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Ballhaus und Cappellari mit der F23

Ballhaus und Cappellari berichten über die F23

„Die Bildqualität der F23 ist sehr gut. In dieser Hinsicht war ich mit der Kamera wirklich sehr zufrieden.”

 
Ballhaus und Cappellari

Seit dem Fall der Berliner Mauer vor bald zwanzig Jahren hat ein Wirbelwind von Künstlern, Managern, Migranten und Touristen Berlin zu einem Zentrum der Globalisierung und einem Trendsetter für Mode, Kunst und Kultur gemacht. Seit ein paar Monaten arbeitet Deutschlands bekanntester Kameramann, der geborene Berliner Michael Ballhaus, an einer HD-Dokumentation über seine Heimatstadt. Mit seinem Kameramann und Co-Regisseur Ciro Cappellari dreht Ballhaus mit drei verschiedenen Sony HD-Kameras ein Porträt der Stadt und ihrer Bewohner für einen 90-minütigen Kinofilm.

Die Dokumentation wird von den HD-Experten, cine plus mit Unterstützung von BandPro, in Co-Produktion mit den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern RBB und ARTE produziert. Doch vor seiner Ausstrahlung kommt der Film auf die Leinwand nationaler und internationaler Kinos. Die meisten Filmszenen wurden mit einer Sony F23 oder einem XDCAM EX-Camcorder PMW-EX1 gedreht, während die Luftaufnahmen mit einer Sony HDC-1500 gemacht wurden.

Für Michael Ballhaus ist dies das erste Projekt in Spielfilmlänge, das vollständig in HD, und nicht mehr auf Film gedreht wird. Er erklärt, dass seine Entscheidung für Sony HD nur logisch war - nicht nur aufgrund seiner Erfahrungen mit der Kurzfilmproduktion in HD (Gone Underground, Eataly), sondern weil seine neue Produktion ein dokumentarischer Spielfilm ist. „Bei 120 Stunden aufgenommenem Material kam Film eigentlich nicht in Frage. Die Bänder sind natürlich nicht gratis, doch nur mit HD-Video wird so ein Projekt finanzierbar”, erklärt Regisseur Ballhaus, der als Kameramann für namhafte Filmemacher wie Rainer Werner Fassbinder, Martin Scorsese und Robert Redford tätig war.

F23

Ideale Partner

Zuerst hatte Ballhaus Bedenken, das Berlin-Projekt zu machen, da er seit über 30 Jahren nicht mehr als Regisseur oder an einer Dokumentation gearbeitet hatte. Er wollte das Angebot ablehnen, doch seine Frau machte ihn auf Ciro Cappellari aufmerksam, einen argentinischen Filmemacher, mit dem ihr Sohn Sebastian zusammengearbeitet hatte. Ballhaus hatte somit den perfekten Partner für dieses Projekt gefunden. „Während ich bei Dokumentationen nicht viel Erfahrung habe, hat Ciro an vielen Dokumentationen als Kameramann und Regisseur gearbeitet und auch noch fiktive Spielfilme gedreht. Von Anfang an legten wir die Arbeitsaufteilung fest. Ciro übernimmt dabei die Kameraarbeit und gemeinsam besprechen wir konzeptionelle Fragen auf gleichberechtigter Ebene”, erklärt Ballhaus.

Cappellari weiter: „Michael hatte mehrere meiner Filme gesehen, und ihm gefiel besonders mein Porträt des südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim. Danach arbeiteten wir über ein Jahr am Konzept für den Film.”

Der Film dreht sich um 20 Protagonisten, die aus ganz Deutschland und Europa nach Berlin gekommen sind, um hier zu leben und zu arbeiten. Dazu zählen der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die Schauspielerinnen Angela und Nele Winkler, Alexander Hacke von der Band Einstürzende Neubauten sowie der Schriftsteller Peter Schneider.

Doch die Palette der Menschen umfasst auch weniger berühmte Bürger, wie etwa Ercan Ergin, Eigentümer eines kleinen türkischen Kiosks.

Alle dargestellten Personen haben irgendeine Art persönlicher Beziehung zu Ballhaus oder Cappellari. „Der Dramaturgie liegt die Idee zugrunde, dass sich die Erzählstränge kreuzen, manchmal verwickeln und danach wieder trennen sollen”, sagt Cappellari. „Wir versuchen, neue und noch nie zuvor gesehene Perspektiven auf Berlin zu zeigen, eine Stadt, die sich ständig neu strukturiert und definiert.”

PMW-EX1

Die Wahl der Kameras

Für Landschafts- und Stadtaufnahmen von Berlin setzten Ballhaus und Cappellari auf Brillanz und Schärfe. Deshalb entschieden sie sich für die High-End-Kamera F23 von Sony, die Michael Ballhaus bereits aus der Meisterklasse des Workshops ‘Hands on HD’ in Hannover kannte.

„Die Bildqualität der F23 ist sehr gut. In dieser Hinsicht war ich mit der Kamera wirklich sehr zufrieden”, so Ballhaus. Obwohl die vom Münchner HD-Zulieferer Band Pro gelieferte Sony F23 in verschiedenen Geschwindigkeiten betrieben und von einer Geschwindigkeit zur anderen wechseln kann - was einfach zu programmieren gewesen wäre - nutzte das Berliner Kamerateam diese Möglichkeiten nicht. „Wir wollten nicht zu viele Effekte und Tricks anwenden. Wir setzten nur aus technischen Gründen Zeitlupe bei einer Zugfahrt und in einer besonderen Szene ein”, so Cappellari, der anmerkt, dass 50 Bilder/s verwendet wurden.

Für die Interviewszenen mit den Protagonisten stellten sich jedoch andere Anforderungen. „Wir wollten beim Drehen der Interviews so flexibel wie möglich sein”, erklärt Cappellari. „Es war wichtig, richtig nahe an die Menschen heranzukommen.”

Ballhaus und Cappellari glaubten, dass die auf der Schulter zu tragenden HDCAM Camcorder für diese spezielle Anforderung zu groß seien. Also entschieden sie sich für den leichten XDCAM EX-Camcorder.

„Als wir den PMW-EX1 testeten, fiel uns auf, wie gut sich die Bilder mit jenen der F23 mischten”, erinnert sich Cappellari - ein weiterer Grund, warum ihre Wahl auf die EX1 fiel. Und das waren noch lange nicht alle Vorteile. „Da wir die Szenen und Situationen so echt und authentisch wie möglich aufnehmen wollten, war es uns wichtig, nicht zu viele Beleuchtung einzusetzen. Mein Assistent und DIT, Tommy Mann, brauchte also optimale Set-up-Einstellungen, um kontrastreiche Situationen einfangen zu können. Wir waren mit den Ergebnissen wirklich sehr zufrieden. So konnten wir eine Person in einem normalen Raum vor das Fenster setzen und man konnte noch immer sehen, was sich draußen abspielte. Für mich ist die EX1 die erste Kamera, bei der man anhand der Ergebnisse nicht sagen kann, dass es eine digitale Kamera ist.”

Kamerasysteme für Luftaufnahmen

Aufnahmen aus der Luft

Für die Luftaufnahmen aus einem Helikopter, der von den Münchner Spezialisten Airborne Camera Systems zur Verfügung gestellt wurde, wurde wiederum eine andere Kamera verwendet. Hendrik Vogt verwendete eine Sony HDC-1500 und einen Split-Adapter HKC-T1500 mit einer speziellen Fernsteuerung von Flir Systems, wodurch der Schwenk in jede erdenkliche Richtung mühelos möglich war. HDC-1500 werden normalerweise in Studios oder HD-Übertragungswagen verwendet und können Bilder im Format 4:2:2 und 4:4:4 produzieren.

Die Bilder wurden direkt im Helikopter auf einem HDCAM SR-Recorder SRW-1 aufgenommen.

Ballhaus meint, er wolle warten, bis er die tatsächliche Übertragung auf Film auf der Leinwand gesehen hat, um zu beurteilen, wie die verschiedenen Bilder zusammenpassen, er sei jedoch sehr zuversichtlich, dass sie problemlos ineinander greifen.

Das Editing wird auf Avid DX durchgeführt. Für das Grading wurde ein Baselight-System verwendet und die Übertragung auf Film geschieht entweder mit einem Arri Laser oder einem Celco. Die gesamte Postproduktion wird in den Einrichtungen von cine plus abgewickelt und ist voraussichtlich bis Januar 2009 abgeschlossen.

10. Dezember 2008

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