Mit der Sony Alpha 7 IV hat Sony eine Kamera vorgestellt, die in vielen Bereichen stark punkten kann – und das zu einem attraktiven Preis. Daher ist sie seit Release bei mir mit an Bord und wird zusammen mit der Sony Alpha 1 regelmäßig genutzt.
Auch bei meinem kürzlich abgeschlossenen 5-monatigen Projekt in Südamerika war sie mit dabei und ich konnte sie dort auf Herz und Nieren prüfen. Bei dem Projekt ging es darum, die wunderschöne und exotische Tierwelt Südamerikas einzufangen. Die Kamera hat von der direkten Sonneneinstrahlung Ecuadors, über die salzige und feuchte Luft auf Galapagos, dem dauerfeuchten tropischen Regenwald im Amazonas, bis hin zu Minusgraden in den Salzwüsten Boliviens auf über 5000m Höhe alles perfekt mitgemacht.
Nach dem Erfolg der Sony Alpha 7 III, einer der beliebtesten Systemkameras, kam mit der Sony Alpha 7 IV 2022 endlich deren Nachfolger auf den Markt. Die Kamera hat zahlreiche Verbesserungen und auch neue Funktionen, sowie eine veränderte Haptik & Optik. Inwiefern diese Kamera für mich ein erfolgreicher Nachfolger ist, wird im Folgenden erklärt.
Äußerlich fast identisch, aber innen ganz anders.
Auch wenn die Alpha 7 III und die Alpha 7 IV sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sind, fallen auf den zweiten Blick einige Unterschiede auf. Die neue Alpha 7 IV ist griffiger und voluminöser. Durch die bessere Ergonomie merke ich gerade bei längeren Shootings, dass die Hand viel langsamer und weniger ermüdet. Ebenso hat die Alpha 7 IV einen verbesserten Schutz vor Regen, Staub und Frost. Dieser Punkt ist bei mir als Wildlife Fotograf sehr wichtig, da die Kameras zum Beispiel in tropischen Regionen viel Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Aber auch auf meinem letzten Trip nach Galapagos war es wichtig, dass kein Sand oder Staub in die Kamera eindringt. Bei der Aufnahme des Leguans am Meer war es beispielsweise sehr windig und der Sand ist nur knapp über dem Boden geweht. In solchen Momenten muss die Kamera nicht nur gut abgedichtet sein, sondern auch über ein gutes Kühlungssystem verfügen.
Und genau das macht für mich ein erfolgreiches Nachfolgermodel aus: Viele interne Optimierungen, die auf den ersten Blick nicht zwingend zu sehen sind, aber doch zeigen, dass die Kamera technisch gesehen völlig neu entwickelt worden ist.
Auch beim Herzstück der Kamera, dem Sensor, wurde aufgestockt: Von 24 Megapixel auf satte 33 Megapixel. Doch warum mehr Megapixel? Für mich hat ein höher aufgelöster Sensor den Vorteil, dass ich mehr Details einfangen und auch nachträglich das Bild zuschneiden kann. Das ermöglicht mir, bei einer noch ausreichenden Auflösung einen engeren Bildausschnitt wählen zu können. Dass die Alpha 7 IV dem neuen Premium-Standard einer 8K-Auflösung (entspricht 32 Megapixel) immer näherkommt, ist auch für den Print-Bereich interessant, da gerade dort Auflösungen eine sehr große Rolle spielen.
Bildmaterial entsprechend schnell gespeichert wird, um den Zwischenspeicher der Kamera wieder zu entleeren. Dazu unterstützt die Alpha 7 IV nun auch Speicherkarten des neuen CF-Express Typ A Standard, der Lese- und Schreibzeiten von 800mb/s bzw. 700mb/s besitzt. Um die Datenmengen bei der Speicherung der Bilder sowie des neuen Autofokus-Systems zu verarbeiten, hat die Alpha 7 IV den neuen BIONZ XR Prozessor.
Doch nicht nur im Bereich der Fotografie hat sich die Alpha 7 IV weiterentwickelt, sondern auch für die Videografen unter uns! 10 bit, S-Cinetone und 4k 60FPS im Crop macht sie noch vielseitiger und kombiniert viele Funktionen in einem Body. Auch der Full-HDMI Out ist für Filmemacher ein wichtiges Feature, das die Konnektivität der Kamera erhöht. Auch spannend zum Filmen: Der Sucher besitzt jetzt eine 1,6-fache Auflösung und das Display ist nun ebenfalls höher aufgelöst und kann gedreht und geschwenkt werden.
Präziser Autofokus
Gerade für Wildlife- & Sport-Fotografie ist es nötig, dass das Autofokus-System nicht nur schnell, sondern auch präzise arbeitet. So ist es bei der Alpha 7 IV möglich, den passen Fokus-Modus zu wählen (Menschen, Tiere oder Vögel) und somit die passende Einstellung für die jeweilige Situation vorzunehmen. So schafft es die Sony Alpha 7 IV beispielsweise, innerhalb kürzester Zeit den Fokus auf das Auge eines vorbeifliegenden Vogels zu setzen. Das stellt für meine Arbeit eine enorme Erleichterung dar, wie man auch bei dieser Aufnahme eines Braun-Pelikans auf Galapagos sehen kann.
Auch die Objektivauswahl ist bei solchen größeren Projekten wichtig. Ich nutze die Alpha 7 IV größtenteils mit den beiden Telezoom-Objektiven FE 70–200 mm f/2.8 GM OSS II und FE 200–600 mm f/5.6–6.3 G OSS. Beide Objektive besitzen einen sehr schnellen Autofokus und sind ebenfalls sehr gut gegen widrige Witterungen geschützt. Somit kann die Kamera mit voller Autofokus-Perfomance arbeiten.
Fazit
Zusammengefasst bietet die Sony Alpha 7 IV alles, was Content Creator brauchen, ohne zu sehr auf eine Nische spezialisiert zu sein. Daher ist sie fest in meinem Setup dabei und wird häufig genutzt. Gerade Belastbarkeit und Zuverlässigkeit sind für mich wichtige Kriterien, und da überzeugt mich die Alpha 7 IV auf ganzer Linie.