Meikos Weg an die Spitze

Exklusiv-Interview mit einem aufsteigenden Stern: Sängerin und Songschreiberin Meiko

Sie verwandelt Liebesbriefe in Musik und ihre Träume in Wirklichkeit. Wenn irgendjemand weiß, wie man seine persönlichen Erlebnisse kreativ in Musik umsetzt, dann Meiko. Wir hatten das Vergnügen, die aufstrebende Sängerin und Songschreiberin interviewen zu dürfen und können bestätigen, dass ihre Persönlichkeit genau so lebendig ist wie ihre Lieder.

Meiko stammt aus der Kleinstadt Roberta in Georgia. Im Alter von 18 Jahren brach sie nach Südkalifornien auf, um sich einen Namen in der Musikbranche zu machen. Und das hat sie auch erreicht. Mehr sogar. Dass ihre Hit-Single „Stuck On You“ die Spitze der japanischen Charts erreichte, gab Anlass, dort auf Tournee zu gehen. Meiko ist ein Star, der nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Davon sind wir felsenfest überzeugt. Hier erfahren Sie mehr zu ihren musikalischen Einflüssen, ihrer Begeisterung für Japan, ihrer Vorgehensweise beim Songschreiben und ihren Zukunftsplänen.

F: Wie war es, als die Leute anfingen, Ihr musikalisches Talent wahrzunehmen?

Meiko: Es war total aufregend. Als Kind habe ich immer davon geträumt, auf der ganzen Welt aufzutreten. Als ich dann international auf Tournee ging, kam es mir vor, als wäre der Traum in Erfüllung gegangen.

F: Woran liegt es, dass Ihre Musik gerade in Japan so ankommt?

Meiko: Als ich Ende 2011 den Vertrag mit Fantasy Records/Concord Records unterzeichnet habe, wurde ich gefragt, was ich mir von meiner Karriere erhoffte. Mein größter Wunsch war, eine Platte in Japan herauszubringen, und man versprach, mich dabei zu unterstützen. Kurze Zeit später hat Concord Records dann mit Universal Japan, dem japanischen Schwester-Label, mein Album „The Bright Side“. Die Japaner haben sich in das Album verliebt, und meine Single „Stuck On You“ kletterte auf Platz 1 der Radio-Charts.

Kurz darauf bin ich dann auf Welttournee gegangen. Ich bin zu einem Viertel Japanerin, daher haben mir die Auftritte in Japan wirklich viel bedeutet. Es war mein erster Besuch in Japan und etwas ganz Besonderes. Und dort auf Platz 1 zu stehen, war einer meiner Lebensträume.

F: Durch wen oder was wird Ihre Musik beeinflusst?

Meiko: Ich habe mich schon immer für starke Songschreiberinnen begeistert. Patty Griffin und Edie Brickell waren zwei meiner Idole, die sowohl meine Musik als auch meine Lebenseinstellung geformt haben.

Den größten Einfluss auf meine Musik bilden allerdings meine persönlichen Erfahrungen. Statt mich in die Trauer über gescheiterte Beziehungen und Verrat zu verwickeln, schreibe ich meinen früheren Geliebten Briefe. Anschließend verwandle ich sie in Liedtexte, allerdings ohne die Briefe abzuschicken. Auf diese Weise kann ich über die Musik Gefühle loswerden, die ich den anders nicht ausdrücken kann. Ich finde diesen Prozess sehr befreiend.

F: Wie sieht Ihr Prozess beim Songschreiben aus?

Meiko: Wenn ich mich auf meine Musik konzentrieren möchte, setze ich mich am liebsten im Wohnzimmer auf den Fußboden. Ich schnappe mir meine Gibson Gitarre, ein Glas Wein und einen Filzstift und halte dann alle Ideen auf dickem Papier fest. Ich kann stundenlang mit meiner Gitarre auf dem Boden hocken und herumexperimentieren.

F: Was sollen die Besucher vom Festival mit nach Hause nehmen?

Meiko: Wenn es nach mir geht, sollen sie das spüren, was ich selbst auch von der Musik mitnehme: eine tiefe Verbindung, die irgendwie erklärt, was sich nicht in Worte fassen lässt. Ich möchte den Fans helfen, ihre Gefühle zu ordnen und ihnen etwas geben, das sie anspricht.

F: Welches Musikvideo hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Meiko: Ich würde sagen, „Boys with Girlfriends“, denn es war das erste. Es war klasse, sich von einem Bär im rosa Kleid durch LA jagen zu lassen. Die Blicke der unbeteiligten Zuschauer, die sich gefragt haben, was wir da machen, waren zum Brüllen. Das war definitiv das lustigste Erlebnis bei meinen Videos.

Der Sinn von Musikvideos besteht darin, dass sie kreativ sind. Das Letzte, was ich will, ist eine öde Aufnahme von mir und meiner Gitarre. Ich mag es, wenn meine Musikvideos eine intelligente Handlung haben und meinen Humor und meine Persönlichkeit widerspiegeln.

Boys With Girlfriends

F: Wo treten Sie am liebsten auf?

Meiko: Ich liebe das Hotel Café in Hollywood. Es hat für mich eine besondere Bedeutung, weil ich dort früher als Kellnerin gearbeitet und auch meine Laufbahn als Künstlerin begonnen habe. Ich habe ein besonderes Verhältnis zu diesem Ort und habe dort sogar ein Live-Album mit all meinen besten Songs aufgenommen.

F: Haben Sie irgendwelche festen Rituale vor einem Auftritt?

Meiko: Mein Ritual ist ziemlich üblich. Ich liebe gutes Essen, also erkundige ich mich immer nach den besten Restaurants, wenn ich in einer fremden Stadt spiele. Dann setze ich mich da alleine an einen Tisch, genieße köstliche Gerichte und sammle meine Gedanken, bevor ich zum Veranstaltungsort zurückkehre und die Bühne betrete. Eigentlich heißt es ja, dass man vor dem Singen keinen Käse essen soll, aber daran halte ich mich nicht.

F: Ist Ihnen High-Resolution Audio ein Begriff?

Meiko: Ja, und ich finde es toll, dass es einen Markt gibt, der es den Leuten erlaubt, Musik so zu hören, wie sie gedacht ist. Klangqualität ist für uns Musiker extrem wichtig. Lieder sind Kunstwerke, und wir versuchen, sie so gut hinzukriegen, wie wir können. Wenn die Hörer hinterher nicht das gesamte Klangspektrum genießen können, verlieren sie an Brillanz.

F: Dürfen Ihre Fans in Bälde auf ein neues Album freuen?

Meiko: Ja. Ich arbeite gerade an einer neuen Platte und kann es kaum erwarten, ins Studio zu gehen. Ich werden sowohl neue Lieder aufnehmen als auch ein paar ältere Stücke, die ich schon immer veröffentlichen wollte. Seit ich unabhängig bin, genieße ich deutlich mehr künstlerische Freiheit, und ich kann es kaum erwarten, sie auszukosten. Die Veröffentlichung meines neuen Albums ist für Frühling oder Sommer 2016 geplant.

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