Consumer-Produkte

Professionelle Lösungen
Da kommt Kalle

Das ZDF dreht Serie mit HDCAM und XDCAM EX

„Dank dem hochauflösenden Monitor auf dem Set können wir das Material sofort sichten und Fehler rechtzeitig entdecken. Die Produktion in HD ermöglicht viel präziseres Arbeiten.“

 
Auf dem Set von Da kommt Kalle

Immer mehr deutsche Fernsehserien werden in HD produziert, zum Beispiel mit HDCAM oder mit den neuen bandlosen Formaten XDCAM HD und XDCAM EX. An vorderster Front dieser Bewegung steht die Produktionsfirma Network Movie, die für die Familiensendung "Da kommt Kalle" auf HD umgestellt hat. Das Team von Network Movie plante die Umstellung von Super 16 auf HD für den Beginn der Vorproduktion der dritten Staffel.

Nach einer längeren Testphase entschied sich das Team dafür, die 13 je 45-minütigen Folgen vorwiegend mit zwei Sony HDW-790P HDCAM Camcordern im 1080p/25 Format zu drehen und bestimmte Szenen mit einem XDCAM EX Festspeicher-Camcorder des Modells PMW-EX1 zu filmen.

"Da kommt Kalle" wird zur Hauptsendezeit am Samstagabend im ZDF ausgestrahlt. Die Serie erzählt die Geschichte von Pia, einer Polizistin und Mutter von zwei Kindern, und ihrem kleinen, gewitzten Hund Kalle, einem weißen Parson Russell Terrier mit einem schwarz-braunen Fleck auf dem Kopf. Kalle spürt die bösen Buben in der Stadt auf und befreit sein Frauchen Pia aus gefährlichen Situationen. Während der dritten Staffel, die zwischen Mai und Oktober letzten Jahres gedreht wurde, wird Kalle offiziell zum Polizeihund und sein Frauchen zur Leiterin des örtlichen Polizeireviers.

Zweifache Aufzeichnung mit der HDW-790P

Die Wahl des richtigen Formats

Arne Möller, der Leiter der Postproduktion bei Network Movie in Hamburg, erklärt, welche beiden Gründe für die Umstellung auf HD ausschlaggebend waren: „In erster Linie wollten wir der Serie einen frischeren und attraktiveren Look verleihen. Wir waren äußerst zuversichtlich, dass wir mit dem HDCAM Format brillantere Bilder als mit dem alten Format erzielen und dem ZDF so höhere Qualität liefern können.“

Network Movie lag auch viel daran, als erstes Produktionsunternehmen dem ZDF ein HD-Konzept für eine Familiensendung zu liefern. „Network Movie wollte zu den Pionieren der Produktion von Fernsehserien in HD gehören. Wir sind überzeugt, dass HD in nicht allzu ferner Zukunft Filmmaterial ersetzen wird, zumindest was das Fernsehen angeht“, so Möller.

HDW-790P

Ausführliche Testphase

In einer längeren Testphase experimentierte Network Movie mit verschiedenen Kameras und HD Formaten. „Mit der Umstellung auf HDCAM wollten wir einen filmähnlicheren Look erzielen, aber gleichzeitig hochqualitative Bilder mit einer höheren Informationsrate und einer höheren Auflösung liefern. Dies erreichten wir durch die Verwendung von Filtern, Anpassung der Gammakurve der Kamera und durch den Dreh bei einer Bildwechselfrequenz von 25p“, berichtet Möller.

Ausschlaggebend für die Wahl der HDW-790P war auch die breite Auswahl an kompatiblen Objektiven. Network Movie entschied sich für die Zeiss DigiPrime Zoom-Objektive (Zeiss DigiZoom 6-24 mm und Zeiss DigiZoom 17-112 mm) und verwendet spezielle Filter. „Da es sich um eine Familiensendung handelt, wollten wir einen warmen und freundlichen Look erzielen“, erklärt Möller. „Wir drehten die ganze Staffel mit mindestens einem halben Soft/FX Filter. In den ersten Folgen setzen wir zusätzlich einen Gold-Diffusionsfilter ein.”

Möller und die DoPs waren besonders von der hohen Bildqualität bei dunklen Szenen begeistert. „Dies ist natürlich auf die hohe Empfindlichkeit der 790P zurückzuführen.”

Da der kleine Hund fast in allen Szenen mit dabei ist, entwickelte Network Movie eine spezielle Drehtechnik. Für den Dreh wurden zwei Camcorder des Modells HDW-790P eingesetzt, die aus unterschiedlichen Winkeln aufzeichneten. Auf diese Weise können Continuity-Fehler verhindert und beim Nachdrehen von Szenen Zeit gespart werden. Zwar sind die Hunde, die Kalle spielen, professionell geschult, doch das Drehen mit Tieren dauert immer etwas länger als ein normaler Dreh.

PMW-EX1

Einsatz der PMW-EX1 als „Hundekamera“

Für spezielle Szenen setzte die Kamera-Crew die PMW-EX1 ein und zeichnete auf SxS PRO-Speicherkarte statt auf Band auf. Die PMW-EX1 erhielt bald den Übernamen „Hundekamera“, da sie fast ausschließlich auf Augenhöhe des Hauptdarstellers, Kalle, drehte. „Wir drehten nur die speziellen Szenen mit der PMW-EX1, also vor allem, wenn der Platz knapp war, wie z.B. in Autos, oder wenn die Kamera dicht hinter Kalle her filmte.“

Auch wenn die PMW-EX1 nicht die Hauptkamera war, wurde sie trotzdem mit viel Bedacht gewählt. „Wir testeten verschiedene Kameras und Systeme, bevor wir uns für die PMW-EX1 entschieden“, erinnert sich Möller. „Unsere Wahl fiel schließlich auf die EX1, weil ihre Farben und Aufnahmeformate am besten zur 790P passten.“

Eine weitere entscheidende Eigenschaft der PMW-EX1 ist, dass sie in 1080p/25 aufzeichnet. „Wir bestanden auf 25p, denn dadurch erhält man einen film-ähnlicheren Look und man kann sehr gut mit der Tiefenschärfe arbeiten“, schließt Möller. Der Dreh, die Bearbeitung und die Farbkorrektur wurden im 1080p/25 Format abgewickelt. Erst wenn die fertige Folge auf ein HDCAM SR Mastertape überspielt wurde, wurde sie auf 1080/50i konvertiert.

Laut Network Movie ist das ZDF mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. „Die Ingenieure vom ZDF waren vor allem von der Qualität der Downkonvertierung auf SD beeindruckt“, erklärt Möller.

Für Möller ist die erstklassige Bildqualität der HDW-790P im Vergleich zu Film nicht der einzige Vorteil. Für ihn ist der HD-Arbeitsablauf die Zukunft für die Produktion von Fernsehserien. „Dank dem hochauflösenden Monitor auf dem Set können wir das Material sofort sichten und Fehler rechtzeitig entdecken. Die Produktion in HD ermöglicht viel präziseres Arbeiten.“

Seite speichern mit

Verwandte Produkte

Folgen Sie uns