Fullface Productions ist eine Gruppe junger Fílmemacher aus der Tschechischen Republik. Sie konzentrieren sich auf das Filmen von Outdoor- und Actionsportarten, insbesondere Mountainbike, Freeride Skifahren und Ski Mountaineering. Was als Hobby begann, wurde zur beruflichen Tätigkeit und mittlerweile zur Zusammenarbeit mit Spitzensportlern an ungewöhnlichen Schauplätzen.
Warum haben Sie sich für die Filmaufnahmen der tschechischen Bergrettung entschieden?
Wir haben lange überlegt, bei welcher Gelegenheit wir den Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen unserer Dreharbeiten ermöglichen könnten. Uns war es wichtig, verschiedene Situationen und viele Orte zu zeigen. Bei Mountainbike- oder Skiprojekten, mit denen wir am häufigsten zu tun haben, wäre dies nicht möglich gewesen. Deshalb haben wir uns für die Bergrettung (Mountain Rescue Service, MRS) entschieden, wo wir die Gelegenheit hatten, Skifahren, Abseilen und die Arbeit mit Rettungshunden zu filmen. Außerdem kennen wir die Mitglieder des MRS gut und wussten einfach, dass sie sich ins Zeug legen würden, um uns bestmögliche Ergebnisse zu ermöglichen.
Sie verwenden eine Kombination aus der Sony FX6 und der α 7S III. Welche davon ist Ihre Hauptkamera?
Ich würde nicht sagen, dass wir für Projekte wie die Aufnahmen für den MRS eine Haupt- und eine Zweitkamera haben. Wir verwenden beide Kameras für bestimmte Arten von Aufnahmen. Wir haben die FX6 hauptsächlich für Aufnahmen von einem Stativ aus, idealerweise in Kombination mit einem längeren Objektiv wie dem FE 70–200 mm F2.8 GM OSS oder dem FE 24–70 mm F2.8 GM.
Wann verwenden Sie die α 7S III?
Die α 7S III haben wir vor allem auf einem Gimbal in Kombination mit einem Objektiv mit weiterem Winkel. Die Kamera ist klein und leicht, sodass wir ein kleineres und leichteres Gimbal verwenden können. Eine fantastische Funktion ist das AF-Tracking. Damit können wir bewegte Bilder bei größerer Brennweite mit geringerer Tiefenschärfe aufnehmen, ohne einen Kameraassistenten zu benötigen. Gleichzeitig schätzen wir die 120 Bilder pro Sekunde in 4K bei einer so kleinen Kamera, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Das ist wirklich eine große Verbesserung im Vergleich zu früheren Generationen.
Welche Objektive verwenden Sie am häufigsten?
Das ist ganz individuell und hängt vom jeweiligen Projekt ab. Bei manchen Projekten bewegen wir uns mit Skiern oder Fahrrädern von Aufnahmeort zu Aufnahmeort, daher versuchen wir, so wenig Gepäck wie möglich mitzunehmen. Das bedeutet, dass wir oft das FE 16–35 mm F2.8 GM, das FE 24–70 mm F2.8 GM und das FE 70–200 mm F2.8 GM OSS verwenden. Wenn die Situation es zulässt, nehmen wir auch gerne Objektive mit Festbrennweite dazu, insbesondere Objektive mit größeren Brennweiten wie das FE 24 mm F1.4 GM oder das FE 35 mm F1.4 GM. Gleichzeitig arbeiten wir gerne mit superlangen Brennweiten, wie sie das FE 400 mm F2.8 GM OSS oder das FE 600 mm F4 GM OSS bieten. Diese Objektive werden in der Videoproduktion nicht allzu oft verwendet, sodass man das Publikum immer wieder mit der Einzigartigkeit der Aufnahmen verblüffen kann.
Verwenden Sie irgendwelche speziellen Einstellungen für die α 7S III bzw. die FX6?
Hier würde ich wahrscheinlich als Erstes die Wahl der Codecs nennen – wir wählen sie je nach Art des Projekts. Für Fernsehproduktionen, bei denen wir schon vorab wissen, dass wir keinen Platz und keine Zeit für komplexe Farbabstufungen haben werden, wählen wir Codecs mit einer niedrigeren Bitrate. In diesem Fall ist auch das neue S-Cinetone-Farbprofil sehr wertvoll für uns.
Ich würde auch empfehlen, sich gut mit den AF-Tracking-Einstellungen der α 7S III vertraut zu machen. Jede Situation erfordert eine andere Einstellung der Fokusgeschwindigkeit und -empfindlichkeit. Ohne die richtige Einstellung wird der Autofokus nie zu 100 % funktionieren.
Außerdem ist es sinnvoll, den Flugzeugmodus einzuschalten, wenn man die Kamera gerade nicht über die mobile Anwendung steuert. Dadurch wird die Akkulaufzeit erheblich verlängert.
Haben Sie irgendwelche allgemeinen Tipps für Outdoor-Filmer?
Achten Sie auf gute Kleidung. Das Wetter kann sich sich in den Bergen von Minute zu Minute ändern! Ich würde auf jeden Fall einen hochwertigen Kamerarucksack aus wasserdichtem Material empfehlen, der Ihre Ausrüstung bei schlechtem Wetter schützt. Außerdem hält er dann auch einige Stöße aus, ohne dass die Geräte im Inneren Schaden nehmen.
Wenn Sie in die Berge gehen, informieren Sie sich über alle Risiken, gehen Sie nie allein los und lassen Sie sich immer von einem Bergführer begleiten, wenn Sie in abgelegenere Gebiete gehen.
Man sagt ja, dass eine gute Vorbereitung die halbe Miete ist, und das trifft auch für Winteraktivitäten in den Bergen zu. Die Tage sind kurz, also muss man mit einer klaren Vorstellung davon losziehen, welche Aufnahmen man mitbringen möchte. Trotz guter Vorbereitung kann Ihnen das Wetter jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen, weshalb wir bei der Planung von Winterprojekten grundsätzlich eine Zeitreserve von 1–2 Drehtagen einkalkulieren.
„Kollektiv von Filmemachern auf der Jagd nach den ulitmativen Aufnahmen“