GRUNDWISSEN OBJEKTIVE

Brennweite, Sichtwinkel und Perspektive

Brennweite

Brennweite

Die Brennweite (oder der Brennweitenbereich bei Zoomobjektiven) wird normalerweise als Erstes berücksichtigt, wenn ein Objektiv für ein bestimmtes Foto oder für eine bestimmte Art von Fotografie ausgewählt wird. Durch die Brennweite eines Objektivs werden zwei Merkmale bestimmt, die für jeden Fotografen sehr wichtig sind: die Vergrößerung und der Sichtwinkel.

Längere Brennweiten entsprechen einer stärkeren Vergrößerung und umgekehrt. Weitwinkelobjektive mit kurzer Brennweite haben eine geringe Vergrößerung, was bedeutet, dass Sie an ein Motiv von durchschnittlicher Größe physisch herantreten müssen, um es bildfüllend aufzunehmen. Allerdings bedeutet dies auch, dass Sie größere Motive aus geringer Entfernung aufnehmen können. Teleobjektive mit langer Brennweite haben eine hohe Vergrößerung, daher können Sie weit entfernte Motive aufnehmen.

[1] Sekundärer Bildmittelpunkt des Objektivs [2] Brennweite [3] Sichtwinkel (diagonale Messung) [4] Brennebene (Bildsensorebene)

Brennweite – eine technische Definition

- Technische Diskussion -

Die Brennweite eines Objektivs ist definitionsgemäß der Abstand zwischen seinem sekundären Bildmittelpunkt und seinem hinteren Brennpunkt, wenn der Fokus auf unendlich eingestellt ist. Der sekundäre Bildmittelpunkt ist einer von sechs „Kardinalpunkten“, die in einer optischen Linse als Referenzpunkte verwendet werden (vorderer und hinterer Brennpunkt, primärer und sekundärer virtueller Brennpunkt und primärer und sekundärer Bildmittelpunkt). In einem zusammengesetzten Objektiv gibt es keine vordefinierte Stelle für den sekundären Bildmittelpunkt: Er könnte sich irgendwo innerhalb des Objektivtubus oder irgendwo außerhalb des Tubus befinden, je nach Aufbau des Objektivs. Es gibt keine einfache Möglichkeit, die Brennweite eines Objektivs präzise selbst zu messen.

Brennweite und Sichtwinkel

„Sichtwinkel“ beschreibt, wie viel des Motivs vor der Kamera durch den Kamerasensor erfasst wird. Etwas technischer ausgedrückt: Er ist die Winkelausdehnung des im Sensor erfassten Motivs, diagonal gemessen. Denken Sie daran, dass der Sichtwinkel insgesamt durch die Brennweite des Objektivs und das Format des Kamerasensors bestimmt wird. Deshalb weicht der Sichtwinkel, den Sie bei einem gegebenen Objektiv erhalten, von dem der 35-mm-Vollformat- und APS-C-Kameras ab. Unterschiedliche Objektive mit derselben Brennweite weisen immer den gleichen Sichtwinkel auf, wenn sie mit einem Sensor der gleichen Größe verwendet werden.

Der Vergleich von „Brennweite und Sichtwinkel“ stellt die Beziehung von 35-mm-Vollformat Und APS-C-Format-Kameras dar.

* Brennweite in ( ): entsprechende Brennweite bei Einsatz mit Digitalkamera mit Wechselobjektiv und 35-mm-Vollformatsensor

Perspektive

Bei großen Brennweiten macht es im endgültigen Bild häufig den Anschein, als wären die Vorder- und Hintergrundmotive näher zusammen. Dieser Effekt wird manchmal auch „Telekompression“ genannt, obwohl er nicht durch das Objektiv selbst verursacht wird. Tatsächlich ist es so, dass Sie bei Verwendung eines Teleobjektivs weiter von den Motiven entfernt sein müssen. Das heißt also, dass relativ zum Abstand zwischen Kamera und Vorder- und Hintergrundmotiven die Motive näher zusammen sind. Oder anders ausgedrückt: Da sowohl die Vorder- als auch die Hintergrundmotive sich in einem beträchtlichen Abstand zur Kamera befinden, sind ihre relativen Größen im endgültigen Bild näher an der Realität. Bei Aufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv müssen Sie normalerweise nah an das Vordergrundobjekt heran, damit es im Bild ausreichend groß erscheint. Deshalb sehen weiter entfernte Objekte vergleichsweise kleiner aus. Der Unterschied bei der „scheinbaren“ Perspektive resultiert tatsächlich aus Ihrer Entfernung zum Motiv.

Bild mit einer Brennweite von 24 mm

24 mm Brennweite, 84-Grad-Sichtwinkel

Bild mit einer Brennweite von 300 mm

300 mm Brennweite, 8-Grad-Sichtwinkel