Aufnahmetipps > Beeindruckende Porträts mit Fokus auf dem Menschen erzielen

LEKTION 1Beeindruckende Porträts
mit Fokus auf dem Menschen erzielen

Brennweite: 180 mm/F-Zahl: 4,0/Verschlusszeit: 1/250 s

Durch Defokussieren von Hintergründen und Hervorheben von Menschen können Sie eindrucksvolle Aufnahmen mit klarer Aussage einfangen.
Diese Bilder nennt man Porträts. Die Technik kann sowohl für alltägliche Schnappschüsse als auch für Erinnerungsfotos von Geburtstagen oder Hochzeiten angewendet werden.
Wenn wir ohne nachzudenken fotografieren, nehmen wir häufig die gesamte Statur einer Person in den Bildrahmen auf. Dies führt zu einer monotonen Gestaltung, wie bei einem Passfoto.
In diesem Kapitel erhalten Sie einige Tipps, wie Sie die Menschen hervorheben und Ihren Bildern einen eindrucksvolleren Feinschliff verpassen können.
Stellen Sie die Kamera in den A-Modus und öffnen Sie die Blende so weit wie möglich.

Die Teleeinstellung nutzen

Bei Verwendung eines Zoomobjektivs gilt, so nahe wie möglich an Ihr Motiv heranzutreten und die Teleeinstellung (mit längeren Brennweiten) zu nutzen. Auf diese Art können Sie ungewollte Hintergrundobjektive ausblenden und die Intensität der Unschärfe im Hintergrund erhöhen, damit die Person richtig hervorgehoben wird.

[1] Brennweite: 55 mm/
F-Zahl: 1,8
[2] Brennweite: 55 mm/
F-Zahl: 1,8

Foto [2] der Beispiele oben wurde bei näherem Herantreten an das Motiv und Heranzoomen des Oberkörpers aufgenommen. Das Ergebnis zeigt das hervorgehobene Motiv, das jetzt noch mehr heraussticht. Aufnahmen aus nächster Nähe sorgen für einen unscharfen Hintergrund und betonen den Gesichtsausdruck der Frau.
Für Erinnerungsfotos von Touristenattraktionen eignet sich unter Umständen jedoch das Miteinbeziehen der Landschaft, wie in Bild [1], besser. Wenn der Fokus jedoch auf die Person gelegt werden soll, dann eignet sich Bild [2] besser.

Die Komposition beachten

Das Ändern der Komposition kann auch die Atmosphäre eines Bildes erheblich verändern, selbst wenn Sie ein und dasselbe Motiv fotografieren.
Bei Schnappschüssen tendieren wir dazu, unser Motiv in der Mitte des Bildes zu platzieren. Versuchen Sie bei Porträtaufnahmen jedoch, die „Drittelregel“ anzuwenden.
Bei der Komposition nach der „Drittelregel“ wird das Bild in neun Teile geteilt (drei waagerechte x drei senkrechte) und das Hauptmotiv an den Schnittpunkten der Trennlinien platziert. Platzieren Sie bei Porträts die Gesichtsmitte oder die Augen an den Schnittstellen.
Die „Drittelregel“ ist die Grundregel für ausgewogene Bilder. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie Ihre Aufnahme gestalten wollen, wenden Sie die „Drittelregel“ an. Anhand dieser Regel werden Sie ganz automatisch viele gute Fotos aufnehmen. Bei α-Kameras können Sie sich die Gitternetzlinien nach der „Drittelregel“ auf dem Display auf der Rückseite der Kamera anzeigen lassen. Nutzen Sie diese Funktion, wenn Sie eine Vorgabe für die Komposition Ihres Bildes benötigen.

Brennweite: 70 mm/F-Zahl: 4,0/Verschlusszeit: 1/250 s

Durch einfaches Platzieren des Kopfes an der Schnittstelle wirkt das Bild oben ziemlich beeindruckend und ausgewogen. Außerdem wird die Atmosphäre des Moments durch den freigelassenen Raum, auf den das Motiv schaut, vermittelt.
Eine weitere Grundregel ist die vertikale Ausrichtung eines Porträts, wie im Bild oben. Durch die Anordnung des Körpers der Person entlang der langen Bildkante werden die Hintergründe natürlich angeordnet. So erhalten Sie ganz einfach ein simples, klares Bild. Eine horizontale Aufnahme eignet sich ideal, wenn Sie den Hintergrund miteinschließen möchten. Wenn Sie jedoch nur die Person hervorheben möchten, empfiehlt sich eine vertikale Aufnahme.

Nutzen Sie Gegenlicht

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Winkel des Lichteinfalls. Besonders bei Frauenporträts kann Haut und Haaren durch Gegenlicht eine geschmeidige Note verliehen werden. Vermeiden Sie für das gewünschte Gegenlicht die sonnenintensive Tageszeit, und nehmen Sie eher am Nachmittag auf, wenn die Sonne wieder schwächer wird, oder nutzen Sie nach Möglichkeit die Wolken an einem bedeckten Tag. Wenn Sie jedoch bei starkem Sonnenschein aufnehmen müssen, versuchen Sie, das einstrahlende Licht ein wenig abzuschwächen, beispielsweise durch das Fotografieren unter einem Baum.
Beim Fotografieren mit Vorderlicht können jedoch Schatten auf das Gesicht fallen und den Ausdruck des Motivs aufgrund des starken Lichts düster wirken lassen. Wenn Sie den Winkel des Lichteinfalls steuern können, versuchen Sie Gegenlicht zu erzeugen.
Wenn Sie jedoch bei Gegenlicht fotografieren, kann das Gesicht dunkel werden. Nutzen Sie für diese Fälle die Belichtungskorrektur, um das Gesicht ausreichend aufzuhellen. Es mag sein, dass die Hintergründe dadurch ein bisschen weißlich erscheinen, das Motiv wird so jedoch in eine sanftere Atmosphäre gebettet.

Brennweite: 200 mm/F-Zahl: 4,0/Verschlusszeit: 1/400 s

Dies ist das Porträt einer Frau mit Hintergrundbeleuchtung. Das Motiv wird von hinten auf der linken Seite beleuchtet. Es liegt kein ungewollter Schatten auf ihrem Gesicht und das Licht, das durch ihre Haare scheint, verleiht dem Bild eine sanfte Note und eine luftige Leichtigkeit.

Objektive mit fester Brennweite ausprobieren

Objektive mit fester Brennweite werden zur Intensivierung der Unschärfe im Hintergrund empfohlen, da der Blick dadurch nur auf die Person fällt. Da Objektive mit fester Brennweite sehr viel Licht in die Kamera dringen lassen, können sie Verwacklungsunschärfe bei Aufnahmen unter schlechten Lichtbedingungen und bei Porträts reduzieren.

Brennweite: 50 mm/F-Zahl: 1,8/Verschlusszeit: 1/4000 s

SEL50F18

Dies ist ein Mittelklasse-Teleobjektiv mit 50 mm Brennweite, perfekt für Porträts. Dank der großen Blendenöffnung und dem runden Blendenöffnungsdesign sind wunderschöne Unschärfeeffekte im Hintergrund möglich. Außerdem erzeugt es dank integriertem optischem SteadyShot Bildstabilisierungssystem kristallklare Bilder, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen.