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Tipps für die Videoproduktion: Aufnahmen von Live-Events

Chefkameramann Dave Crute spricht mit Alister Chapman über die Kameraausrüstung für anspruchsvolle Live-Events, wie beispielsweise Flugshows. Die Produktionsaufzeichnungen enthalten u. a. detaillierte HyperGamma-Einstellungen und den Produktions-Workflow. [Das Video steht nur auf Englisch zur Verfügung.]

 

Produktionsaufzeichnungen: Filmaufnahmen von Flugshows mit dem Chefkameramann Dave Crute

Dave Crute verfügt über 20 Jahre Erfahrung als versierter Kameramann und Chefkameramann. Zu seinen Spezialgebieten gehört die Arbeit mit Objektiven mit größeren Brennweiten und Stabilisatoren – einer der Gründe, warum der Produzent Steve Connor von Adrenalin TV ihn für zwei größere HD-Produktionen engagierte, um als Chefkameramann das Kamerateam zu leiten. Die erste Produktion war „Flying Legends“ im Imperial War Museum, der eine Woche später die weltgrößte Militärflugshow, die Royal International Air Tattoo (RIAT) in Fairford, folgte.

Chefkameramann Dave Crute beim Einstellen von PDW-700-Kameras

Im letzten Jahr setzte Dave eine Kombination aus Sony XDCAM EX- und HDCAM-Kameras ein. In diesem Jahr wurden die HDCAM-Kameras durch XDCAM HD422-Kameras ersetzt, um die Kosten der Postproduktion niedrig zu halten und Prozesse zu vereinheitlichen.

Um größere Verkehrsstaus zu vermeiden, beginnt ein Drehtag auf einer Flugshow in der Regel schon um 6:30 Uhr. Vor Ort besteht die erste Stunde darin, die Kameras zu prüfen und auszurichten, Objektive einzusetzen und den bevorstehenden Drehtag vorzubereiten.

Jede Veranstaltung wurde mit insgesamt zehn Sony HD-Kameras aufgenommen: einer PMW-EX1, einer PMW-EX3, drei Sony XDCAM HD422 PDW-700-Kameras und fünf Sony HXR-MC1P Mini-Point-of-View-Kameras. Bei Flying Legends wurde außerdem eine PDW-F800 für zusätzliche Aufnahmen in Slow Motion und mit Spezialeffekten verwendet.

Je nach Aufgabe wurden die PDW-700-Kameras mit einer Vielzahl unterschiedlicher Objektive ausgestattet. Für die Hauptkamera verwendete Dave ein 42-faches Zoom-Objektiv von Fujinon, mit dem er Nahaufnahmen der Flugvorführungen machte.

PDW-700 mit Schwem-Objektiv in einem Einweisungsfahrzeug

Eine zweite PDW-700 war mit einem 20-fachen Zoom-Objektiv von Canon ausgestattet, mit dem Totalen der Flugvorführungen aufgenommen wurden. Die dritte PDW-700 wurde mit unterschiedlichen Objektiven verwendet, darunter das seltene und ungewöhnliche Schwem Gyrozoom. Das Schwem ist ein Teleobjektiv mit äußerst effektivem Bildstabilisator. Mit ihm sind selbst von bewegten oder instabilen Aufnahmeplattformen gestochen scharfe Aufnahmen möglich. Bei der RIAT wurde diese Kombination im Kofferraum eines Range Rover installiert, der Flugzeuge über das Flugfeld führt. Dieses Einweisungsfahrzeug wurde außerdem für Kamerafahrten bei Aufnahmen von landenden und startenden Flugzeugen verwendet, indem es bei hoher Geschwindigkeit auf einem Taxiway parallel zum Rollfeld gefahren wurde.

Die Flugvorführungen begannen bei der RIAT um 10:30 Uhr und dauerten über sieben Stunden. Es war also ein entscheidender Vorteil, dass die in der XDCAM HD422 verwendeten Professional Discs nur geringfügig teurer als Pro Grade HDV-Bänder und somit relativ kostengünstig sind.

Grafische Darstellung von HyperGamma und Standard-Gamma

Eine der Herausforderungen bei Aufnahmen von Flugvorführungen sind die dunklen Flugzeuge vor dem strahlend hellen Himmel. Dave musste zunächst die richtigen Einstellungen finden, mit denen selbst bei einem solch hohen Kontrastbereich optimale Aufnahmen gelingen können. Glücklicherweise sind alle XDCAM-Kameras mit einer Reihe von anpassbaren Scenefiles ausgestattet, die die Aufnahme von Szenen mit hohem Kontrast erleichtern.

Die Gammakurve einer Kamera bestimmt, wie die Kamera auf Änderungen an der Helligkeit der Szene reagiert. Bei der PDW-700 und der PDW-F800 können Sie aus sechs verschiedenen Standard-Gamma- und vier HyperGamma-Kurven auswählen. Die HyperGamma-Kurven bieten einen größeren Belichtungsspielraum, indem die dunkleren Bereiche des Bildes leicht angehoben und helle Bereiche komprimiert werden, wodurch HyperGamma 4 besonders bei hell erleuchteten Außenaufnahmen hilfreich ist. Die HyperGamma-Kurven sind besonders für Videoaufnahmen geeignet, die später bei der Postproduktion noch einer Farbkorrektur unterzogen werden, da die Bilder direkt von der Kamera manchmal etwas kontrastarm aussehen können.

PDW-700-Videobild eines Original-Bleriot-Flugzeugs im Flug

Alternativ zu HyperGamma-Kurven können für Aufnahmen von besonders hellen Bereichen wie dem Himmel auch Standard-Gammakurven in Kombination mit der Knee-Funktion der Kamera verwendet werden. Wenn der Knee-Wert reduziert wird, komprimiert die Knee-Funktion helle Bereiche früher und erweitert somit den Dynamikbereich. Der Knee-Wert darf jedoch nicht zu gering eingestellt werden, da dies zu ungewünschten Effekten wie einer Verdunkelung der Hautfarbe und der natürlichen Strukturen führen kann.

Wenn beispielsweise bei Aufnahmen von Flugzeugen vor strahlendem Himmel der Knee-Punkt wie in Duxford und Fairford auf 56 gesetzt wird, bleibt der Kamera noch ausreichend Spielraum, auch bei hellem aber bewölktem Himmel aufzunehmen. Für Interviews ist jedoch eine Knee-Einstellung von 85 oder höher besser geeignet, da Gesichter und Strukturen sonst unnatürlich erscheinen würden.

Da an den Aufnahmen von Duxford und Fairford bei der Postproduktion keine Farbkorrektur oder sonstigen Anpassungen vorgenommen werden sollten, wurde eine Scenefile erstellt, mit der die Bilder durch einen höheren Kontrast intensiviert wurden. Darüber hinaus wurden Änderungen an der Farbmatrix vorgenommen, um den Bildern eine etwas höhere Sättigung und eine wärmere Ausstrahlung zu verleihen.

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