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Die F23

Geoff Boyle testet die F23

Ursprünglich im Sommer 2007 im Showreel-Magazin veröffentlicht

Showreel Cinematography Editor Geoff Boyle testete die F23, sobald das Modell in Großbritannien erhältlich war. Zuerst prüfte er ihren Belichtungsspielraum. Im Anschluss führte er eine umfassende Aufnahme durch.

 

Zum ersten Mal bekam ich die Sony F23 auf der NAB 2006 zu Gesicht. Eigentlich besuchte ich einen anderen Gerätehersteller auf der NAB. Dieser hatte seinen Stand jedoch direkt gegenüber von Sony. Da ich an einem Sonntag auf der Messe war, waren an dem Tag nur Aussteller vor Ort. Sony ging wohl davon aus, dass keine externen Besucher anwesend sein würden, und hatte deshalb die Mitarbeiterschulung zu diesem neuen Gerät einfach auf dem Sony Messestand gehalten. Allerdings war ein externer Gast doch zugegen...

Als Kameramann bin ich natürlich an Kameras interessiert. Wenn ich also so etwas wie eine Mini-Genesis sehe (und sie mögen es gar nicht, wenn ich das so sage), muss ich einfach hingehen und einen Blick darauf werfen. Erstaunlich war, dass jeder annahm, dass ich dort sein durfte, und mich deshalb einfach ignorierte. Erst als jemand einen Blick auf mein Namensschild warf, kam der Aufschrei: "Geoff Boyle, CML!" Daraufhin wurde ich freundlich gebeten zu gehen.

Als die Messe eröffnet wurde, präsentierte Sony diese Kamera der "nächsten Generation" ausgewählten Gästen hinter verschlossenen Türen. Jeder, der das Gerät zu Gesicht bekam, war begeistert und davon überzeugt, dass Sony damit in die richtige Richtung steuerte. Auch die ersten Aufnahmen, die gezeigt wurden, beeindruckten.

Ein Jahr später war ich dann als "Gastkameramann" auf dem BandPro-Stand. Ich war umgeben von Monitoren, auf denen mit der neuen F23 aufgenommene Tests gezeigt wurden. Mir stand sogar eine Kamera zur Verfügung, die ich ausprobieren konnte. Nach diesem ersten Kennenlernen wollte ich die Kamera unbedingt so schnell wie möglich einmal genauer testen.

Graham Hawkins von 24-7 sorgte dafür, dass die Gelegenheit nicht allzu lange auf sich warten ließ: Er arrangierte, dass ich in der Einrichtung in Camden eine Kamera zur Verfügung gestellt bekam. Da Steve und Denise von Showreel den Tag mit Rodney Charters verbrachten, dem Kameramann der beliebten TV-Serie 24, schlug ich ihnen vor, sich mir anzuschließen.

Ich hatte meine Standard-Belichtungstest mit zwei Belichtungs-Setups vorbereitet: Zuerst wird das Diagramm beleuchtet, sodass ich eine Messung von T2 bei ISO 320 erhalte. Anschließend beleuchte ich bei halben Blendenstufen, bis ich T22 erreiche. Als Nächstes belichte ich auf T22 und öffne bei halben Blendenstufen bis T2. So haben wir einen Belichtungsbereich von "korrekt" bis sieben Blendenstufen darunter und darüber – bei halben Blendenschritten. Objekt der Tests ist das DSC Labs VFX Diagramm.

Der erste Eindruck war überaus positiv. Rodney und ich haben weiter mit der Blende an der Kamera herumgespielt. Dabei haben wir den Bereich beobachtet, der sich gut hielt: Sowohl darüber als auch darunter verlief alles einwandfrei.

Die Aufnahme

Nach diesem positiven Start wurde es Zeit, ein geeignetes Projekt zu finden, bei dem wir das Gerät richtig testen konnten. Denn erst bei einem tatsächlichen Einsatz kommen alle Facetten des Gerätes zu Tage. Glücklicherweise bekam ich praktisch sofort einen Anruf von Gary Birch, der mich fragte, ob ich einen Rolex Werbespot filmen wollte, bei dem er für IMG Regie führte. Der Spot wurde nicht auf Film gedreht, sondern digital aufgenommen. Sie wollten die einzige HD-Kamera verwenden, von der sie wussten, dass sie für High-Speed-Aufnahmen geeignet war. Das war ein Angebot, das ich einfach nicht ablehnen konnte: die wohl beste Uhr der Welt mit der besten Digitalkamera der Welt zu filmen.

Wieder einmal stand uns Graham von 24-7 hilfreich mit einer Auswahl an Geräten zur Seite. Ich hätte gerne Zeiss DigiPrimes und DigiZooms verwendet, wir brauchten jedoch längere Brennweiten, als sie derzeit von Zeiss angeboten werden. Daher entschieden wir uns für die filmähnlichen HD-Objektive von Canon.

Wir filmten zwei Tage lang in einem privaten Trainingsbereich für Springreiten in Deutschland. Die Ausrüstung hat durchweg einwandfrei funktioniert. Einige kleinere Schwierigkeiten habe ich schon, aber ich werde später im Detail auf die gesamte Aufnahme eingehen.

Wieder in Großbritannien wurden die HDCAM SR-Bänder auf DVCPRO HD 100 für den Offline-Schnitt bei IMG in Final Cut Pro kopiert. Weitere Arbeiten wie die Anpassung stehen noch an.

Die Reaktion auf die Offline-Bilder war überragend. Jeder merkte an, wie gut die Kamera sowohl den strahlenden Himmel als auch die feinen Details des schwarzen Kostüms des Reiters festhielt. Das Wetter war abwechslungsreich: von extrem klaren Himmel und grellem Sonnenlicht bis hin zu starker Bewölkung. Bei bewölktem Himmel verwendete ich Arri HMIs mit max. 18 kW und versuchte so, den Eindruck von Sonnenschein wiederherzustellen. Das ist uns anscheinend auch gut gelungen. Soweit ich es derzeit beurteilen kann – mit Sicherheit weiß ich es erst nach der Online-Bearbeitung – haben wir zu keinem Zeitpunkt bei extrem heller Beleuchtung oder in Schattenbereichen Details eingebußt. Das ist wirklich bemerkenswert. Denn die Testbilder, die ich von den Ställen heraus aufnahm, hatten äußerst dunkle Schatten und extrem helle Bereiche. Ich habe immer gedacht, dass die Canon 350D im RAW-Modus eine fantastische Kontrastverarbeitung bietet. Im Vergleich zu den Bildern der F23 sieht ihr Kontrast aber recht dürftig aus.

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