25.03.2024
Wir möchten ein Bewusstsein für globale Umweltthemen schaffen – durch Interviews mit Kreativschaffenden, die sich mit dem Thema Umwelt auseinandersetzen. Der Naturfotograf Yosuke Kashiwakura vermittelt die Schönheit der Natur und die Botschaft, die Umwelt auf unserem Planeten zu schützen. Seine Motive sind Naturlandschaften, Flora und Fauna. Anhand seiner auf den Inseln Borneo und Rebun gesammelten Erfahrungen stellt er eine Verbindung zwischen Fotografie und Nachhaltigkeit her.
Vor mehr als 15 Jahren nahm ich an einer Tour teil, die von einer Umweltschutzgruppe organisiert wurde. Sie fand im Rahmen eines Fotoshootings für eine Zeitschrift auf der Insel Borneo in Südostasien statt. Ich fotografierte Orang-Utans, Elefanten, Nasenaffen und andere Tiere, die ich in den nahegelegenen Wäldern sah, während ich auf einem Floß den langen und berühmten Fluss Kinabatangan entlangfuhr. Ich hatte so viel Freude am Fotografieren, dass der Vorsitzende der Umweltschutzgruppe auf mich zukam und fragte: „Wissen Sie, warum sich hier so viele Tiere aufhalten?“ Auf diese Frage wusste ich keine Antwort. Dann erfuhr ich, dass auf der anderen Seite des Waldes Palmölplantagen errichtet worden waren, die bis ans Landesende reichen. Er erzählte mir, dass die Wildtiere in den restlichen Wald verdrängt wurden. Deshalb war die Dichte an Tieren so hoch, dass ich sie zusammen fotografieren konnte.
Nachdem ich das gehört hatte, war es mir wirklich peinlich, dass ich so freudig Fotos geschossen hatte. Ich weiß noch, wie ich mich damals gefühlt habe. Ich fragte mich daraufhin, ob es wirklich richtig war, nur ansprechende Motive fotografiert zu haben. Am nächsten Tag besuchten wir das „Orangutan Rehabilitation Center“. Dort werden Orang-Utan-Jungtiere aufgezogen, die ihre Mütter verloren haben. Der Anblick von Orang-Utans, die von Menschen trotz Abholzung geduldig darauf trainiert werden, wieder in den Regenwald ausgewildert zu werden, war beeindruckend. Das hat mich dazu inspiriert, diese kleinen Orang-Utans weiter zu fotografieren. Ich wollte handeln und das Projekt unterstützen. Der Vorsitzende der Umweltschutzgruppe half mir dabei, eine Genehmigung zu erhalten, um langfristig in der Anlage fotografieren zu dürfen. Ich blieb ungefähr einen Monat bei den Orang-Utans und fotografierte sie.
Der Regenwald auf der Insel Borneo war lange für seine Artenvielfalt bekannt. Doch inzwischen ist er nahezu verschwunden. Statt des Regenwalds erstrecken sich dort nun Palmölplantagen, so weit das Auge reicht. Die Tiere, die einst dort lebten, hatten keine Zuflucht mehr. Die kleinen Orang-Utans wurden bei der Zerstörung des Regenwalds gewaltsam von ihren Müttern getrennt. Normalerweise klammern sich kleine Orang-Utans am Körper ihrer Mutter fest und lernen, was ihre Eltern fressen, wie sie in den Baumwipfeln überleben und sich vor Raubtieren schützen. Ohne ihre Mütter können Jungtiere aber nicht lernen, wie man in der Wildnis überlebt. Nur durch das Training im Rehabilitation Center können sie die Fähigkeit zurückgewinnen, im Wald zu überleben. Außerdem sorgt der Klimawandel für Umweltveränderungen. Die Not der bedrohten Arten wird also voraussichtlich immer größer.
Weltweit verschwinden die Wälder. Die Palmölplantagen auf der Insel Borneo reichen weit über den Horizont hinaus. Für mich ist das eine stark zerstörte Landschaft. Der Bau dieser Plantagen war wie ein Tsunami. Die vom Menschen errichteten Palmölplantagen haben sich allmählich wie eine Flutwelle auf der Insel ausgebreitet, und die Regenwälder mussten weichen. Ich nenne diesen Vorgang „Grüner Tsunami“. Ich fotografiere diesen schrecklichen Anblick, um jeden auf die Auswirkungen der Abholzung aufmerksam zu machen.
Alles begann mit meiner Wanderung auf den Rishiri Fuji auf der Insel Rishiri Island. Meine Begleiterin war die Schriftstellerin Kanae Minato. Sie hat Kita no Kanaria-tachi [A Chorus of Angels] geschrieben, einen Film, der auf der Insel Rebun spielt. Als Minato sagte: „Die Nachbarinsel Rebun ist auch schön“, war ich neugierig und begab mich an einem anderen Tag dorthin. Während ich zur nördlichsten Aussichtsplattform der Insel Rebun hinauf wanderte, drehte ich mich um und wurde Zeuge einer atemberaubend schönen Aussicht. Ich verliebte mich in diese Insel. Ich fand heraus, dass sich in der Gegend dort eine Gemeinde befindet. Also hoffte ich, auf ein leerstehendes Haus zu stoßen. Als ich online nach freien Häusern suchte, entdeckte ich in der Gemeinde nur ein einziges. Der Eigentümer übertrug das Haus auf mich. Ich renovierte es selbstständig und schuf mir so eine Grundlage für das Leben und Fotografieren auf der Insel Rebun.
Zunächst wollte ich das einfach nur für mich tun und mir Zeit nehmen, um die Landschaft zu erfassen. Der Sternenhimmel ist jedoch unbeschreiblich schön und die Landschaft am Tag ist so schlicht und malerisch. Allmählich wollte ich diese Schönheit teilen und einen International Dark Sky Place* schaffen. Auf der Insel Rebun existieren über 300 Arten von blühenden Gebirgspflanzen. Allerdings zieht diese Insel nur im Frühling und Sommer Besucher an. Ich hoffe, dass viele verschiedene Menschen diesen Ort im Laufe des Jahres besuchen werden. Diese Insel sollte zu einem Ort werden, an dem sie in Ruhe den Sternenhimmel betrachten können. Wenn immer mehr Menschen auf die Insel kommen, weckt dies natürlich Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Natur und Massentourismus. Mein Ziel ist es deshalb, eine Umwelt zu schaffen, in der Mensch und Natur im Einklang leben.
Im ganzen Land wurden so viele Gebäude hochgezogen, dass die Lichter der Stadt nachts heller strahlen als die Sterne. Wir haben also die Sterne am Himmel aus den Augen verloren, nicht wahr? Wenn wir die Ausrichtung der Lichter steuern würden, hätten wir einen besseren Blick auf den Sternenhimmel. Wir sehen aktuell Bestrebungen, neue Themenparks zur Unterstützung der regionalen Wirtschaft zu errichten. Für mich ist es jedoch wichtiger, das wiederherzustellen, was es ursprünglich gab. Meiner Meinung nach ist jede Stadt attraktiv, wenn wir nur die Schönheit des Orts hervorheben, auch ohne neue Gebäude zu bauen. Wir sollten mehr Wert darauf legen, die Dinge so zu schätzen, wie sie sind.
Ich bin interessiert daran, mit jungen Leuten etwas zu schaffen. Dabei denke ich an meine Heimat, an die Felder und Berge hinter meinem Haus und die unberührten Landschaften, die mir so viel bedeuten. Es ist zwar wichtig, sich an der großen globalen Umweltbewegung zu beteiligen, aber wir alle können auch etwas beitragen, indem wir verstehen, was sich in unserem Umfeld vor Ort abspielt und wie wir es angemessen schützen können. Wenn dann aus einhundert Menschen, die genau das tun, zehntausend oder eine Million werden, wachsen die Bemühungen für den Umweltschutz auf ein beachtliches Maß an.
Ich will Abenteurer, Entdecker und Naturführer befragen, die Umweltveränderungen gegenüberstehen. Ich will ihre ungeschönte Meinung und ihre Äußerungen zur globalen Umwelt präsentieren. Mich interessiert die Meinung von Leuten, die aktiv globale Umweltveränderungen erleben.
* Ein Zertifikat, das den Orten verliehen wird, die sich herausragend für den Schutz und die Erhaltung eines dunklen, natürlichen Nachthimmels ohne Lichtverschmutzung einsetzen.
Ich befürworte die umweltfreundliche Kameraherstellung von Sony. Das Unternehmen nutzt recyceltes Plastik als Rohstoff und vermeidet nach Möglichkeit die Nutzung von Chemikalien. Meine Sorge war zunächst, dass sich die Nutzung von recyceltem Plastik negativ auf die Spezifikationen auswirkt. Als ich aber die fertige Kamera in den Händen hielt, wurde diese Sorge komplett zerstreut. Die Kamera ist staubresistent und tropfsicher. Obwohl es sich um eine Kompaktkamera handelt, gibt es keine Abstriche bei der Leistung. Ich habe großes Vertrauen in die α Serie. Sony stellt robuste Kameras her und achtet gleichzeitig auf die Umwelt. Ich bin von der Nachhaltigkeit und Produktion bei Sony überzeugt. (Kashiwakura)
Wie Sony Recyclingkunststoffe einsetzt und welche anderen Umweltschutzüberlegungen in die Produkte einfließen
Umweltfreundliche Herstellung bei Sony
Interview:Shota Kato(OVER THE MOUNTAIN)
Fotografie:Yukitaka Amemiya(Interview)