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Werner Herzog drehte mit der PMW-EX3

Werner Herzog dreht Kurzfilm mit der PMW-EX3

„Vor 34 Jahren kam ich mit einer Filmcrew und einer 16mm-Ausrüstung in genau diese Gegend. Es war ein logistischer Alptraum... mit der neuen bandlosen EX3 kamen wir innerhalb von 24 Stunden am gleichen Ort an und konnten Material von höchster Qualität aufzeichnen.”

 
Regisseur/Kameramann Richard Blanshard mit der PMW-EX3

Werner Herzog, der legendäre Regisseur von Kunstfilmen wie "Aguirre: Der Zorn Gottes" und "Fitzcarraldo", schloss vor Kurzem die Dreharbeiten zu einem Kurzfilm für die English National Opera und Sky Arts ab, der von der Kritik gefeiert wurde. Der vierminütige Kurzfilm, der als Begleitung für eine Arie der Oper La Bohème über die Trennung zweier Liebenden gedacht ist, wurde in Äthiopien mit einer XDCAM EX PMW-EX3 gedreht.

Herzog ist ein äußerst produktiver Filmemacher und wurde dieses Jahr für seinen Film "Encounters at the End of the World" für einen Oscar in der Sparte bester Dokumentarfilm nominiert. Er wurde von Andre Singer, Produzent und CEO von West Park Pictures (Teil der DCD Media Group) dazu bewegt, den Auftrag von Sky Arts und der National English Opera anzunehmen. Singer und Herzog arbeiteten bereits bei mehreren Produktionen zusammen und der Auftrag für die Oper weckte in Herzog großes Interesse.

„Werner wollte einen abgelegenen Stamm in Süd-Äthiopien besuchen, um die Schönheit und Intensität einzufangen, die er auf Standbildern gesehen hatte“, erklärt Singer. „Wir beschlossen, mit möglichst wenig Gepäck zu reisen, um diesen Plan umzusetzen. Aufgrund des Timings, der Location und der kurzen Verarbeitungszeit waren die Vorbereitungen im Gegensatz zu einem Kinofilm weniger ausführlich. Doch die English National Opera, Sky Arts sowie die PR Agentur Cake erwarteten Bilder mit einem filmischen Look und HD-Qualität. Eine echte Herausforderung.“

Anfang September wurde die Produktion während einigen Tagen geplant und der Dreh wurde kurz vor Weihnachten innerhalb von einer Woche realisiert. Der Schnitt und die Postproduktion wurde in den ersten zwei Wochen 2009 durchgeführt. Doch bei der Produktion war nicht nur Zeit Mangelware, sondern auch Platz: Nur das Allernötigste konnte mit an Bord des kleinen Flugzeugs in Äthiopien genommen werden; für sperriges Equipment gab es keinen Platz.

Richard Blanshard und Werner Herzog (rechts)

Filmen in Äthiopien

Singer wusste, was ihn erwartete: „Vor 34 Jahren erhielt ich als junger Mitarbeiter für die "Disappearing World"-Serie von Granada Television die Aufgabe, eine Filmcrew und eine 16mm-Ausrüstung in genau diese Gegend zu führen, um den Mursi-Stamm zum allerersten Mal zu filmen. Es war ein logistischer Alptraum. Dieses Mal kamen wir in Begleitung von Werner Herzog und mit der neuen bandlosen EX3 von Sony im Gepäck innerhalb von 24 Stunden am gleichen Ort an und konnten Material von höchster Qualität aufzeichnen.”

Singer holte für diese Produktion den Regisseur und Kameramann Richard Blanshard ins Team und ernannte ihn zum Kameramann. Blanshard, äußerst erfahren im Umgang mit HD, machte sich auf die Suche nach der perfekten Kamera für diesen ungewöhnlichen Auftrag und prüfte zusammen mit der Londoner Verleihfirma Genesis Plus Hire die PMW-EX3 ausführlich. „Wir filmten an der Central School of Ballet und projizierten die Aufnahmen anschließend auf eine 6m-Leinwand“, berichtet Blanshard. „Das Resultat war äußerst beeindruckend.“

Es war ein minimalistisches Unternehmen in jeder Hinsicht. Die Crew schlief jede Nacht unter freiem Himmel am Rande des Dorfs des Stammes. Blanshard musste ohne Monitore zurechtkommen und konnte bei schwierigen Lichtbedingungen lediglich auf Handreflektoren zurückgreifen. „Das Licht war äußerst hell - und helles, oder starkes Licht ist genau das, was man bei HD nicht gebrauchen kann. Es lässt die Bilder zu hart aussehen. Daher beschlossen wir, ab 15 Uhr zu drehen, wenn das Licht für den Belichtungsspielraum am besten war.“ Er wollte bei einem schwachen Fokus drehen und wählte dafür einen Polarisationsfilter sowie Graufilter. Die PMW-EX3 zeichnet selbst kleinste Details auf und erlaubt zudem den Dreh bei 30 Bildern/s, was die Realität leicht verwischt erscheinen lässt.

Liebespaare im Mittelpunkt

Aufzeichnung von Hauttönen

Im Mittelpunkt des Films stehen die Stammesmitglieder, insbesondere vier Liebespaaren. Hin und wieder schwenkt die Kamera auf eine Gruppe von Stammesälteren, die aufgrund der Unruhen in der Gegend allesamt Kalaschnikows tragen. „Mir war wichtig, dass die unvergesslichen Gesichter und durchdringenden Augen dieser Leute rüberkommen“, erklärt Blanshard. „Der Film ist unglaublich stark, denn jedes Detail kommt zur Geltung.“

Er war besorgt, dass bei HD nicht alle Nuancen der schwarzen Haut eingefangen würden. Doch Blanshard blickt auf eine langjährige Karriere als Filmfotograf zurück, während der er auch einige der berühmtesten dunkelhäutigen Stars fotografierte, und so gelang es ihm, sämtliche Nuancen der schwarzen Haut wiederzugeben. Die PMW-EX3 zeichnet ausführlichen Bilddaten auf, die bei der Postproduktion weiter verbessert werden können. Blanshard nahm direkt auf Karte auf, denn er schätzt den einfachen, unkomplizierten und zuverlässigen Workflow. Ihm lag viel daran, die zusätzliche Technologieschicht, also das Herunterladen des Materials auf einen Computer, zu umgehen. Daher legte er jeden Tag eine neue Karte ein und schickte das Material für den Offline-Schnitt an den Joe Bini, den Editor von Herzog in LA.

Ein natürlicher, fotografischer Look

Farbkorrektur in London

Der Colourist Gwyn Evans von Hat Factory in London verfügt über langjährige Erfahrung bei der Bearbeitung von Filmen und nahm sich der Farbkorrektur an. Er war von der Qualität des HD-Materials begeistert: „Der Belichtungsspielraum der Kamera nahm alle Details der Location auf und der Kontrast des Objektivs sorgte für Bilder mit einem natürlichen, fotografischen Look, und all das erzeugte einen malerischen Effekt“, so Evans. „Da die Farbkorrektur auf einer 6m-Leinwand stattfand, konnten die Feinheiten der Bilder herausgearbeitet werden.“

Der Camcorder überzeugte aus verschiedenen Gründen. „Dass die Kamera äußerst leicht und selbst unter schwierigen Bedingungen ultra-mobil ist, war ein großer Vorteil“, so Singer. „Viel, viel wichtiger ist jedoch das Endergebnis. Werner und ich waren beide von der hohen Qualität des Bildmaterials begeistert und überrascht, wie scharf, klar und farbecht die Bilder waren, und zwar nicht nur auf einem Monitor, sondern auch auf der Kinoleinwand. Alle, die das Endprodukt gesehen haben, sind gleicher Meinung.“

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