Unter Wasser fotografieren – ein lebenslanger Lernprozess 

Alexis Rosenfeld

„Ein gutes Unterwasserfoto fasziniert den Betrachter und vermittelt Wissen“, erklärt Alexis Rosenfeld – und verrät, was ein echtes Meisterwerk ausmacht: „Es fasziniert Kinder, und sie stellen dir alle möglichen Fragen dazu!“ Vor vielen Jahren, als Alexis noch ein Kind war, verschlang er alles über die Unterwasserwelt und die Forschungsreisen von Jacques Cousteau. „Das war meine Eintrittskarte in die Welt des Außergewöhnlichen“, erinnert er sich, „um Orte zu sehen, die als unerreichbar galten, und faszinierende Geschichten von dort mitzubringen.“

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© Alexis Rosenfeld | Sony α7R II + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/80 s @ f/8,0, ISO 400

Diese neue Welt wurde für Alexis bald zu einer wichtigen Quelle der Ruhe. „Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch, was mit der wichtigsten Eigenschaft eines Fotografen so gar nicht zusammenpasst“, lacht er, „aber sobald ich unter Wasser bin, habe ich Zeit und alles wird ruhig. Ich stelle mir gern ein Foto, den Bildausschnitt und die Komposition vor und warte dann, bis genau diese Kombination da ist. Mit Tieren ist es dasselbe. Ein gutes Bild von ihrem Verhalten in freier Wildbahn einzufangen, macht einen unheimlich stolz.“

Alexis fing mit acht Jahren an zu tauchen – ein wichtiger Schritt dahin, wo er heute ist. „Um ein professioneller Unterwasser-Fotograf zu werden, musste ich sehr gut tauchen lernen,“ sagt er. „Tauchen ist ein sehr technischer Vorgang, du musst es also perfekt beherrschen. Erst dann kannst du dich ganz aufs Fotografieren konzentrieren.“

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© Alexis Rosenfeld | Sony α7R II + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/50 s @ f/14, ISO 400

Für einen Fotojournalisten wie Alexis ist die Herausforderung sogar noch größer, da er nicht nur ästhetische Bilder machen will. „Um eine Geschichte zu erzählen, kann ich mich nicht mit nur einem Foto zufrieden geben“, erklärt er. „Meine Projekte laufen manchmal über mehrere Monate oder Jahre, und die Fotos müssen vom ersten bis zum letzten Bild stimmig sein. Zusammengenommen erzählen sie eine Geschichte, die der Betrachter verstehen sollte, ohne den Text zu lesen.“

In seinem letzten Projekt „Coral Reefs, Heart of the Ocean“ beschreibt Alexis ein bedrohtes Ökosystem. „Es illustriert die Schönheit und biologische Vielfalt dieser außergewöhnlichen Lebenswelt, aber auch ihre Bedrohungen. Dieses Projekt hat mich sehr stark motiviert, als ich erfuhr, dass ein Drittel aller Meeresarten in Korallenriffen lebt.“

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© Alexis Rosenfeld | Sony α7R II + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/200 s @ f/11, ISO 400

Wie genau ist es also für Alexis, unter Wasser zu fotografieren? Die Unterwasserwelt stellt Fotografen vor besondere Herausforderungen, einfach weil das Fotografieren in Wasser schwieriger ist als an der Luft. „Wasser hat vier große Nachteile“, erklärt Alexis: „Es absorbiert Licht, es lässt die Farben verschwinden, es enthält schwebende Partikel, die die Sicht trüben, und es verhält sich wie eine zusätzliche optische Linse.“ Hört sich kompliziert an. Aber Alexis wendet verschiedene Techniken an, um diese Schwierigkeiten zu meistern. „Mit der Belichtung kann ich sichtbare Partikel größtenteils vermeiden, und ein Unterwasserblitz lässt die Farben wieder leuchten“, sagt er. „Außerdem fotografiere ich mit sehr weiten Bildwinkeln, damit ich möglichst wenig Wasser zwischen Kamera und Motiv habe.“

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© Alexis Rosenfeld | Sony α7R II + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/125 s @ f/14, ISO 800

Alexis’ Sony α7R II Kamera ist unter den Wellen ebenfalls hilfreich. „Viele Fotos aus dem ‚Coral Reefs‘-Projekt hätte ich mit älterer oder anderer Ausrüstung nicht machen können“, erklärt er, „insbesondere dank der Qualität des Sensors, seines Dynamikumfangs und der Leistung bei hohen ISO-Zahlen. Die Sensoren“, fügt er hinzu, „eignen sich besonders gut für das Fotografieren unter Wasser und ermöglichen eine sehr getreue Darstellung der Unterwasserwelt. Wenn man in die Tiefe taucht, verschluckt das Wasser das Sonnenlicht. Daher arbeite ich oft bei 1600 ISO oder mehr. Ich verwende auch die α7R III für Unterwasseraufnahmen, und der AF beider Kameras funktioniert sehr gut unter Wasser, sodass man auf Fische und Meeressäuger fokussieren kann, auch wenn sie schnelle und plötzliche Bewegungen machen.“

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© Alexis Rosenfeld | Sony α7R II + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/160 s @ f/13, ISO 400

„Ich verwende jetzt seit vier Jahren Sony-Ausrüstung“, fährt er fort, „mit den Master-Objektiven FE 16–35 mm f/2.8 G Master, FE 12–24 mm f/4 G, FE 90 mm f/2.8 Macro G OSS und FE 100–400 mm f/4.5-5.6 OSS G. Ich arbeite mit Schutzgehäusen aus der Schweiz mit Ports aus optischem Glas, die bis zu 200 Meter wasserdicht sind. Die Taschen sind maßgeschneidert, sodass ich alle Steuerelemente erreichen und die Kamera bedienen kann. Das in Kombination mit der Performance und Handhabung der α erleichtert mir die Arbeit unter Wasser definitiv deutlich.“

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© Alexis Rosenfeld | Sony α7R II + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/160 s @ f/11, ISO 400

Auch wenn Technik und Ausrüstung dafür optimiert sind, ihm das Fotografieren zu erleichtern, ist es offenbar nicht Alexis‘ Ziel, sich das Leben so einfach wie möglich zu machen. Weil dann die Herausforderung auf der Strecke bleiben würde? „Ja“, pflichtet er bei, „wenn ich irgendwann problemlos unter Wasser arbeiten kann, höre ich auf. Dann gäbe es für mich nichts mehr zu lernen. Jeder Tauchgang ist eine neue Lernerfahrung – aus technischer Sicht und was das Verständnis der Umgebung angeht. Das Licht, das Verhalten der Tiere, die Farbe des Wassers ist jedes Mal anders … Diese Mischung verschiedener Faktoren macht es zu etwas Besonderem, und man merkt schnell, dass jeder Tauchgang einzigartig ist.“

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Unter der Oberfläche versteckt sich eine andere Welt: mein Universum, in dem alles aussieht wie ein Märchen und atemberaubend schön ist. Mithilfe meiner Unterwasseraufnahmen möchte ich verdeutlichen, wie sehr mich die Zerbrechlichkeit der Welt beeindruckt.

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