Alpha Universe Story Detail

Meine Aufnahmemethode bei
Live-Auftritten mit Peter Neill

Etikette

Während ich versuche, die nötigen Bilder zu machen, muss ich auch auf andere Menschen achten. Zuerst auf die Künstler selbst. Beim Aufnehmen von Backstagebildern muss die Grenze bekannt sein. Es ist in Ordnung, einige Aufnahmen vom Frontsänger bei der Auswahl des Bühnenoutfits zu machen, aber nicht, fünf Minuten lang nur dort zu stehen und wie eine Wespe über ihnen zu schweben.

Peter Neill Sony Alpha 7S II Guy Garvey von „Elbow“ auf der Bühne, mit über ihm hängenden Bildschirmen

© Peter Neill | Sony α7S II + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/200 Sek. @ f/2.8, ISO 1600

Und dann gibt es noch das Publikum. Wenn Sie ihm die Sicht versperren, mindern Sie das Erlebnis derer, die hierfür Eintritt bezahlt haben. Sie müssen respektvoll sein und ich versuche immer, zuerst nachzufragen. Wenn ich dem Publikum kurz die Sicht versperre, drehe ich mich immer um, entschuldige mich und sage „Danke“. Ein bisschen Höflichkeit bringt viel.

Peter Neill Sony Alpha 7R III Gitarrist mit Gibson Les Paul singt enthusiastisch vor dem Publikum

© Peter Neill | Sony α7R III + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/500 Sek. @ f/3.5, ISO 1600

Im Gegensatz zu anderen Fotografen mische ich mich während der ersten drei Songs nicht unter das Publikum, wenn ich auf einer gesamten Tour dabei bin. Pressefotografen haben nur diese drei Songs, um die bestmöglichen Aufnahmen zu machen. Es wäre nicht fair von mir, einen weiteren Platz im Publikumsraum einzunehmen. Stattdessen versuche ich, die Zeit während dieser drei Songs als kreative Gelegenheit dazu zu nutzen, einen einzigartigen Platz am Veranstaltungsort zu finden.

Die Aufnahme

Was macht also ein Bild aus, das mich wirklich begeistert?

Im Grunde faszinieren mich Aufnahmen, die die Stimmung während des Auftritts einfangen. Ich suche nach Möglichkeiten, die Energie am Veranstaltungsort wiederzugeben. Das bedeutet oft, ein Foto durch die Menge hindurch aufzunehmen. Ohne das Publikum könnte es sich schließlich ebenso gut nur um eine Aufnahme bei einer Produktionsprobe handeln. Dafür keine Regeln; es geht darum, durch den Sucher zu sehen und einfach zu wissen, was sich richtig anfühlt. Es wird mit der Zeit immer mehr zum Instinkt.

Peter Neill Sony Alpha 7S II Energischer Sänger von oben mit ausgestreckten Armen

© Peter Neill | Sony α7S II + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/800 Sek. @ f/4.0, ISO 2000

Kameras und Objektive – Was ist wann zu verwenden?

Ich habe immer zwei Kameras um meinen Hals, die Sony α7R III und die α7S II. Viele meiner Bilder werde ich mit der α7R III aufnehmen. Der 42,2-Megapixel-Sensor ermöglicht detaillierte Bilder und ist auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehr gut. Wenn das Licht jedoch sehr schwach ist, verwende ich die α7S II. Sie hat einen Sensor mit geringerer Auflösung, aber ich kann mit hoher Empfindlichkeit aufnehmen, ohne viel Bildrauschen zu erzeugen.

Peter Neill Sony Alpha 7S II Frontsänger und Gitarrist stehen mit ausgestreckten Armen vor dem Publikum

© Peter Neill | Sony α7S II + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/800 Sek. @ f/4.0, ISO 2500

Dazu kommen vier Objektive – das 24–70 mm f/2.8 GM-Objektiv, das normalerweise an einer der Kameras angebracht ist, und dann habe ich das 85 mm f/1.4 GM- oder 70–200 mm f/2.8 GM-Objektiv auf der anderen. In meiner Tasche habe ich das 12–24 mm f/4 G-Objektiv für Superweitwinkelaufnahmen dabei. Diese Objektive decken alles ab, was ich für Aufnahmen bei einem Auftritt benötige.

Wenn ich auf einem einzelnem Konzert und nicht einer Tour Aufnahmen mache, ist das 24–70 mm f/2.8 GM-Objektiv für mich genau passend. Ich habe es dann an meiner Kamera montiert und kann die ganze Nacht nur mit diesem Objektiv Fotos machen. Wenn ich jedoch bei einer Tour dabei bin und bereits einige Nächte lang Bilder gemacht habe, verwende ich manchmal nur das 85 mm f/1.4-Objektiv. Die Beschränkung auf nur ein einziges Objektiv ist interessant, da ich mich dabei auf Details konzentrieren und nach kreativeren Aufnahmemöglichkeiten suchen muss.

Peter Neill Sony Alpha 7R III Sänger als Silhouette vor blauem Bühnenlicht

© Peter Neill | Sony α7R III + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/1000 Sek. @ f/2.8, ISO 800

Das 85 mm f/1.4 GM-Objektiv ist für Veranstaltungsorte mit weniger Licht bestens geeignet. Ich habe mich kürzlich in den Eye-AF der α7R III verliebt, insbesondere mit dem 85-mm-GM-Objektiv, das bei f/1.4 weit geöffnet ist. Durch die Neuerung wird immer nach einem Auge gesucht, sodass alle Aufnahmen mit dem Sänger im Fokus gemacht werden, anstatt mit den Wimpern, der Nase oder dem Mikrofon vor dem Gesicht. Es ist eine absoluter Wendepunkt.

Peter Neill Sony Alpha 7S I Frontsänger steht allein vorne auf der Bühne und interagiert mit dem Publikum

© Peter Neill | Sony α7S II + FE 85 mm f/1.4 GM | 1/1250 Sek. @ f/1.4, ISO 200

Fokussierung

Ich wechsle zwischen Autofokus und manueller Fokussierung. Die Verwendung des manuellen Fokus ist eine kreative Wahl – wenn ich zum Beispiel erreichen möchte, dass die Gitarrensaiten gestochen scharf sind und der Frontsänger im Hintergrund leicht unscharf erkennbar ist. Das erreiche ich mit der Fokus-Peaking-Funktion, die auch bei der Verwendung älterer manueller Vintage-Objektive hilft. Ich habe auch einen benutzerdefinierten Button eingestellt, um das Bild aktiv zu gestalten und zu vergrößern. Ich kann live in das Bild eintauchen und den Fokus überprüfen, was bei der hohen Auflösung der α7R III wichtig ist.
 

Belichtung

Ich verwende die Kamera immer im vollständig manuellen Belichtungsmodus. Ich möchte jederzeit die Kontrolle über den Verschluss, die Blende und die ISO-Empfindlichkeit behalten. Welche Blende ich wähle, hängt von kommerziellen und technischen Überlegungen ab. Wenn ich zum Beispiel versuche, eine Aufnahme für ein Tourposter zu machen, muss ich sicherstellen, dass jedes Mitglied der Band im Fokus ist, sodass ich vielleicht bei f/5.6 und nicht bei f/2.8 oder f/1.4 fotografiere.

Wenn es um die Verschlusszeit geht, muss die Bewegungsunschärfe durch die Bewegung des Künstlers berücksichtigt werden. Die langsamste Zeit, bei der ich gern fotografiere, ist etwa 1/160 Sekunden, wenn ich ein gestochen scharfes Bild möchte. Natürlich kann Bewegungsunschärfe eine künstlerische Wahl sein und in diesen Fällen kann ich viel niedriger gehen, um diese für ein Schlagzeig oder bei Saiten zu erhalten.
 

Peter Neill, Sony Alpha 7S II, Gitarrist schaut von der Bühne auf die Menge, während diese ihre Handys hochhebt

© Peter Neill | Sony α7S II + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/320 Sek. @ f/2.8 ISO 5000

Warum belichte ich also? 

Nun, es gibt einige wichtige Dinge je nach Aufnahme, aber das Gesicht des Künstlers ist normalerweise auschlaggebend. Sowohl die α7R III als auch die α7S II bieten mir viel Raum, wenn es darum geht, Schattendetails beim Bearbeiten der Rohdateien auszureizen, daher versuche ich in der Regel, abgeschnittene Highlights zu vermeiden. Mit dem Histogramm überprüfe ich das jeweilige Highlight vor der Aufnahme. Ich bevorzuge immer mehr Schatten, damit die Highlights nicht verloren gehen, aber manchmal geht das nicht. Der ein oder andere sonderbare Fokuspunkt oder ein verblasster Scheinwerfer macht mir nichts aus, aber bei großen ebenen Flächen vermeide ich das völlig. Ich finde es viel effektiver, die Schatten auszureizen, statt die Lichter in Szene zu setzen.

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