Grundlagen der Filmaufnahme

    Einige der Konzepte und Prinzipien von Filmaufnahmen unterscheiden sie von denen der Fotoaufnahmen. Sobald Sie verstanden haben, inwiefern sich Videoaufnahmen und Filme von Fotoaufnahmen unterscheiden, sind Sie der Aufnahme von Filmen in Ihrem eigenen Stil einen Schritt näher gekommen.

    Bildwiederholrate

    Filme bestehen aus einer Reihe von Fotoaufnahmen. Wie in einfachen Daumenkinos oder Animationen werden Motive in Videos durch subtile Veränderungen von einem Bild zum nächsten zum Leben erweckt.

    Die Anzahl der Bilder pro Sekunde (BpS) wird als Bildwiederholrate bezeichnet.

    Darstellung zeigt ein Bild (A) sowie die Anzahl der Bilder pro Sekunde oder die Bildwiederholrate (B)

    • A: Bild
    • B: Anzahl der Bilder pro Sekunde oder Bildwiederholrate

    Beispielsweise werden TV-Sendungen wie digitales terrestrisches Fernsehen in der Regel mit 30 BpS und Filme mit 24 BpS aufgezeichnet. Je höher der BpS-Wert ist, desto fließender und natürlicher wirkt das Video.
    Um Videos zu speichern, müssen Kameras viel größere Datenmengen viel schneller aufzeichnen als bei Fotoaufnahmen. Daher ist es eine gute Idee, Speicherkarten mit hoher Kapazität zu verwenden, die Highspeed-Übertragungsstandards unterstützen.

    Hinweis: Einige Speicherkarten sind nicht für Filmaufnahmen geeignet, da die Karten diesen Standards nicht entsprechen.

    Belichtung

    Die Belichtungseinstellungen steuern, wie viel Licht in die Kamera eindringt. Dieser Schlüsselfaktor wirkt sich auf die Bearbeitung und das fertige Bild aus. Durch die Balance zwischen Blende (F-Zahl oder F unten), ISO-Empfindlichkeit und Verschlusszeit (SS), die die Belichtung ausmacht, können Sie das Erscheinungsbild und die Stimmung Ihrer Filme verändern.

    Fotoaufnahmen

    • 1: Bokeh-Grad
    • 2: Helligkeit
    • 3: Dauer, für die der Verschluss geöffnet ist

    Bei der Aufnahme von Bildern (Fotoaufnahmen) kontrollieren Sie in der Regel alle drei Elemente.

    Filmaufnahmen

    Bei Videos ist die Verschlusszeit hingegen in der Regel festgelegt. Sie steuern die Belichtung über andere Elemente: Blende und ISO-Empfindlichkeit.
    In diesem Fall werden die Verschlusszeiteinstellungen durch die oben beschriebene Bildwiederholrate bestimmt. Hierfür gibt es eine spezielle Richtlinie für Videos: Wählen Sie eine Verschlusszeit, die in Sekunden als Bruch 1 über einem Nenner beträgt, der der doppelten Bildwiederholrate entspricht. Wenn keine der verfügbaren Verschlusszeiten genau diesem Wert entspricht, wählen Sie den Wert aus, der ihm am nächsten kommt.

    Bildwiederholrate Verschlusszeit
    24p 1/50 Sek.
    30p 1/60 Sek.
    60p 1/125 Sek.
    120p 1/250 Sek.

    Bei einer Bildwiederholrate von 24p wäre die Verschlusszeit also 1/50 oder bei 30p 1/60 usw.

    Hinweise:
    • Es gibt große Unterschiede zwischen der Verschlusszeit und anderen Einstellungen bei Foto- und Filmaufnahmen. Achten Sie darauf, wenn Sie mit derselben Kamera Fotos und Filme aufnehmen.
    • Bei Kameras mit Speicherabruf können Sie im Voraus separate Einstellungen für Fotoaufnahmen und Filmaufnahmen festlegen, um sie bei Bedarf sofort abzurufen.
      Abbildung des ILCE-7M3-Modusreglers
      Selbst wenn Sie über separate Einstellungen für Foto- und Filmaufnahmen verfügen, können Sie diese Einstellungen über den Modusregler ganz einfach abrufen. (Hier ist die ILCE-7M3 abgebildet.)

    Unschärfe des Motivs (Bewegungsunschärfe)

    Die meisten erfahrenen Fotografen halten Verschlusszeiten von 1/50 oder 1/60 Sekunden für ziemlich langsam, aber dies sind ideale Geschwindigkeiten für Filmaufnahmen. Dafür gibt es auch einen guten Grund.
    Um sich schnell bewegende Motive einzufangen, frieren Fotografen Motive oft ohne Unschärfe ein, indem sie Fotoaufnahmen mit hohen Verschlusszeiten aufnehmen.
    Für fließende Bewegungen in Filmen, bei denen Bewegungsunschärfe erwünscht ist, besteht der grundlegende Ansatz darin, eine langsame Verschlusszeit zu wählen, um genau den richtigen Grad an Unschärfe zu erreichen.

    • 1/1000 Sek.
      Bildaufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sekunden
    • 1/60 Sek.
      Bildaufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/60 Sekunden

    Betrachtet man die Aufnahme als Einzelbilder, scheint das Bild mit 1/1000 Sekunden der klare Sieger im Vergleich mit dem verschwommenen Bild mit 1/60 Sekunden zu sein. Doch bei kontinuierlicher Filmwiedergabe sieht das erste abgehackt aus, während das zweite natürlicher wirkt.

    Vermeidung von Problemen durch flimmernde Beleuchtung

    Bei Aufnahmen in Innenräumen oder nachts können flimmernde Lichter horizontale Streifen oder teilweise Verfärbungen in Ihren Filmen verursachen. Die Beleuchtung durch Neonlichter und andere Lichtquellen mag konstant erscheinen, flimmert aber in der Tat immer wieder mit hoher Geschwindigkeit. Probleme treten dann auf, wenn dieses Flimmern nicht gleichzeitig mit dem Auslösen des Kameraverschlusses stattfindet.

    Die Frequenz des Flimmerns hängt von der regionalen Netzfrequenz ab, sodass eine Anpassung der Verschlusszeit an das Timing des Flimmerns Probleme verhindern kann.

    Netzfrequenz Verschlusszeit
    50 Hz 1/50 Sek. oder 1/100 Sek.
    60 Hz 1/60 Sek. oder 1/125 Sek.
    Bildaufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/200 Sekunden
    Verschlusszeit 1/200 s
    Bildaufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/50 Sekunden
    Verschlusszeit 1/50 s