Maximale Wirkung

Frank Doorhof

Ein Foto ist eine Summe aus Einzelteilen: Komposition, Licht, Belichtung, fotografische Werkzeuge und was der Fotograf sonst noch in das Bild bringen will. Das Zusammenspiel dieser Teile ergibt den künstlerischen Fingerabdruck des Fotografen, seine visuelle DNA. In Frank Doorhofs Arbeiten passt alles perfekt zusammen: Sie sind frech, bunt, wirkungsvoll und erinnern stilistisch an Superhelden-Comics und Genrefilme, sie sind direkt. Er selbst sagt, es geht darum, „aufs Ganze zu gehen“. Das macht den großen Erfolg und den unverwechselbaren Charakter seiner Arbeiten aus.

Frank Doorhof Sony α 7RII Frau mit violettem und rotem Haar, teilweise verborgen

© Frank Doorhof | Sony α7R II + 24-70mm f/2.8 GM | 1/125s @ f/8, ISO 100

Frank, der mit MTV aufwuchs, war begeistert von der Bewegung und den Farben der Popvideos, von den fließenden Stoffen der 80er und von der Beleuchtung. Das sollte später einen großen Einfluss auf seine Arbeit haben.

„Mir ging es bei Modefotografie nie um hübsche Gesichter, sondern um visuelle Wirkung und Geschichten. Je lebendiger und kunstvoller das Outfit des Models, je spannender der Ort und je eindrucksvoller das Licht, desto interessanter ist die Aufnahme für mich.“

Frank Doorhof Sony α 7RII Frau im roten Kleid posiert vor einem gotischen Gebäude

© Frank Doorhof | Sony α7R II + 24-70mm f/2.8 GM | 1/160s @ f/11, ISO 100

Licht ist einer der Aspekte beim Fotografieren, die Frank am Anfang seiner Karriere besonders begeisterten. „Du kannst das Licht praktisch ändern, wie du willst“, erklärt er. „Es liegt ganz bei dir. Viele Fotografen richten sich nach dem Licht, dabei sollte es umgekehrt sein.“

Er meint, dass zu viele Fotografen zu viel über Licht in der Modefotografie nachdenken und dadurch ihre Kreativität einschränken: „Du musst dir das Bild vor deinem geistigen Auge vorstellen. Dann weißt du, wo du das Licht platzieren musst, um deine Geschichte zu erzählen. Konzentriere dich auf die Schatten, der Rest kommt von allein.“

Frank Doorhof Sony α 7RII Frau im silbernen Kleid vor einem Flugzeug

© Frank Doorhof | Sony α7R II + 12-24mm f/4.5-5.6 | 1/160s @ f/11, ISO 100

Frank fügt hinzu, dass es in der Modefotografie wichtig ist, keine Angst vor starken Schatten zu haben, selbst wenn sie das Gesicht des Models verbergen. Denn bei Mode geht es um den Look, die Wirkung des Stils. Für Frank sind Schatten nur eine weitere Möglichkeit, „aufs Ganze“ zu gehen.

„Manche meiner Aufnahmen sind so dunkel, dass man das Model nicht mehr erkennt. Wenn du das halbherzig machst, halten die Leute es für einen Fehler. Tust du es aus Überzeugung, finden sie es toll. In Modemagazine findet man jede Menge tiefe, dunkle Schatten.“

Frank Doorhof Sony α 7R Frau mit blauen Augen und roten Handschuhen, die sich die Hände vor das Gesicht hält

© Frank Doorhof | Sony α7R + 24-70mm f/2.8 ZA SSM | 1/100s @ f/2.8, ISO 2500

Wenn Frank starke Kontraste erreichen will, ist seine α7R III sehr hilfreich. „Einer der Gründe, warum ich die Sony α Kameras mag, ist der unglaubliche Dynamikbereich der Sensoren. Vorher verwendete ich Belichtungsreihen, um das gewünschte Foto zu erzielen, aber seit meiner α99 und jetzt mit meiner α7R III bekomme ich alles in ein Bild und muss nur noch leichte Anpassungen in Lightroom vornehmen. Dadurch kann ich noch weiter gehen und zum Beispiel ein Stroboskop auf die Kamera richten – und trotzdem die Qualität erhalten, die ich brauche.“

Frank Doorhof Sony α 7RIII Frau mit ausgestreckten Armen im Dunkeln und blauem Lichtstrahl

© Frank Doorhof | Sony α7R III, ISO 100

In solchen Situationen findet Frank den elektronischen Sucher seiner Sony α sehr hilfreich. Er erklärt: „Ich bin zwar von der alten Schule, aber der elektronische Sucher ist hilfreich, um die Belichtung einzustellen. Denn so entspricht das Ergebnis genau dem, was man vorher sieht. Sagen wir, ich arbeite mit einer Belichtungszeit von 1/125 mit Blitz. Ich regle einfach die Blende runter, mache das Bild dunkler, und wenn es dann etwa bei f/16 gut aussieht, muss ich nur noch das Blitzgerät einstellen und kann loslegen.“

Frank Doorhof Sony α 99 Frau im roten Kleid aus Papierfächern mit rotem Qualm im Hintergrund

© Frank Doorhof | Sony α99 + 85mm f/1.4 | 1/100s @ f/10, ISO 100

Auch bei der Objektivwahl hat Frank keine Angst, mit Konventionen zu brechen. „Ich verwende oft das 24-70 mm f/2.8 der G Master-Reihe, weil es für die Modefotografie so vielseitig einsetzbar ist. Es deckt weite Bildwinkel und kurze Telebrennweiten ab, also eine ganze Palette an Perspektiven. Mit 70 mm gelingen mir ziemlich typische Porträtaufnahmen mit etwas Komprimierung. Oder ich stelle eine weite Blende ein und spiele mit der Verzerrung, indem ich Hände oder Füße des Models dicht an die Linse bringe.“

„Ich verwende auch gern das FE 12-24 mm f/4 G – es ist alles andere als ein typisches Objektiv für Modefotografie, aber so etwas existiert für mich ohnehin nicht.“ 

Frank Doorhof Sony α 7RIII Frau im Bronzekleid vor einer braunen Mauer

© Frank Doorhof | Sony α7R III + 24-70mm f/2.8 GM | 1/125s @ f/5.6, ISO 100

Was würde er angehenden Modefotografen raten? „Nutze, was du hast. Wenn du ein weiteres Objektiv hast, mache dir die Verzerrung zunutze, um deine Geschichte so gut wie möglich zu erzählen. Dasselbe gilt für enge Bildwinkel.“

„Kenne dein Kit auswendig und mache dich mit dem Licht vertraut. Licht ist die Sprache der Fotografie. Wenn du das machst, kannst du dich ganz auf die Geschichte konzentrieren, die du erzählen willst. Fotografieren heißt, einmalige Momente festzuhalten, die nie wiederkehren. Lass nicht zu, dass du etwas verpasst, weil du nicht weißt, was zu tun ist. Lichte es ab.“

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