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Road Wars von Sky

PMW-EX1 filmt die Actionszenen für Road Wars

„Mit 2,4 kg ist sie besonders leicht und kompakt, und sie hält durchaus auch mal einen etwas gröberen Umgang aus. Sie wurde oft nicht gerade vorsichtig angepackt und abgestellt, sie wurde getreten und gegen Autodächer geschleudert, und trotzdem liefert sie noch immer tolle Bilder.“

 
Road Wars

Aufnahmen von rasanten Verfolgungsjagden, ob vom Rücksitz eines Polizeiwagens oder zu Fuß, erfordern eine leichte Kamera. Als Sky die Macher von Road Wars, Raw Cut Television, dazu aufforderte, in HD zu drehen, stellten sie fest, dass die neue PMW-EX1 sämtliche Anforderungen für diesen Dreh erfüllte.

Kein anderer Sender in Großbritannien produziert annähernd so viele Inhalte in HD wie Sky. Mit zuletzt über 5.000 Stunden pro Woche ist das mehr, als sämtliche terrestrischen Sender Großbritanniens gemeinsam produzieren.

Manche Aufnahmen für Sky-Sendungen in HD sind jedoch eine größere Herausforderung als andere.

Wie beispielsweise die ungeschminkte, actiongeladene Dokumentarserie Road Wars von Sky One. Die ausgefallene und auf Improvisation basierende Serie wird von Kameramännern gefilmt, die zusammen mit der Einheit für Straßenkriminalität der Thames Valley Police unterwegs sind. Sie sind hautnah dabei, wenn die Polizeieinheiten bei Verkehrsunfällen oder der Verbrecherjagd in Aktion treten.

Ein Großteil des Materials wird vom Rücksitz der Polizeiwagen oder bei der Verfolgung der Kriminellen zu Fuß gefilmt, was eindeutig einen höchst mobilen Camcorder erfordert. Bisher wurde Road Wars mit der Sony HVR-Z1E gefilmt – bis Sky mitteilte, dass die 20-teilige Serie in einem hochwertigerem HD-Format aufgezeichnet werden sollte, um das HD-Programm des Senders auf den HDCAM-SR-Standard zu bringen.

Schulter-Camcorder wären in Polizeiwagen bei rasanten Verfolgungsszenen natürlich zu groß. Executive Producer Steve Warr erinnert sich: „Unsere Kamerateams kamen nie hinterher, wenn jemand zu Fuß verfolgt wurde, und besonders bemerkenswert war einmal eine Verfolgungsjagd mit dem Auto, bei der man das Sichtfeld des Kameramanns absacken sah, als die Beschleunigung des Polizeiwagens ihn mit der schweren Kamera auf der Schulter in den Sitz drückte.“

Road Wars

Leicht und kompakt

Die Produktionsfirma Raw Cut Television brauchte unbedingt eine leichte, hochwertige HD-Kamera. Sie hatten die neue bandlose PMW-EX1 im Auge, die gerade von Sony auf den Markt gebracht wurde. „Die technischen Daten klangen gut, und die Kamera hielt, was sie versprach“, erzählt Warr, der im letzten Jahr von Sony Specialist Dealer Mitcorp sofort nach Eintreffen der neuen Kamera drei Stück bestellte.

„Mit 2,4 kg ist sie besonders leicht und kompakt – genau wie die HVR-Z1E – und sie hält durchaus auch mal einen etwas gröberen Umgang aus,“ so Warr. „Sie wurde oft nicht gerade vorsichtig angepackt und abgestellt, sie wurde getreten und gegen Autodächer geschleudert, und trotzdem liefert sie noch immer tolle Bilder.“

Produzent Mike O’Neill fügt hinzu: „Sie ist ein klein wenig schwerer als die HVR-Z1E, aber das stört mich nicht, da sie immer noch viel leichter ist als die Schultermodelle. Außerdem ist der 1/2''-Chip besser als der 1/3''-Z1-Chip,” erklärt er, und fügt hinzu, dass die EX1 für etwa den gleichen Preis eine viel bessere Bildqualität liefert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass im Lieferumfang des Camcorders zwei SxS-PRO-Speicherkarten enthalten sind, auf denen jeweils 50 Minuten Film gespeichert werden können. Vom Objektiv ist O’Neill nicht ganz so begeistert. „Der Zoom ist nicht so groß wie bei der HVR-Z1E, die bis 70 cm fokussieren konnte. Mit der EX1 kommt man bis auf 80 cm heran – das ist vielleicht zahlenmäßig kein großer Unterschied, aber er macht sich deutlich bemerkbar, wenn man auf der Rückbank eines Polizeiwagen sitzt und auf eine vorn sitzende Person fokussieren will.“

Das Anschauen des gerade gefilmten Materials ist auch nicht mehr so einfach, fügt O’Neill hinzu. „Bei der HVR-Z1E ging das sehr schnell, man musste nur das Band kurz zurückspulen und Play drücken. Bei der bandlosen EX1 dauert es länger, gerade gefilmte Szenen wieder zu finden. Andererseits ist das Prüfen umfangreichen Materials nicht mehr so aufwendig, da wir nicht mehr langwierig spulen müssen, um an bestimmte Stellen zu gelangen.“

PMW-EX1

Neuer Workflow

Bei den ersten Versuchen, das Material herunterzuladen, so O’Neill, schlug ihm das Herz jedes Mal bis zum Hals, aus Angst, etwas könnte schief gehen. „Ich betete, dass das Material nicht beschädigt würde. Aber inzwischen haben wir die Kamera seit drei Monaten in Gebrauch, und es ist noch kein einziger Fehler aufgetreten. Ich musste mich einfach erst daran gewöhnen.“

Toby Clarkson, Cutter bei Raw Cut, berichtet über die Gestaltung des Workflows für Road Wars auf der PMW-EX1, in dem Final Cut Pro und Avid in Kombination eingesetzt wurden. „Jedes Kamerateam erhielt drei SxS-PRO-Karten, ein MacBook Pro und eine gespiegelte Raid-1-Speicherlösung der Marke G-Raid“, erinnert sich Clarkson. „Sie haben alles auf das G-Raid-Laufwerk geladen, und dabei wird eine Sicherungskopie auf zwei separaten Laufwerken erstellt.“

Mithilfe von XDCAM-Übertragungssoftware wurde die Serie in Final Cut Pro 6.0.2 importiert und geschnitten, und das Finishing erfolgte mit Avid DS Nitris. „Wir wollten eigentlich alles mit Avid schneiden, aber es war keine geeignete Übertragungssoftware verfügbar“, berichtet Clarkson.

„Die beste Alternativlösung war, vier Final Cut Pro-Systeme nebeneinander zu verwenden und das gesamte Finishing mit Avid zu machen, denn bei Final Cut ist die Funktion zur Unkenntlichmachung nicht gut genug.“ Die Unkenntlichmachung ist bei dieser Serie ein wichtiger Schritt in der Postproduktion, da häufig Personen gefilmt werden, die nicht erkannt werden dürfen, weil gegen sie ein Strafverfahren anhängig ist. „Dann beschlossen wir noch, auf einen HDCAM-SR-Master zu verzichten, um möglichst viele Komprimierungsebenen zu umgehen und so die bestmögliche Bildqualität zu erreichen.”

23. Mai 2008

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