„Als Fotografen haben wir das Privileg, in verschiedene Lebensweisen eintauchen zu können“, beginnt der britische Fotograf Ron Timehin. Erst kürzlich reiste Ron nach Indien, um das Holi-Fest zu fotografieren – das hinduistische Fest der Farben. Es ist ein unglaubliches Spektakel und ein Fest der Freude, mit dem der Frühlingsbeginn gefeiert wird. „Mir macht es sehr viel Freude, Orte zu besuchen, die völlig anders sind als die Welt, die wir kennen. Es ist lehrreich und vermittelt einem eine Perspektive, die aufzeigt, wie man sich in der Welt weiterentwickeln kann.“
Statt zu den zentralen Holi-Veranstaltungen, die von unzähligen Touristen besucht werden, zog es Ron aber in die ländlicheren Regionen von Jaipur. „Ich wollte unbedingt hautnah dabei sein und mich unter die Leute mischen. Das kann zwar etwas einschüchternd sein, aber als Fotograf ist es immer wichtig, sich zu trauen und sich auf Neues einzulassen.“
Um die Festlichkeiten einzufangen, verwendete Ron die Sony Alpha 7CR zusammen mit dem FE 24-50mm F/2.8 G Series Objektiv. „Das war die perfekte Ausrüstung, denn bei der Kamera handelt es sich um ein Vollformat-Modell mit dem gleichen hochauflösenden 61-Megapixel-Sensor wie meine Sony Alpha 7R V. Also war es für mich nur logisch, sie zu benutzen. Das 24-50mm G gab mir die nötige Flexibilität, außerdem war es klein. Auf engem Raum mit vielen Menschen, die ich ins Bild bekommen wollte, nutzte ich eine Brennweite von 24 mm, für einzelne Porträts hingegen 50 mm. Es war fantastisch.“
Neben den praktischen Aufnahmefunktionen der Kamera gab es einen noch viel wichtigeren Grund, warum Ron die Alpha 7CR verwenden wollte. „Die Ausrüstung ist zu einem Mittel der Verbindung geworden“, sagt er. „Würde ich mit einer größeren Kamera und einem größeren Objektiv arbeiten, könnte es die von mir fotografierten Menschen einschüchtern und somit ihr Verhalten verändern. Mit kleineren Modellen schrumpft die Barriere zwischen dir und dem Motiv.“
Und es gab noch etwas, das Ron bei seinen Aufnahmen des Holi-Festes berücksichtigen musste: Bei diesem Fest wird mit buntem Farbpulver geworfen. „Ich habe die Kamera in Plastikfolie und ein wasserdichtes Gehäuse verpackt, damit keine Farbe und kein Staub in die Nähe des Sensors gelangen konnten. Da ich aber das vordere Objektivelement nicht abdecken konnte, musste ich die Vorderseite des Objektivs immer wieder abwischen.“
Ein weiteres wichtiges Merkmal, das Ron begeisterte, waren die Autofokus-Funktionen der Kamera, besonders der Augen-AF. „Stellen Sie sich nur meine Kamera vor, so gut verpackt, dass ich weder den Bildschirm sehen noch richtig durch den Sucher schauen konnte. Und trotzdem hatte ich vollstes Vertrauen, dass der Autofokus die Aufnahme hinkriegen würde – und das tat er auch. Der Augen-AF ist unglaublich und mir ist keine einzige Aufnahme missglückt. Ich konnte einfach voll und ganz auf das System vertrauen.“
Ein herausragendes Bild – eine Aufnahme der farbenfrohen Menschenmenge von oben – verkörperte für Ron das Erlebnis. „Für mich fasst dieses Bild die Essenz des Holi-Festes zusammen – die Geschäftigkeit, die Lebendigkeit, die tanzenden Menschen, es war elektrisierend.“
Inmitten der Aufregung und Energie setzte Ron die Alpha 7CR ein, um authentische menschliche Interaktionen einzufangen. „Bevor ich mit dem Fotografieren beginne, beobachte ich viel. Ich schaue mir gerne an, wie sich die Dinge entwickeln und wie sich die Menschen verhalten, denn das beeinflusst, wie ich an die Szene herangehe und sie fotografiere.“
Die Kamera half dem Londoner Fotografen tatsächlich dabei, Barrieren abzubauen. „Im Grunde war ich ein neugieriger Tourist. Aber ich bemerkte, dass dort überhaupt keine anderen Schwarzen Menschen waren. Die Leute waren so neugierig, warum ich dort war, ich glaube, sie waren vorher noch nicht vielen Schwarzen Menschen begegnet. Es gab diesen schönen Austausch, bei dem ich Fotos von ihnen machte, aber sie wollten auch Fotos von mir machen. Das Ganze entwickelte sich zu einem Lernaustausch zwischen zwei verschiedenen Kulturen. Manche Leute finden es vielleicht einschüchternd, ständig beobachtet oder fotografiert zu werden, aber für mich war es eine Möglichkeit, in Kontakt zu treten und ihre Geschichten zu hören.“
So diskret Ron auch war, eine Sache brach oft den Bann. „Ich zeigte ihnen einige der Fotos, die ich gemacht hatte, denn ich sehe es gerne als einen gemeinsamen Prozess. Wenn man ihnen aber den authentischen Moment zeigt, den man eingefangen hat, werden die Menschen sich ihrer selbst bewusst und fangen an zu posieren. Manchmal muss man sie in den Moment zurückholen und sie so einfangen, wie sie wirklich sind. Ich notiere mir dann immer ihre Kontaktdaten und schicke ihnen die Fotos per E-Mail oder teile sie mit ihnen auf Instagram. Das ist schön, denn so kann ich noch von zu Hause ein paar tolle Gespräche mit den Leuten führen.“
„Das ist es, was die Reisefotografie ausmacht. Viele Menschen fotografieren gerne die berühmten Sehenswürdigkeiten, aber wenn man sich abseits der Touristenpfade bewegt, sich unter die Einheimischen mischt und die echte Kultur erlebt, bekommt man nicht nur interessante Fotos, sondern auch echte Verbindung und eine lehrreiche Erfahrung.“