Consumer-Produkte

Professionelle Lösungen

Sensationelle Aufnahmen von Long Way Down in HDV

"Die an den Motorradhelmen befestigten Kameras waren äußerst wichtig. Denn so konnten die beiden unterwegs ihre Gedanken festhalten. Über eine Taste am Lenker konnten die Kameras eingeschaltet werden."

 

Nach 85 Tagen und rund 24.000 Kilometern erreichten die Schauspieler Ewan McGregor und Charley Boorman nach einer abenteuerlichen Motorradtour, die sie im schottischen John O’Groats begonnen hatten, Anfang August vergangenen Jahres Kapstadt.

Auf ihrem Weg nach Süden mussten sie Sandstürme in Libyen und überflutete Straßen in Kenia aushalten. Sie überquerten 18 Grenzen und überlebten berüchtigte Krisenherde in der sudanesischen Region Darfur und in Äthiopien. Während all dem drehten sie für die BBC Two eine sechsteilige Dokumentation über ihre Erfahrungen.

David Alexanian und Russ Malkin, die die Idee für diese Tour mit McGregor und Boorman hatten, waren die Executive Producer bei Long Way Down und begleiteten die beiden Schauspieler auf ihrer Reise. Sie erklärten, dass die Reise sehr abenteuerlich war, aber jeder wieder heil zu Hause ankam. Das hieße jedoch nicht, dass es keine Zwischenfälle gegeben hätte, so Malkin. Das Schauspielerduo hatte bereits bei Long Way Round – einer rund 32.000 km langen Motorradtour von Nordeuropa über Sibirien und Alaska nach New York im Jahr 2004 – Aufnahmeerfahrung gesammelt. Damals hatten sie gelernt, dass das, was für das Team schlecht war, dem Programm durchaus gut tat.

"Wenn Ewan oder Charley von ihren Motorrädern absteigen, ist unsere erste Reaktion, direkt zu ihnen zu stürmen und zu fragen, ob sie es gefilmt haben (an den Helmen der beiden Fahrer waren Mini-Kameras befestigt), bevor wir uns überhaupt danach erkundigen, ob sie okay sind.

Bei Long Way Down wurden sowohl die Fahrfähigkeit von Boorman und McGregor, als auch die Hilfsfahrzeuge der achtköpfigen Crew und die Kamerageräte auf eine härtere Probe gestellt, als es bei der vorherigen Tour durch Sibirien der Fall war. "Im Sudan, in Nordäthiopien oder in Westtansania sind die Straßen bestenfalls katastrophal – wenn überhaupt welche vorhanden sind", meint Alexanian.

Kamerateam filmt in HDV

Zu dem Long Way Down Team gehörten drei Kameramänner: Claudio Von Planta hatte auf dem Tankrucksack seines Motorrads eine HVR-V1E befestigt. Director of Photography Jimmy Simak und Jim Foster hingegen filmten meistens von dem Hilfsfahrzeug aus mit der größeren HVR-Z1E oder mit einer Reihe von HVR-A1E Modellen. Der Sony Specialist Dealer PEC Video rüstete Von Planta mit seiner HVR-V1E aus. Das restliche Equipment wurde von dem Sony Specialist Dealer WTS Broadcast geliefert.

Malkin zeigte sich besonders von der Strapazierfähigkeit der HVR-Z1E und der HVR-A1E auf dieser Reise beeindruckt. "Wir gerieten in einen heftigen, über 800 km langen Sandsturm in Libyen. Wir konnten nicht einmal 20 Meter weit sehen und jedesmal, wenn wir die Kamera auspackten, setzte sich Staub in der HVR-Z1E fest. Am nächsten Tag haben wir den Staub einfach herausgepustet und das Gerät blieb voll einsatzfähig. Die Kameras haben sich fast als kugelsicher erwiesen."

Das Team hatte fünf unterschiedliche Kameras dabei, einschließlich Camcordern für McGregor und Boorman, damit sie abends in ihren Zelten Videotagebücher aufnehmen konnten, in denen sie ihre neuesten Erfahrungen reflektierten. Des Weiteren waren kleine Bullet-Kameras an den Hilfsfahrzeugen befestigt. Diese waren vor allem dann nützlich, wenn Verzögerungen an Grenzübergängen heimlich gefilmt werden sollten.

Laut Malkin waren die an den Motorradhelmen befestigten Kameras besonders hilfreich. "Diese waren äußerst wichtig. Denn so konnten die beiden unterwegs ihre Gedanken festhalten. Über eine Taste am Lenker konnten die Kameras eingeschaltet werden. Die beiden konnten ihre Gedanken entweder für sich behalten, oder aber, wenn sie miteinander sprachen, das Gespräch aufzeichnen."

Da wir in der Postproduktion nicht zu oft auf Voiceovers zurückgreifen wollten, war eine hochqualitative Audioaufzeichnung extrem wichtig. Durch Verwendung des Originalaudiomaterials wird das Programm realer und ehrlicher", so Malkin.

Aktion und Reaktion

Das Produktionsteam musste McGregor und Boorman, die beide in der Regel nach einem Tag auf dem Motorrad äußerst erschöpft waren, immer darauf hinweisen, ihre Videotagebücher zu führen. Auch die anderen Kameramänner mussten daran erinnert werden, die Umgebung zu filmen. "Diese Aufnahmen sind alle sehr wichtig. Denn ohne sie würde die Dokumentation nicht überzeugen. Es kommt darauf an, emotionale Reaktionen dann zu filmen, wenn sie geschehen. Solche Aspekte kann man nicht hinterher einfügen", meint Malkin. Laut seiner Einschätzung würden die fünf Leute, die drei Monate lang auf der Long Way Down Tour filmten, über 1.200 Stunden an Material hervorbringen.

Dies bedeutete natürlich, dass man mit dem Schnitt nicht bis ganz zum Schluss warten konnte. Die Dokumentation wurde im Herbst 2007 von der BBC Two ausgestrahlt. Der Schnitt begann sofort, als die ersten Bänder im Hauptsitz in London ankamen. Assistant Producer Liz Mercer koordinierte die ersten Muster und vier Offline-Cutter der Londoner Editing-Firma Evolutions kümmerten sich um die Rohschnitte.

Eine der größten Sorgen war, dass Material verloren gehen würde, erklärt Malkin. Daher half er dabei, ein System aufzustellen, um die Bänder per Kurier nach London zu senden und die Rohschnitte an das Team zurückzusenden, damit sie das Materialauf ihren Laptops ansehen konnten.

"Unser Sicherheitsnetz war ein Festplattenlaufwerk, das das Material unterwegs digitalisierte. So hatten wir ein Backup, falls etwas verloren gehen sollte."

Malkin schätzt, dass über 40 % des Programms in HD gefilmt wurde. Dies fügte sich gut in die Multiplattform-Produktion ein. "Jeder neue Tag erscheint noch beeindruckender als der vorherige", erklärt Alexanian. Malkin fügt hinzu: "Acht Männer waren drei Monate lang rund um die Uhr zusammen. Selbstverständlich kam es da gelegentlich zu Reibereien. Wir erinnern uns aber vor allen Dingen daran, dass wir eine einmalige Tour erlebten."

Die Vorteile von HDV

Kameramann Jim Foster nutzte das komplette Angebot an professionellen HDV-Camcordern. Auf einer rund 24.000 km langen Reise quer durch Afrika ist es mitunter nicht so einfach, einen Sony Händler zu finden. Daher hatte das Long Way Down Team genügend Ersatz-Camcorder im Gepäck. Eine der größten Errungenschaften des Teams war jedoch Kameramann Jim Foster. "Jim war einfach fantastisch darin, alles mit Araldite und seinem Löt-Kit zu reparieren", so Malkin.

"Wir haben immer Backup parat", erklärt Foster, der auch als Sicherheitsberater der Produktion fungierte. "Wir haben jeder zwei Camcorder. Ich habe eine Sony HVR-Z1E, eine HVR-V1E und als Backup einige HVR-A1E Geräte. Solange alle Kameras im gleichen HDV-Format aufzeichnen, können wir sie ganz nach Belieben austauschen."

Alle Camcorder hätten eine Aufgabe, fährt er fort. "Die Sony HVR-Z1E bietet die beste Objektivqualität. Die Sony HVR-V1E hingegen ist sehr viel kleiner und kann daher besser an einem Tankrucksack auf einem Motorrad transportiert werden."

Foster führte unterwegs Reparaturen durch. "Einige Teile sind aufgrund der konstanten Vibration abhanden gekommen. Auch Anschlüsse und Netzkabel mussten in Ordnung gebracht werden. Mit den Kameras selber ging jedoch kaum etwas schief", sagt er. "Ich verwende immer noch die originale Sony HVR-Z1E, mit der ich auch begonnen habe."

Eine der größten Herausforderungen war die Audioqualität. "Es war schwierig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an den Wind und versucht einen Ausgleich zu schaffen. Letztendlich muss man mit dem zurechtkommen, was einem seine natürliche Umgebung bietet. Imitationen sind keine Option."

6. Dezember 2007

Seite speichern mit

Verwandte Produkte

Folgen Sie uns