LCD-Display dabei, meinen Bildern Tiefe zu verleihen und unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen.“

Mann, der mit einem Kanister Feldfrüchte wässert

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/100s @ f/7.1, ISO 400

Während der Wochen, in denen Alessandro in einer tropischen Umgebung lebte und arbeitete, erwies sich auch der beeindruckende, wetterfeste und langlebige Akku der α7R III als nützlich. „Die Aufnahmeorte im Wald lagen bis über 3000 Meter über dem Meeresspiegel“, erinnert er sich, „und die Luftfeuchtigkeit war hoch, es gab anhaltende Regenschauer und wir übernachteten in Zelten, sodass wir die Batterien nicht aufladen konnten. Ich hatte nur vier Akkus dabei, und jeder reichte ein bis zwei Tage, sodass ich eine Woche hatte, bevor ich sie aufladen musste, was bei solchen Projekten unverzichtbar ist.“

Mann mit Gewehr, der durch den Wald geht

© Alessandro Grassani | Sony α7R III + FE 24-70mm f/4 ZA OSS | 1/320s @ f/8.0, ISO 200

Da er den Kampf der Ogiek gegen die Abholzung und die Anstrengungen des Kenya Forest Service hautnah miterlebte, fing er natürlich auch Rückschläge ein, die Teil der Geschichte sind. Der Anblick von Rauch und Flammen in mehreren Meilen Entfernung, Waldflächen, von denen kaum mehr als versengte Erde übrig ist: Solche Bilder zeigen die Frustration der Waldschützer, die gegen einen viel größeren, unsichtbaren Feind kämpfen und zu oft zu spät kommen.

Aber es gibt auch Hoffnung. „Die Fotografie war schon immer ein mächtiges Werkzeug, um auf Dinge aufmerksam zu machen“, schließt Alessandro, „und in der Geschichte waren Dokumentarfotografen immer in der Lage, mit ihren Bildern zu sensibilisieren und Druck auszuüben, zunächst auf die öffentliche Meinung und dann auf die Politik, um Reformen und Veränderungen voranzubringen. Ich bin froh, dass ich meine Kamera in dem Wissen in die Hand nehmen kann, dass ich diese Tradition und diese Ideale fortführe, auch in der Zeit des Internets und der sozialen Medien. Das bringt mich an Orte wie den Mau-Wald, wo meine Bilder hoffentlich etwas bewirken können.“

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Alessandro Grassani

Alessandro Grassani | Italy

„Mein persönliches Ziel ist es, zu der unermüdlichen Suche nach der perfekten Kombination von Schönheit und Wahrheit, die wir Kunst nennen, einen bleibenden Beitrag zu leisten.“

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