Die Straßenbahngleise schlängeln sich durch Berlin Mitte auf den Fernsehturm zu. Zwischen den zusammenlaufenden Linien tritt eine einsame Gestalt hervor, die sich vor der tief stehenden Sonne abzeichnet. Es ist eine Szene voller Stärke und Schönheit und mit einem menschlichen Kern. „Ich glaube, Straßenfotografie sah für mich immer so aus“, sagt der Fotograf, Thomas Kakareko. „Schon von Anfang an waren meine Straßenbilder immer sowohl szenisch als auch dokumentarisch. Ich bettete sie immer in die Geometrie der Stadt ein und setzte Führungslinien und Licht ein – ganz instinktiv.“ Mit seiner Sony α7R IV kann Thomas diese Momente einfangen und „die Stadt mit Licht zum Leben erwecken“.
So besonders die goldene Stunde auch ist, sie ist nur eine Komponente in Thomas' Bildern. Denn damit die richtige Aufnahme gelingt, bedarf es einer sorgfältigen Planung und Auswahl. Und immer ist da der Zeitdruck durch das sich wandelnde Licht. „Etwas muss sich in diesem Licht abspielen“, erklärt er. „Ich halte meistens Ausschau nach Szenen voller Energie. Dazu gehe ich an Orte, von denen ich weiß, dass Menschen die Straße überqueren und dabei im Gegenlicht erscheinen werden. Alles fügt sich zusammen. Das menschliche Element, selbst wenn es ganz klein oder silhouettenhaft ist, lässt die Geschichte im Bild entstehen. Zum Glück arbeite ich schon so lange in Berlin, dass ich weiß, wo und wann das Licht in den belebten Gegenden der Stadt genau richtig ist. Der Rest ist einfach nur Geduld.“
Ein großartiges Beispiel für diese Geduld ist eine andere Aufnahme von Thomas, die er mit seiner Sony α7R IV gemacht hat. Darauf ist eine U-Bahn-Brücke zu sehen, der Hintergrund lichtdurchflutet, und unter der Brücke wieder eine einzelne Person. „In der Regel habe ich eine bestimmte Komposition im Kopf, bevor ich mich ans Fotografieren mache“, erklärt er. „Bei dieser Aufnahme habe ich erst den richtigen Ort gesucht und dann gewartet, bis sich alles zusammenfügte. Bis alles passt, sind manchmal zu viele oder zu wenige Leute im Bild, oder ein Laster versperrt den Blick … Aber irgendwann erwischt man den richtigen Moment. Es passiert selten, dass man ankommt und sofort die perfekte Situation vor sich hat!“
© Thomas Kakareko | Sony α7R IV + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS + 1.4x Teleconverter | 1/400s @ f/4.0, ISO 100
Anders als bei vielen seiner traditionelleren Straßenaufnahmen hat Thomas für dieses Bild ein FE 70–200 mm f/2.8 GM an seiner Sony α7R IV verwendet, um die Komposition aus der Ferne auszuwählen. „Ich baute ein Stativ auf“, erklärt er, „und wartete eine halbe Stunde lang, während ich den Schauplatz in der Rushhour beobachtete. Längere Brennweiten eignen sich hervorragend, um Szenen innerhalb von Szenen und ganz besondere kleine Momente in der Großstadt einzufangen. Die Komprimierung zeigt außerdem die Größenverhältnisse.“
„Aber normalerweise ist mein Lieblings-Setup ein 24–70 mm f/4 auf einem α Gehäuse“, fügt er hinzu. „An dieser Kombination mit dem spiegellosen Gehäuse liebe ich, dass sie extrem leicht ist, also perfekt für die Straßenfotografie. Ich trage nicht gern viel Gewicht mit mir herum, habe nicht einmal einen Rucksack dabei, wenn ich es vermeiden kann, weil es mich so ablenkt.“
„Ein weiterer Vorteil, wenn man Sonnenuntergangsszenen fotografiert, ist der großartige elektronische Sucher der Sony Kamera“, fährt er fort. „Ich fotografiere gern im manuellen Belichtungsmodus, und durch das direkte Feedback des EVF kann ich genau sehen, wie die Belichtung aussieht. Durch den umfassenden Dynamikumfang der RAW-Dateien der α kann ich außerdem sicherstellen, dass die Details der Lichter und Schatten ausbalanciert sind.“
„Wie meistens bei Straßenaufnahmen muss ich auch bei meinen Sonnenuntergangsbildern oft Bewegungen erfassen“, sagt Thomas. „Deshalb ist für mich auch der Autofokus meiner Sony Kameras wichtig, der das Motiv haarscharf trifft, und die hohe ISO-Leistung, durch die ich die Figuren in der Bewegung einfrieren kann. Meistens stehen die Leute nicht still – und ich auch nicht. Daher arbeite ich trotz der untergehenden Sonne mit einer kurzen Verschlusszeit. Kombiniert man diese beiden Funktionen, ist es fast unmöglich, ein unscharfes Bild aufzunehmen.“
Thomas' fantastische Bilder entstehen zwar durch genaue Planung und technische Perfektion, aber das Fotografieren von Sonnenuntergängen kann ihn noch immer tief berühren. „Mein Lieblingsbild mit Sonnenuntergang ist vielleicht das mit dem Fahrradfahrer, der auf das Licht zufährt“, sagt er. „Es entstand während des ersten Lockdowns in Berlin, als ich meine Inspiration und auch viele Aufträge verloren hatte. Ich fühlte mich gefangen.“
„Aber eines Abends, als ich zum Essen ausging“, erzählt er lächelnd, „sah ich den Sonnenuntergang über der Skyline auftauchen, und irgendetwas in mir reagierte wieder auf dieses Licht. Also griff ich zu meiner α7R IV. Dann kam plötzlich dieser Typ auf seinem Rad von der Seite ins Bild gefahren, und eine Sekunde lang fühlte es sich an wie früher, als ich gerade angefangen hatte. Ab da ging ich wieder öfter raus. Und ein paar Wochen später hatte ich wieder das Gefühl, ein Fotograf zu sein.“
„Als Fotograf versuche ich, unsichtbar zu werden. Ich fange Situationen und Momente ein, und je weniger ich bemerkt werde, umso besser wird das Ergebnis.“